Kontroverser Windkraftplan auf dem Prüfstand: Rheinsberg wehrt sich!

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Geplante Windkraftanlage nördlich von Rheinsberg sorgt für Diskussionen: Bürgermeister äußert Bedenken, Frist für Einwände bis 21. November.

Geplante Windkraftanlage nördlich von Rheinsberg sorgt für Diskussionen: Bürgermeister äußert Bedenken, Frist für Einwände bis 21. November.
Geplante Windkraftanlage nördlich von Rheinsberg sorgt für Diskussionen: Bürgermeister äußert Bedenken, Frist für Einwände bis 21. November.

Kontroverser Windkraftplan auf dem Prüfstand: Rheinsberg wehrt sich!

Im nördlichen Rheinsberg, direkt bei Dorf Zechlin, steht ein spannendes Projekt ins Haus, das viele Gemüter bewegen könnte. Berliner Gasag hat beim Landesumweltamt Brandenburg einen Antrag für die Errichtung von sechs Windrädern eingereicht, die jeweils stolze 200 Meter in den Himmel ragen sollen. Dies ist umso kontroverser, da das Areal bisher nicht als Windeignungsgebiet ausgewiesen ist und sich in der Nähe des staatlich anerkannten Erholungsorts Flecken Zechlin sowie dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land befindet. Der Bürgermeister von Rheinsberg, Frank-Rudi Schwochow (BVB-Freie Wähler), äußert bereits Bedenken gegenüber dem Vorhaben und weist auf mögliche negative Auswirkungen auf die Landschaft und den Tourismus hin. Laut maz-online.de ist auch eine Veränderungssperre für den Bebauungsplan „Erholungswald Zechlin“ beschlossen worden, um dem Projekt vorerst einen Riegel vorzuschieben.

Trotz der Bedenken gibt es auch Gründe für Optimismus. So prognostiziert Gasag, dass die Windkraftanlage jährlich etwa 64.000 Megawattstunden Strom produzieren könnte. Der finanzielle Nutzen für Rheinsberg und Wittstock (Dosse) beläuft sich auf etwa 60.000 Euro pro Jahr, wovon 10.000 Euro je Windrad zu erwarten sind. Zusätzlich sind weitere 128.000 Euro für den eingespeisten Strom eingeplant. Für die Anwohner in Wallitz, Kagar, Dorf Zechlin und Flecken Zechlin winkt ein Strombonus von 200 Euro jährlich. Es kann also durchaus sein, dass sich die Windräder langfristig auch positiv auf die Gemeindekassen auswirken.

Pro und Contra Windkraftanlagen

Gleichzeitig stellen sich viele die Frage, wie Windkraftanlagen touristisch wahrgenommen werden. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov empfinden 43% der Befragten Windräder neutral, 30% sogar positiv. Ein kleinerer Teil von 20% hat eine ablehnende Haltung gegenüber dem Aussehen der Anlagen. In Schleswig-Holstein zeigen Untersuchungen, dass 65% der Urlauber Windkraftanlagen als Landschaftsmerkmal akzeptieren. Lediglich 6% gaben an, von ihnen gestört zu werden; nur 1 bis 2% erwägen, wegen der Windräder ein Reiseziel zu meiden. enbw.com hebt hervor, dass negative Auswirkungen auf den Tourismus in einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern vorhanden sein können, diese jedoch durch die steigende touristische Nachfrage ausgeglichen werden.

Der Antrag der Gasag könnte also nicht nur finanzielle Impulse setzen, sondern auch zeigen, dass das Thema Windkraft und Umweltschutz in der Region einen Platz haben kann. Die Einwände gegen das Projekt müssen bis zum 21. November beim Landesumweltamt eingereicht werden. Gasag behält sich außerdem vor, gegen die Veränderungssperre Klage einzureichen, falls sie nicht die gewünschten Genehmigungen erhalten. Sollte alles planmäßig verlaufen, könnten die Windräder bereits 2027 gebaut und 2028 in Betrieb genommen werden.