Traum vom Gasthaus geplatzt: Uckermärker kämpfen gegen Krisen!

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Zwei Unternehmer aus der Uckermark kämpfen darum, ihr renoviertes Gasthaus trotz Krisen und bürokratischer Hürden zu erhalten.

Zwei Unternehmer aus der Uckermark kämpfen darum, ihr renoviertes Gasthaus trotz Krisen und bürokratischer Hürden zu erhalten.
Zwei Unternehmer aus der Uckermark kämpfen darum, ihr renoviertes Gasthaus trotz Krisen und bürokratischer Hürden zu erhalten.

Traum vom Gasthaus geplatzt: Uckermärker kämpfen gegen Krisen!

Die Gastronomie hat in ländlichen Regionen einen hohen Stellenwert – das merkt man nicht nur im Alltag, sondern auch an den Schicksalen, die damit verbunden sind. Joachim Gyimes und Thomas Perkuhn haben sich mit einem ganz besonderen Traum in der Uckermark auseinandergesetzt: dem Traum vom eigenen Gasthaus. Nachdem sie nach zwei Schlaganfällen bei Daimler ausstiegen und den Plan „Leben am Meer“ verworfen hatten, entschieden sie sich, eine neue Reise zu beginnen. Sie verkauften ihr Zweifamilienhaus und entdeckten ein denkmalgeschütztes Gasthaus, das sie mit viel Elan renovierten.

Die ersten Schritte waren nicht einfach. 18 Monate lebten Gyimes und Perkuhn in einem Wohnmobil vor dem Gasthaus, während sie die Renovierungsarbeiten vorantrieben. Doch schließlich öffnete das Gasthaus, und das Konzept fand Anklang bei den Gästen. Doch alle Bemühungen standen bald vor großen Herausforderungen. Während die COVID-19-Pandemie überstanden wurde, ließ der Ukrainekrieg die Kosten für Kühlgeräte, Reinigung und Lebensmittel dramatisch ansteigen. Allein die Lebensmittelpreise verdoppelten sich und trugen zur Verminderung der Kaufkraft ihrer Gäste bei. Zudem sorgten mangelnde Infrastruktur und bürokratische Hürden dafür, dass der Betrieb spürbar erschwert wurde.

Eintrübung der Gastronomie

Aktuell ist das Gasthaus geschlossen. Gelegentlich werden noch einige Räume vermietet, doch Gyimes und Perkuhn sind auf der Suche nach jemandem, der ihre Vision weiterführt. Dies ist keine alleinstehende Geschichte. Laut dem Hessischen Heimatministerium ist die Gastronomie zentral für das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum und schafft wichtige Begegnungsorte. Heimatminister Ingmar Jung betont die Relevanz von Gasthäusern für die Lebensqualität und die regionale Kultur. Doch viele kleine Gastronomiebetriebe sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Hessische Heimatministerium ein Sonderprogramm zur Unterstützung der Gastronomie ins Leben gerufen. Ab dem 10. Juni 2025 können Gastronomiebetriebe Förderungen für Investitionen beantragen. Ziel dieses Programms ist es, den Zusammenhalt in ländlichen Regionen zu stärken und finanzielle Hilfe anzubieten. Gefördert werden unter anderem bauliche Investitionen, langlebige Investitionsgüter sowie moderne elektronische Systeme.

Die Details der Förderung

Die Förderquote beträgt in der Regel 45 Prozent, maximal können bis zu 200.000 Euro beantragt werden. Antragsberechtigt sind Betriebe mit bis zu 49 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 10 Millionen Euro. Dabei muss die Mindestinvestitionssumme 15.000 Euro betragen. Anträge können über das Online-Antragsportal der WIBank gestellt werden. Jedoch besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung, und weitere Informationen sind auf der Website der WIBank verfügbar.

Die Gastronomie im ländlichen Raum ist also nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Anker. Angesichts der Herausforderungen, die Gastronomie im ländlichen Raum meistern muss, werden solche Unterstützungsprogramme immer wichtiger, um Traditionen zu wahren und neuen Schwung in das lokale Leben zu bringen. Die Geschichte von Gyimes und Perkuhn könnte so zum Wendepunkt für viele ähnliche Geschichten werden, die noch im Schatten der Bürokratie und steigenden Kosten stehen.