Brandenburgs Biber-Boom: Rekordzahl sorgt für neue Konflikte!
Brandenburg verzeichnet mit über 4.000 Bibern einen Rekordanstieg. Anti-Biber-Aktionen nehmen zu, während Schäden an Infrastruktur wachsen.

Brandenburgs Biber-Boom: Rekordzahl sorgt für neue Konflikte!
Was tut sich im Brandenburger Land, wenn es um unsere geflockten Freunde, die Biber, geht? Hier gibt es Neuigkeiten, die sowohl für Naturliebhaber als auch für Grundstückseigentümer von großer Bedeutung sind. Die Biberbilanz des Brandenburger Landesamtes für Umwelt zeigt in diesem Jahr eine beachtliche Zahl: Der Bestand der Biber ist auf über 4.000 Tiere angewachsen, was einen neuen Höchststand darstellt. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr, als noch etwa 3.700 Biber gezählt wurden, deutlich erhöht. Fast alle Revieren in Brandenburg sind mittlerweile besetzt, was für den Naturschutz erfreulich ist, gleichzeitig aber auch zu Spannungen führt, die nicht zu übersehen sind.
Während der Biberbestand in Brandenburg wächst, nehmen auch die Konflikte mit den Menschen zu. Im vergangenen Jahr wurden in rund 900 Fällen Biber aus ihren Burgen vertrieben – das ist über das Dreifache im Vergleich zu nur 200 Fällen im Jahr 2023. Der BUND äußerte scharfe Kritik an dieser Steigerung der Vergrämungsmaßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Oder-Hochwasser im Spätsommer 2024. Trotz strenger Schutzvorschriften ist das Vergrämen, also das Vertreiben oder im schlimmsten Fall das Schießen, von Bibern unter bestimmten Bedingungen gestattet, besonders wenn es um Schäden in geschlossenen Ortschaften geht.
Kritik und Herausforderungen
Das Landesumweltministerium hat die Herausforderungen, die das Zusammenleben mit Bibern mit sich bringt, erkannt. Dazu gehören unter anderem überflutete Flächen und Schäden an der Infrastruktur. Biber sind nicht nur Genießer der Natur, sie stellen auch eine gewisse Belastung dar, wenn sie beispielsweise Bäume in Gärten abnagen oder Dämme errichten, die Gebäude unter Wasser setzen können. Diese Konflikte führen in Brandenburg immer häufiger zu Unmut unter den Anwohnern.
Ein Beispiel für solche Konflikte findet sich im Kreis Wesel, wo Biber-Dämme Straßen unterspülen und Keller feucht machen. Rolf Ehlert, ein Bäcker und Naturschützer, berichtet von fünf Jahren ununterbrochener Auseinandersetzungen. Durch Teilnahme an Workshops zum Thema „Biber-Botschafter“ will er Lösungen für die Herausforderungen finden, die die kleinen Baumeister mit sich bringen. In Nordrhein-Westfalen haben Wasserverbände bereits einige Maßnahmen ergriffen, um Biber und Menschen einander näher zu bringen, wie das Aufgraben von Biber-Bauten oder das Sichern von Rohrleitungen.
Ein Blick auf die Ausbreitung
Die steigenden Zahlen der Biber rufen jedoch nicht nur Freude hervor – die Ausbreitung wird von vielen Brandenburg-Anwohnern nicht ohne weiteres positiv wahrgenommen. Der rasante Zuwachs der Population und die damit verbundenen Schwierigkeiten stehen im Fokus der Diskussion. Trotz der Bemühungen des Naturschutzes zeigen Anwohner oft wenig Verständnis für die Tierchen, die in ihrem Garten ein „Randproblem“ darstellen können. Robert Krischer, Umweltminister in NRW, betont die Notwendigkeit von Lösungen, die sowohl die Biber als auch die Menschen berücksichtigen.
Die Biber haben eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem, zeugen sie doch von der Gesundheit unserer Gewässer. Ihre Fähigkeit, wie kleine „Ökosystem-Manager“ die Umwelt zu gestalten, kann nachhaltig sein, doch benötigt es ein gutes Händchen, damit Mensch und Tier in Harmonie leben können. Es liegt noch viel Arbeit vor den Gemeinden Brandenburgs, um ein Gleichgewicht zu finden. rbb24 berichtet, n-tv berichtet, WDR berichtet.