Kitas im Landkreis Prignitz vor dem Aus: Widerstand regt sich!

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Der Landkreis Prignitz berichtet über einen signifikanten Geburtenrückgang und Vorschläge zur Schließung von Kitas bis 2030.

Der Landkreis Prignitz berichtet über einen signifikanten Geburtenrückgang und Vorschläge zur Schließung von Kitas bis 2030.
Der Landkreis Prignitz berichtet über einen signifikanten Geburtenrückgang und Vorschläge zur Schließung von Kitas bis 2030.

Kitas im Landkreis Prignitz vor dem Aus: Widerstand regt sich!

In den letzten Tagen sorgt eine bedeutende Prognose zur Kinderbetreuung im Landkreis Prignitz für Diskussionen. Der Landkreis verzeichnet einen deutschlandweiten Geburtenrückgang, der besorgniserregende Ausmaße annimmt. Laut Nordkurier wird es zwischen 2024 und 2030 zu einem Rückgang der Kinderzahlen im betreuungsrelevanten Alter (1 bis unter 11 Jahre) um fast 13% kommen. Insgesamt werden bis 2030 rund 757 Kinder weniger in Kitas oder Horten betreut werden müssen.

Die aktuelle Situation zeigt, dass es im Landkreis Prignitz, Stand 1. Juni 2025, fast 6000 Betreuungsplätze gibt. Doch diese Zahl könnte schon bald auf unter 5000 fallen. Besonders betroffen sind die unter dreijährigen Kinder, deren Zahlen im gleichen Zeitraum von 971 auf knapp über 800 sinken könnten. Dies ist eine deutliche Herausforderung für die regionalen Kitas, die nun auf die veränderten Gegebenheiten reagieren müssen.

Spezifische Maßnahmen und Veränderungen

Die Prognosen bestimmen die Strategien des Landkreises. Vorschläge zur Schließung von drei Kitas wurden bereits auf den Tisch gelegt, darunter die Kita „Flitzpiepen“ in Pirow, die ab 2029 schließen könnte. Die Kita „Demerthiner Rübchen“ in Gumtow hingegen soll ab 2027 Kinder der Kita „Dorfspatzen“ aufnehmen. In Gumtow hat man zudem auf die sinkenden Kinderzahlen reagiert: Die Kita in Demerthin wird ab August 2024 als Hort genutzt.

Obwohl die Schließung einiger Kitas angedacht ist, plant der Landkreis in anderen Regionen keine Maßnahmen gegen bestehende Einrichtungen in Pirow und Weisen. Hier schwanken die Geburtenzahlen stark, weshalb die Kita „Flitzpiepen“ vorerst geöffnet bleibt. Zudem gibt es Überlegungen zur Modernisierung der Kita in Weisen, sobald die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Aktuell sind dort 24 von 40 Plätzen belegt.

Die Gründe für den Rückgang

Hinter diesen Zahlen stehen einige grundlegende Veränderungen in der Bevölkerung: Der „Wendeknick“, also die geburtenschwachen Jahrgänge nach 1990, drängt nun ins gebärfähige Alter. Experten prognostizieren, dass die Geburten im Landkreis von 418 im Jahr 2024 bis auf etwa 340 im Jahr 2035 zurückgehen werden, was einem Minus von fast 20% entspricht. Es ist eine Entwicklung, die nicht nur den Landkreis Prignitz betrifft, sondern in vielen Regionen Deutschlands bemerkt wird.

Ein interessanter Aspekt ist jedoch der Flüchtlingszuzug, besonders in Wittenberge, wo ein Anstieg der Kinderzahlen verzeichnet wird. Dieses Phänomen führt zu einem wachsenden Bedarf an Hortplätzen bis 2030. Im Amt Meyenburg wird ebenfalls ein Anstieg in der Altersgruppe der Kita-Kinder erwartet, was möglicherweise dazu beitragen kann, die negative Bilanz in anderen Regionen zumindest teilweise auszugleichen.

In diesen unsicheren Zeiten, in denen das Leben in vielen Städten und Landkreisen von plötzlichen Veränderungen geprägt ist, bleibt es spannend, wie die Verantwortlichen die Herausforderungen der Kinderbetreuung meistern werden. Der Bedarf an Betreuungsplätzen steht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und ist ein Thema, das viele Familien direkt betrifft.