Kunstfest Weimar begeistert: Faust X und brisante Neuheiten!
Kunstfest Weimar 2025 startet mit hochkarätigen Aufführungen und internationaler Resonanz, thematisiert Kunst, Politik und Gesellschaft.

Kunstfest Weimar begeistert: Faust X und brisante Neuheiten!
Das Kunstfest Weimar hat am vergangenen Wochenende mit einer bemerkenswerten Resonanz gestartet. Das Festival wird als größtes Forum für zeitgenössische Kunst in Ostdeutschland gefeiert und läuft bis zum 7. September. Diese Edition steht unter dem Motto „Mutig leben“, welches die gesellschaftlichen Herausforderungen und die Rolle der Kunst in der Gegenwart thematisiert. Rolf C. Hemke, der künstlerische Leiter des Festivals, zeigte sich erfreut über die hohen Besucherzahlen, die bereits zum Auftakt erzielt wurden. Besonders die Schauspielproduktion «Faust X» erfreute sich großer Beliebtheit, wobei einige Restkarten noch für interessierte Zuschauer verfügbar sind. nmz.de berichtet, dass auch taiwanesische Zirkus-Shows stark nachgefragt werden.
Im Jahr 2025 wird zudem der 250. Jahrestag von Goethes Ankunft in Weimar gefeiert. Anlass genug für das Kunstfest, die beiden Teile von Goethes Meisterwerk „Faust“ in den Mittelpunkt zu rücken. Die Uraufführung von „Faust X“, inszeniert von dem südafrikanischen Regisseur Brett Bailey, richtet sich dabei an ein Publikum ab 12 Jahren und bietet eine spannende Neuinterpretation. Diese Adaptation trägt dem globalen Zeitgeist Rechnung und erforscht Themen wie die Einmischung in den wirtschaftlichen Einfluss des globalen Südens und den unstillbaren menschlichen Ehrgeiz. Ziel ist es, die Fragen der aktuellen Zeit aufzuwerfen – ganz im Geiste Goethes. Die Inszenierung wird von einer Gruppe maskierter südafrikanischer Performer:innen ausgetragen, was die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt. Wie kunstfest-weimar.de erklärt, setzt die Handlung dort an, wo „Faust I“ endet und beleuchtet die Gier, die den Charakter Dr. Faust antreibt.
Vielfältiges Programm und zentrale Themen
Das Kunstfest Weimar wartet mit einer beeindruckenden Palette an Veranstaltungen auf. Neben der bereits erwähnten Uraufführung von „Faust X“ findet am kommenden Dienstag auch die Premiere der Doku-Oper „Ganz unten“ statt, die auf Günter Wallraffs Bestseller basiert und Rassismus sowie Diskriminierung in der deutschen Arbeitswelt aus der Perspektive eines türkischen Leiharbeiters thematisiert. Diese Oper wird als eine wichtige Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen verstanden und ergänzt das Angebot des Festivals. insuedthueringen.de hebt hervor, dass es insgesamt 23 Ur- und Erstaufführungen sowie 46 verschiedene Projekte gibt, die während der Festivalzeit präsentiert werden.
Die Eröffnung des Festivals fand in einem historischen Rahmen statt. Mit einer eindrucksvollen Tanz-Performance und Videoinstallationen begannen die vierzehn Tage der Kunst. In einem der bedeutendsten Orte der Stadt, dem ehemaligen Gauforum, wurde die Bedeutung der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus durch verschiedene Beiträge unterstrichen. Felix Klein, der Beauftragte für den Kampf gegen Antisemitismus, bekräftigte die Notwendigkeit solcher künstlerischen Reflexionen. Darüber hinaus hatte an diesem Wochenende ein Gespräch zwischen Omri Boehm und Jens-Christian Wagner aufgrund einer Erkrankung Boehms nicht stattfinden können. Das Gespräch war ursprünglich als Ersatz für seine Rede zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwalds gedacht und wurde von der israelischen Botschaft in Berlin aufgrund von Boehms kritischen Äußerungen zur israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in den Fokus gerückt.
Das Kunstfest Weimar hat es somit geschafft, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Die breiten Themenfelder und die engagierten Künstler:innen, die hier zusammenkommen, laden dazu ein, über die Rolle der Kunst in unserer Gesellschaft nachzudenken. Es bleibt abzuwarten, wie der Rest des Festivals, das unter der Leitung von Hemke in seine letzte Ausgabe geht, sich entwickeln wird.