Kampf um soziale Zukunft: Diakonie fordert Investitionen statt Kürzungen!
Bundesregierung beschließt Haushaltsentwurf 2025; Diakonie Deutschland fordert mehr Investitionen in soziale Infrastruktur und Sicherheit.

Kampf um soziale Zukunft: Diakonie fordert Investitionen statt Kürzungen!
In den letzten Tagen hat die Bundesregierung den Haushaltsentwurf für 2025 sowie die Eckwerte für das Jahr 2026 beschlossen. Doch der Vorschlag bleibt für viele eine Enttäuschung. Die Diakonie Deutschland äußert massive Kritik an dem Entwurf: Die Freie Wohlfahrtspflege wird nicht ausreichend berücksichtigt und dringende soziale Herausforderungen bleiben unberücksichtigt. So ist man der Meinung, dass ein zukunftsfähiges System für soziale und gesundheitliche Infrastruktur unverzichtbar ist, um beispielsweise Armutsbekämpfung, die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen sowie die Pflege älterer und kranker Menschen zu gewährleisten. Auch die Integration von Geflüchteten und ein sozial-gerechter Klimaschutz müssen verstärkt in den Fokus rücken, wie Diakonie Deutschland berichtet.
Rüdiger Schuch, der Präsident der Diakonie Deutschland, betont die Notwendigkeit von signifikanten Investitionen in die soziale Infrastruktur sowie in soziale Sicherheit. Er verweist auf die mehr als zwei Millionen Beschäftigten in der gemeinnützigen Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die auf eine angemessene finanzielle Ausstattung angewiesen sind. Umso bedenklicher erscheint die geplante Kürzung in sozialen Bereichen, die laut Schuch nicht nur ökonomisch, sondern auch sozial enorme Folgen nach sich ziehen wird.
Dringender Investitionsbedarf in der Freien Wohlfahrtspflege
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) findet sich in einer ähnlichen Position und fordert mehr Investitionen in die soziale Infrastruktur. Der Entwurf, der im Deutschen Bundestag diskutiert wird, sieht Kürzungen in verschiedenen Bereichen vor, darunter Hilfen für Langzeitarbeitslose und Integrationskurse. Besonders alarmierend ist die geplante drastische Kürzung des Bundesförderprogramms für die psychosoziale Betreuung und Beratung von Geflüchteten, die von 13 Millionen Euro auf nur 7 Millionen Euro sinken soll, fast eine Halbierung. Die BAGFW hebt hervor, dass bereits im Sommer eine Umfrage unter über 8.000 Organisationen ergeben hat, dass 63,8% von ihnen Angebote und Leistungen einschränken mussten. 14,7% mussten gar komplette Angebote einstellen und mehr als 75% der Befragten befürchten, ihre Dienstleistungen auch 2025 weiterhin zurückfahren zu müssen.
Michael Groß, der Präsident der BAGFW, hebt die Dringlichkeit an, in soziale Einrichtungen zu investieren. Unterstützt wird er von Dr. Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband, der mehr Mittel für Beschäftigungsförderung und Integrationshilfen fordert. Gerda Hasselfeldt vom Deutschen Roten Kreuz warnt eindringlich vor den negativen Folgen, die ausbleibende Investitionen auf die sozialen Angebote haben können. Auch Abraham Lehrer von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland betont die ernsthaften langfristigen Folgen fehlender Unterstützung für besonders verletzliche Gruppen.
Der Weg zu einer modernen sozialen Infrastruktur
Die Notwendigkeit von Investitionen wird auch von Eva Welskop-Deffaa vom Deutschen Caritasverband hervorgehoben, die digitale Innovationen im Sozialbereich anmahnt. Rüdiger Schuch und seine Kollegen sind sich einig: Ein sozial-gerechter und chancengleich gestalteter Umbau der Wirtschaft ist unerlässlich. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, wie beispielsweise Klimaanpassungen und die Digitalisierung, müssen mit gezielten Investitionen angegangen werden. Durch den gezielten Umbau will man nicht nur die soziale Sicherheit erhöhen, sondern auch die Wirtschaft stärken.
Ein Appell an die Bundesregierung ist klar: Um die soziale Infrastruktur für die Zukunft zu sichern, benötigt es nicht nur eine politische Ankündigung, sondern die Bereitschaft, konkrete finanzielle Mittel bereitzustellen. Ansonsten wird das soziale Netzwerk, auf das viele Bürgerinnen und Bürger angewiesen sind, stark gefährdet.