Urlauber in Rügen: Gefährliche Begegnungen mit Kreuzottern!

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Ranger Steffen Krüger beobachtet Kreuzottern auf Rügen. Aufklärung über Naturschutz und Umgang mit Tieren im Fokus.

Ranger Steffen Krüger beobachtet Kreuzottern auf Rügen. Aufklärung über Naturschutz und Umgang mit Tieren im Fokus.
Ranger Steffen Krüger beobachtet Kreuzottern auf Rügen. Aufklärung über Naturschutz und Umgang mit Tieren im Fokus.

Urlauber in Rügen: Gefährliche Begegnungen mit Kreuzottern!

Urlauber an der Ostsee bringen nicht nur die Sonne mit, sondern häufig auch so manches Unheil für die heimische Tierwelt. So wird die Kreuzotter, Deutschlands einzige Giftschlange, durch den wachsenden Tourismus in ihrer Heimat auf Rügen immer mehr gestresst. Steffen Krüger, Ranger im Biosphärengebiet Südost Rügen, schildert, dass er kürzlich zwei Kreuzottern beim Balzen und Paaren beobachtete – ein echter Glücksfall, schließlich ziehen sich diese Tiere normalerweise in undurchdringliches Unterholz zurück. Ihre Lebensräume jedoch verschwinden zusehends, was zusätzliche Risiken birgt. Laut Nordkurier sind Kreuzottern stark gefährdet und stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten.

Jährlich zieht die malerische Insel über 1,2 Millionen Touristen an. Während viele die Natur genießen, kommt es häufig zu unerwünschten Begegnungen mit den Schlangen. Im vergangenen Jahr gab es fünf dokumentierte Fälle, in denen Hunde von Kreuzottern gebissen wurden. Steffen Krüger betont, dass der Mensch hier die Schlüsselrolle spielt: „Es geht um Aufklärung und um das Verständnis für die Tierwelt“, sagt er. Eine Leinenpflicht für Hunde ist daher unumgänglich, um solche Vorfälle zu vermeiden und die Tiere zu schützen.

Die Kreuzotter und ihre Eigenschaften

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist nicht nur die einzige Schlangenart, die nördlich des Polarkreises vorkommt, sondern auch diejenige mit dem größten Verbreitungsgebiet innerhalb der Vipernfamilie. Diese schlauen Jäger sind tagaktiv, leben in feuchten Wäldern und ernähren sich von Kleinsäugern sowie Eidechsen. Mit einer Durchschnittslänge von 50 bis 70 cm, können sie bis zu 90 cm lang werden. Die Weibchen sind in der Regel schwerer und länger als die Männchen und zeichnen sich durch ein markantes dunkles Zickzack-Muster auf dem Rücken aus. Das macht sie nicht nur schön, sondern auch einzigartig in der heimischen Fauna.

Doch die Herausforderungen sind zahlreich. Lebensraumverlust und die Zerschneidung von Populationen sind die größten Gefahren, die der Kreuzotter aktuell drohen. Dies bringt die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde dazu, die Kreuzotter zum Reptil des Jahres 2024 zu küren, um Akzeptanz und Schutz dieser faszinierenden Tiere zu fördern. Mit einem IUCN-Status von „Least Concern“ ist die Art zwar nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht, aber in Deutschland fällt ihr Schutz unter die Kategorie „stark gefährdet“.

Die Menschen und ihre Rolle im Naturschutz

Krüger beobachtet mit Bedauern, dass viele Urlauber das Biosphärengebiet als „Outdoor-Toilette“ benutzen, was dem empfindlichen Ökosystem ernsthaft schadet. „Störungen führen zu Energieverlust bei den Tieren, besonders nach der Winterstarre“, erklärt er weiter. Mit seinem Aufklärungsansatz will er den Touristen die Augen öffnen und sie für die Notwendigkeit des Naturschutzes sensibilisieren. Die Fragen, die er bei Führungen stellt, zeigen, dass er kein Verbot aussprechen möchte, sondern Verständnis für die Natur anregen will.

In einem anderen Kontext sorgt die Kreuzotter auch in der Modewelt für Aufsehen. Die Firma Novritsch aus Wien hat ein Kreuzotter-Camouflage-Muster entwickelt, das für militärische und Freizeitbekleidung gedacht ist. Man wollte ein einzigartiges Muster schaffen, das speziell für den Airsoft-Markt entwickelt wurde. Dieses Muster nutzt Elemente aus der Natur wie braune Tigerstreifen und grüne Kanäle, um sich in Mischwäldern bestmöglich zu tarnen. Auch wenn es nichts mit dem Schutz der echten Kreuzotter zu tun hat, zeigt es doch, wie diese Schlangen inspirierend wirken können – in vielerlei Hinsicht.