Junge Ostdeutsche fliehen aus Dörfern: Der dramatische Trend in Brandenburg!

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Eine Studie zeigt, wie die Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Regionen Brandenburgs die Bevölkerung schrumpfen lässt.

Eine Studie zeigt, wie die Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Regionen Brandenburgs die Bevölkerung schrumpfen lässt.
Eine Studie zeigt, wie die Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Regionen Brandenburgs die Bevölkerung schrumpfen lässt.

Junge Ostdeutsche fliehen aus Dörfern: Der dramatische Trend in Brandenburg!

Was passiert in Brandenburg? Die ländlichen Regionen Ostdeutschlands haben derzeit mit einer signifikanten Abwanderung junger Menschen zu kämpfen. Eine neue Studie zeigt, dass zahlreiche junge Ostdeutsche ihre Heimat verlassen, um woanders berufliche Perspektiven zu finden und oft aus familiären Gründen zurückzukehren. Über 50% der seit der Wende aus Ostdeutschland Weggezogenen waren zum Zeitpunkt ihres Wegzugs unter 25 Jahre alt, wie [rbb24] berichtet.

Der Trend ist alarmierend: Junge Menschen aus Brandenburg suchen nicht nur Studien- und Ausbildungsplätze, sondern auch attraktive Arbeitsmöglichkeiten außerhalb ihrer Heimat. Laut der Studie haben 40% der Befragten angegeben, dass sie wegen ihrer Ausbildung oder ihres Studiums wegziehen. Ein weiteres bedeutendes Motiv für den Wegzug ist die Familiengründung. Viele aus der Generation Y, die zwischen 26 und 34 Jahre alt sind, kehren zurück, um in der Nähe ihrer Familie zu leben. Dennoch gibt es in vielen ländlichen Gebieten mehr Wegzüge als Rückkehrer, was zu einer fortschreitenden Schrumpfung der Bevölkerung führt.

Die Abwanderung im Detail

Ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass im Jahr 2023 netto 7.100 Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren aus den ostdeutschen Bundesländern in den Westen abwanderten ([destatis]). Seit 1991 sind es insgesamt rund 727.000 junge Menschen, die den Osten für den Westen verlassen haben. Diese Wanderungsbewegung setzt sich fort, angetrieben durch die Suche nach besseren Ausbildungsmöglichkeiten und Berufen. Für 2023 deutet sich ein neuerlich negativer Trend an: Erstmals seit 2016 wanderten mehr Menschen aus Ostdeutschland in den Westen ab als umgekehrt, mit einem Verlust von 3.000 Personen. Diese Zahlen spiegeln den anhaltenden Mangel an attraktiven Perspektiven wider.

Die Großstädte, vor allem Berlin, ziehen nach wie vor viele junge Menschen an. In ländlicheren Regionen Brandenburgs ist die Situation jedoch anders. Hier zeigen die Prognosen, dass in zehn Landkreisen und kreisfreien Städten ein Rückgang der Bevölkerung zu erwarten ist. Dies wird noch durch einen höheren Anteil älterer Menschen und die Sorge um eine zunehmende rechtsextreme Gesinnung in einigen Gebieten zusätzlich verstärkt ([tagesschau]).

Forderungen und Lösungsansätze

Um die Abwanderung zu stoppen und mehr junge Menschen zurückzuholen, haben Experten Empfehlungen ausgesprochen. Dazu zählen eine Verbesserung der Zuganbindungen, die Vernetzung von Unternehmen mit potenziellen Arbeitskräften und der Ausbau von Betreuungsangeboten für Familien. Auch Treffpunkte und Freizeitmöglichkeiten sind wichtig, um soziale Bindungen zu stärken und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu fördern.

Die Situation ist besonders bedrängend in Sachsen-Anhalt und Thüringen, die seit 1991 Nettoabwanderung erleben. Brandenburg hingegen profitiert von der Nähe zu Berlin, wo neue Jobs, wie jene durch die Ansiedlung von Tesla in Grünheide, entstehen, und die Hoffnung auf ukrainische Flüchtlinge, die sich hier niederlassen, bringt einen positiven Beigeschmack.

Die demografische Entwicklung in Ostdeutschland wird als dramatisch beschrieben. Der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter (18-64 Jahre) liegt nur bei 57,5%. Im Westen sind es 61,6%. Die Verantwortung liegt nun bei der Politik und der Gesellschaft, die Lebensbedingungen in den ländlichen Regionen zu verbessern, damit junge Menschen nicht nur wegziehen, sondern auch zurückkehren können. Der nächste Schritt ist entscheidend, um ein Abgleiten in den Teufelskreis der Abwanderung zu vermeiden.