Der Zaun um den Görlitzer Park: Lösung oder nur ein Strohfeuer?

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Am 25.06.2025 beginnt der Bau eines Zauns um den Görlitzer Park in Berlin zur Eindämmung von Drogenkriminalität. Proteste formieren sich.

Am 25.06.2025 beginnt der Bau eines Zauns um den Görlitzer Park in Berlin zur Eindämmung von Drogenkriminalität. Proteste formieren sich.
Am 25.06.2025 beginnt der Bau eines Zauns um den Görlitzer Park in Berlin zur Eindämmung von Drogenkriminalität. Proteste formieren sich.

Der Zaun um den Görlitzer Park: Lösung oder nur ein Strohfeuer?

In Berlin hat am 25. Juni 2025 der Bau eines Zauns rund um den Görlitzer Park begonnen. Diese umstrittene Maßnahme soll dem Drogenhandel und der Kriminalität in dieser beliebten Freizeitoase entgegenwirken. Doch die Ankündigung hat nicht nur Freude ausgelöst: Hunderte von Menschen gehen auf die Straße, um gegen den Zaun zu demonstrieren, wie Spiegel berichtet.

Besonders kritisch sieht Kolumnistin Doris Anselm die Situation. Sie äußert sich in einem Artikel mit scharfer Ironie über die Effektivität des Zauns: „Wird der Zaun tatsächlich die Dealer vertreiben?“ fragt sie provokant. Anselm thematisiert außerdem die illegalen Aktivitäten afrikanischer Händler im Park und die möglichen Abschiebungen von Betroffenen, sobald der Park für die Öffentlichkeit geschlossen wird. Ihrer Meinung nach lösen Zäune und Mauern gesellschaftliche Probleme nicht nachhaltig.

Die Hintergründe der Proteste

Die Demonstrationen gegen den Zaun sind Ausdruck einer größeren Unzufriedenheit mit der Politik in Berlin. Viele Anwohner und Unterstützer der Protestbewegung bezweifeln, dass physische Barrieren wie Zäune wirklich eine Lösung für die komplexen Herausforderungen bieten, mit denen die Stadt konfrontiert ist. Sie sehen hierin nicht nur einen Eingriff in die Freiheit der Nutzung öffentlicher Grünflächen, sondern auch eine Stigmatisierung von marginalisierten Gruppen. Die Kritiker weisen darauf hin, dass neben Drogenkriminalität auch andere gesellschaftliche Probleme, wie etwa Ladendiebstahl durch Senioren, nicht mit einem Zaun gelöst werden können.

Die Situation am Görlitzer Park steht somit nicht nur im Zeichen von Drogenhandel und Kriminalität, sondern offenbart auch tiefere gesellschaftliche Risse. Während die Einen nach effektiven Lösungen suchen, scheinen die Anderen die Idee, dass Zäune ein allumfassendes Heilmittel sind, zu hinterfragen. Ob der neue „Anti-Haschistische Schutzwall“ tatsächlich zu einer Verbesserung führen wird, bleibt abzuwarten.

In der Zwischenzeit bleibt die Frage im Raum: Wie geht Berlin mit seinen urbanen Herausforderungen um? Inforadio thematisiert ebenfalls die Ambivalenz dieser Maßnahmen und unterstreicht die ironischen Bemerkungen von Anselm über die Auswirkungen auf Partytouristen im Bezirk.