Bahnchaos im Südharz: Starkregen verursacht massive Verspätungen!

Bahnchaos im Südharz: Starkregen verursacht massive Verspätungen!
Die aktuelle Wetterlage sorgt für erhebliche Störungen im Bahnverkehr in Teilen Deutschlands. Besonders sichtbar wird dies derzeit in der Gemeinde Südharz, wo starker Regen und Sturm für eine Vollsperrung der Gleise gesorgt haben. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, mussten Fahrgäste heute, am 28. August 2025, auf stark verspätete Züge zwischen Halle und Kassel warten. Schlamm und Geröll hatten die Gleise am Bahnhof Roßla blockiert, was zu massiven Einschränkungen im Personenverkehr führte.
Bereits in der Nacht sorgten Regenfälle für die Überschwemmung eines Bahnübergangs, was die Situation weiter verschärfte. Abellio-Züge waren die einzigen, die von den Verspätungen betroffen waren, unter anderem auf der Verbindung zwischen Sangerhausen und Heiligenstadt (RB57) sowie auf den Linien RE8 und RE9. Um den Reisenden eine Alternative zu bieten, wurden ab 8:30 Uhr Notbusse zwischen Sangerhausen und Nordhausen eingesetzt. Die Aufräumarbeiten am Gleis sind seit dem Morgen im Gange, unterstützt von Feuerwehr und Mitarbeitern des Abwasserzweckverbandes Südharz.
Die Auswirkungen extremer Wetterlagen
Die derzeitigen Wetterbedingungen sind kein Einzelfall. Das Extremwetter hat nicht nur diesen Bahnabschnitt, sondern auch andere Gebiete Thüringens und Sachsen-Anhalts getroffen. Umgestürzte Bäume und überflutete Straßen waren die Folge, wobei die Feuerwehr vereinzelt im Einsatz war. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wird vor starken Gewittern und weiterem Starkregen gewarnt. Die Gefahren reichen von Blitzschlägen bis zu herabstürzenden Bäumen und Aquaplaning. Verantwortlich für diese Wetterextreme ist das Tiefdruckgebiet des ehemaligen Hurrikans „Erin“, welches derzeit über Deutschland zieht.
Ein Blick auf die gesamte Situation im Bahnnetz zeigt, dass solche Unwetter zunehmend zur Regel werden. Die WDR berichtet von einer „sehr störanfälligen“ Infrastruktur der Deutschen Bahn, die bereits unter Rekordtemperaturen und heftigen Unwettern gelitten hat. Dabei kam es durch Böschungsbrände und andere Umwelteinflüsse zu erheblichen Schäden an Kabeln, Lärmschutzwänden und Oberleitungen. Interessanterweise fielen dadurch doppelt so viele Anlagen aus wie an normalen Tagen, was zeigt, wie belastend das Wetter für das Schienennetz ist.
Vorbereitung auf zukünftige Extremwetterszenarien
Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, hat die Deutsche Bahn seit den 2010er-Jahren Präventionsmaßnahmen gegen Extremwetterentwickelt. Die aktuellen Bestimmungen schreiben vor, dass entlang der Strecken eine vegetationsfreie Zone von mindestens sechs Metern eingehalten werden muss, um der Gefahr von umstürzenden Bäumen entgegenzuwirken. Zugleich gibt es auch Überlegungen zur Nutzung von KI, um die Prognosen für Boden- und Streckenbeschaffenheit zu verbessern und somit die Betriebssicherheit zu erhöhen.
Die Bahnforscherin Birgit Milius weist darauf hin, dass nicht nur in den Herbst- und Wintermonaten mit starken Stürmen zu rechnen ist. Extrem hohe Temperaturen und Trockenheit haben in der Vergangenheit bereits zu Astbrüchen geführt. Ein aktuelles Beispiel ist ein Vorfall bei Köln-Mülheim, bei dem ein gebrochener Ast, der zuvor als unauffällig galt, das Schienennetz gefährdete. Daher ist es wichtig, dass die Deutsche Bahn ihre Strategien fortlaufend überarbeitet und anpasst, um die Verkehrswende nicht zu gefährden.