Teure Pleite für Potsdam: Planung fürs Haus der Demokratie gestoppt!
Die Stadt Potsdam stoppt die Pläne für ein „Haus der Demokratie“ nach hohen Kosten von über 242.000 Euro für die Planung.

Teure Pleite für Potsdam: Planung fürs Haus der Demokratie gestoppt!
In Potsdam schlägt die Planung für ein „Haus der Demokratie“ hohe Wellen – oder besser gesagt, sie wird gestoppt. Auf dem Gelände der Garnisonkirche sind die tiefgreifenden Überlegungen zur Errichtung eines solchen Hauses im Sand der finanziellen Realitäten verlaufen. Der Stopp der Pläne hat der Stadt bereits ein Loch von 242.758,69 Euro in die Kasse gerissen, wie Tagesspiegel berichtet. Dabei war der größte Brocken, der die Ausgaben rapide ansteigen ließ, die beauftragte Machbarkeitsstudie, die satte 83.300 Euro kostete.
Aber auch andere Faktoren haben zu den hohen Ausgaben beigetragen. So summierten sich die Kosten für Rechtsgutachten auf 38.754,01 Euro und die rechtliche Einordnung kostete weitere 9.520 Euro. Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf der Sanierung des Rechenzentrums – hier beliefen sich die Gutachten zu den Kosten auf 30.940 Euro und die Gefahr- und Schadstoffanalyse auf 28.604,63 Euro. Die verkehrstechnische Untersuchung schlug mit weiteren 15.940,05 Euro zu Buche, während der Ideenworkshop, der innovative Lösungskonzepte erarbeiten sollte, 35.700 Euro kostete.
Ein ehrgeiziges Vorhaben
Die Idee für das „Haus der Demokratie“ war einst von Ex-Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) initiiert worden. Geplant war der Neubau eines Plenarsaals auf dem Grundstück des Kirchenschiffs, gleichzeitig sollte das Kreativhaus Rechenzentrum erhalten bleiben. Im Jahr 2022 beschlossen die Stadtverordneten eine Machbarkeitsstudie für 500.000 Euro, um das Projekt voranzutreiben. Doch 2025 kam das Aus: Die Garnisonkirchenstiftung zog sich zurück und die Stadtverordneten hoben im Juli 2023 den Beschluss auf, was die Weiternutzung des Rechenzentrums forderte.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Anwohner und Bürger hatten Bedenken geäußert, und das angestrebte Projekt erfuhr immer wieder Rückschläge in der öffentlichen Meinung. Das Resultat: eine kumulierte Kostenexplosion ohne greifbare Erfolge.
Wirtschaftliche Einbußen oder unkluge Ausgaben?
Die städtischen Ausgaben werfen nun Fragen auf, als würde man darüber diskutieren, wer im Fußball die Tore erzielt, während die eigene Mannschaft keine Punkte holt. So stellt sich die Frage, wie es mit den finanziellen Ressourcen in Potsdam weitergeht, nachdem so viel Geld in ein Projekt geflossen ist, das kaum Aussicht auf Erfolg hatte. Die Stadt steht vor der Herausforderung, Projekte zu entwickeln, die sowohl finanzierbar als auch zukunftsträchtig sind.
Ähnlich wie im Sport, wo Athleten mit der richtigen Strategie und Teamarbeit erfolgreich sind, braucht auch die Stadtleitung einen klaren Plan. Ob es hier noch eine Rückkehr zum Schreibtisch gibt und neue Lösungen für Bürgerbeteiligung und demokratische Gestaltung gefunden werden können, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall kann man sagen, dass Potsdam an dieser Stelle ein neues Kapitel aufschlagen muss, um den Bürgerinnen und Bürgern Vertrauen in zukünftige Vorhaben zu geben.