Auf den Spuren der Stasi: Geheime Stadt in Halle entdecken!
Entdecken Sie Halle (Saale) bei einer Führung durch das versteckte Stasi-Gelände am 10. Juni 2025. Anmeldung erforderlich.

Auf den Spuren der Stasi: Geheime Stadt in Halle entdecken!
Ein ganz besonderes Ereignis steht bevor: Am 9. September 2025 öffnet sich die „geheime Stadt in der Stadt“ in Halle für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Der geheimnisvolle Ort, der nicht im offiziellen Stadtplan verzeichnet ist, war einst Sitz der Stasi-Bezirksverwaltung und verspricht spannende Einblicke in die Schattenseiten der deutschen Geschichte. Wie bundesarchiv.de berichtet, wird der Rundgang durch die ehemalige Stasi-Behörde Teil der Reihe „Unterwegs im Archiv“ sein.
Interessierte können sich auf eine umfassende Außengeländeführung freuen, die während der Sommermonate – also keineswegs nur an einem Tag – angeboten wird. Geplant sind informative Einblicke in die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs und eine Besichtigung des weitläufigen Geländes, das als abgeschotteter Mikrokosmos der Geheimpolizei diente.
Einblicke in die düstere Vergangenheit
Im Rahmen der Führung erhalten die Teilnehmer nicht nur einen Überblick über die Geschichte der Stasi, sondern dürfen auch das Informations- und Dokumentationszentrum besuchen. Dort warten die Dauerausstellung „Entschlüsselte Macht“ und Wechselausstellungen wie „Leseland DDR“ sowie „Frauen im geteilten Deutschland“ auf sie. Diese Exponate sind in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Aufarbeitung entstanden und bieten einen aufschlussreichen Blick auf die Methoden der Überwachung und Repression, die das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) über Jahrzehnte praktizierte.
Kleinere Anekdoten aus der Geschichte der Stasi bergen oft schockierende Details: Bei der Überwachung wurden Menschen nicht nur ausgespäht, sondern auch direkt belästigt und eingeschüchtert. Wie planet-wissen.de erläutert, nahm die Stasi unter Erich Mielke, dem längsten Amtsinhaber von 1957 bis 1989, brutale Methoden zur Kontrolle der Bevölkerung in die Hand. Über 189.000 inoffizielle Mitarbeiter und mehr als 90.000 hauptamtliche Angestellte waren ein Teil dieses Überwachungssystems, welches von Errichtung von Berichten bis zu direkten Einschüchterungstaktiken reichte.
Organisation und Anmeldung
Die Teilnehmerzahl der Außengeländeführung ist begrenzt, weshalb eine telefonische Anmeldung unter (030) 18665-2711 oder per E-Mail an halle.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de erforderlich ist. Bei schlechten Wetterbedingungen wird eine alternative Führung durch das Archiv und Informationszentrum angeboten. Jeder, der mehr über die dunkle Zeit der Stasi erfahren möchte, sollte sich ein gültiges Personaldokument zur Identitätsbestätigung mitbringen.
Ein besonderes Anliegen der Veranstalter ist es, diese einst so geheime Institution einem breiten Publikum näherzubringen und aufzuzeigen, wie der Alltag unter der Überwachung und dem Misstrauen des MfS aussah. Eine Genossenschaft plant langfristig sogar die Umwandlung des Geländes in ein Demokratie- und Bildungszentrum, was den Ort noch bedeutender machen könnte. Hier könnte ein lebendiger Lern- und Gedenkort entstehen, der zum Nachdenken anregt und zukünftige Generationen informiert.
Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, um mehr über die Stasi, ihre Methoden und Geschichte zu erfahren und sich mit den Zeiten von Misstrauen und Kontrolle auseinanderzusetzen. Das Interesse an der Geschichte der DDR und ihrer Überwachungspraktiken ist zeitlos und wird durch Veranstaltungen wie diese lebendig gehalten.