Deutschland auf Platz 14: Digitalisierung holt auf, doch viele Hürden!

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Deutschland steigt im Bitkom-DESI-Index auf Platz 14 der EU. Digitale Fortschritte und Herausforderungen in der Verwaltung.

Deutschland steigt im Bitkom-DESI-Index auf Platz 14 der EU. Digitale Fortschritte und Herausforderungen in der Verwaltung.
Deutschland steigt im Bitkom-DESI-Index auf Platz 14 der EU. Digitale Fortschritte und Herausforderungen in der Verwaltung.

Deutschland auf Platz 14: Digitalisierung holt auf, doch viele Hürden!

In der digitalen Arena hat Deutschland einen kleinen, aber spürbaren Fortschritt gemacht. Laut der aktuellen Auswertung des Bitkom-DESI-Index belegt das Land unter den 27 EU-Mitgliedstaaten nun den 14. Platz, was einen Aufstieg um zwei Ränge im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Im Jahr 2021 und 2022 konnte Deutschland sogar Plätze 12 und 13 erreichen. Der Bitkom berichtet, dass diese Rankings auf einem umfassenden Vergleich des Digitalisierungsfortschritts innerhalb der EU basieren.

Zum Vergleich: An der Spitze des Rankings thront Finnland, gefolgt von Dänemark, den Niederlanden, Malta und Schweden. Am anderen Ende der Tabelle stehen Bulgarien, Griechenland und Rumänien. Diese Daten stammen aus den umfassenden DESI-Berichten, die die Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten im digitalen Bereich überwachen. Neben den allgemeinen Rankings beleuchtet der Index auch spezifische Bereiche, in denen Deutschland unterschiedliche Platzierungen erreicht hat.

Starkes Ranking in Teilbereichen

Im Segment der digitalen Wirtschaft positioniert sich Deutschland auf Platz 8 und kann auch in der Netzqualität (Rang 9) überzeugen. Dennoch gibt es auch Herausforderungen: Bei den digitalen Kompetenzen rangiert Deutschland nur auf Platz 15, wobei lediglich 20% der Bevölkerung als überdurchschnittlich kompetent in Informations- und Kommunikationstechnologien gelten. Hier bedarf es dringend einer Aufholjagd, um die digitale Transformation von Unternehmen, in der Deutschland ebenfalls Platz 8 erreicht hat, weiter voranzutreiben.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die digitale Verwaltung, wo Deutschland nur auf den 21. Rang fällt. Dies könnte man als etwas besorgniserregend ansehen, denn nur 38% der relevanten Formulare sind vorausgefüllt, während der EU-Durchschnitt bei 71% liegt. Die Nutzung digitaler Verwaltungsdienstleistungen stagniert bei 64%, was über 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt liegt. Hier fordert der Bitkom von der Bundesregierung einen klaren Fahrplan zur Verbesserung.

Der digitale Fahrplan für die Zukunft

Um die Digitalisierung im Land voranzutreiben, fordert der Bitkom unter anderem eine Entbürokratisierung der Prozesse, die Anregung von Investitionen sowie die Reduktion der Energiekosten für die Digitalwirtschaft. Ein besonders prägnanter Vorschlag ist die Abschaffung der Schriftformerfordernisse sowie die gesetzliche Verankerung des Once-Only-Prinzips, um bürokratische Hürden abzubauen und den Bürger:innen den Zugang zu digitalen Dienstleistungen zu erleichtern.

Im Bereich der digitalen Infrastruktur punktet Deutschland immerhin mit einer Abdeckung von 99% der Haushalte durch 5G und einem Zugang von 78% zu Gigabit-Anschlüssen. Allerdings ist hier auch noch Luft nach oben, denn nur 6% der Bevölkerung nutzt diese schnellen Anschlüsse. Die Investitionen in die digitale Infrastruktur scheinen sich also auszuzahlen, doch wie der DESI-Index zeigt, bleibt viel zu tun.

Die COVID-19-Pandemie hat zumindest gezeigt, dass die Länder ihre Digitalisierungsanstrengungen erheblich beschleunigen konnten. Nach dem Krisenmodus müssen diese Bemühungen nun in nachhaltige Fortschritte umgesetzt werden. Zudem hat die EU 127 Milliarden Euro für digitale Reformen bereitgestellt, wovon ein Großteil in nationale Aufbau- und Resilienzpläne fließen soll. Im Durchschnitt haben Mitgliedstaaten 26% ihrer Mittel für den digitalen Wandel bereitgestellt, darunter auch Deutschland sowie einige andere Innovationsländer wie Österreich und Luxemburg.

Abschließend lässt sich sagen, dass Deutschland zwar auf dem richtigen Weg ist und in einigen Bereichen beachtliche Fortschritte gemacht hat, aber auch noch vor großen Herausforderungen steht. Das Ziel bleibt klar: die Digitalisierung muss beschleunigt und für alle zugänglicher gemacht werden, damit Deutschland im europäischen Vergleich nicht ins Hintertreffen gerät.