Grüner Wasserstoff aus Schweinegülle: MV-Projekt in der Kritik!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Mecklenburg-Vorpommern diskutiert die Ergebnisse einer Brasilienreise zur Förderung erneuerbarer Energien und grünen Wasserstoffs.

Mecklenburg-Vorpommern diskutiert die Ergebnisse einer Brasilienreise zur Förderung erneuerbarer Energien und grünen Wasserstoffs.
Mecklenburg-Vorpommern diskutiert die Ergebnisse einer Brasilienreise zur Förderung erneuerbarer Energien und grünen Wasserstoffs.

Grüner Wasserstoff aus Schweinegülle: MV-Projekt in der Kritik!

Fast drei Jahre nach einer Delegationsreise aus Mecklenburg-Vorpommern nach Brasilien sind die Ergebnisse dieser Reise nun erneut unter die Lupe genommen worden. Die größte Oppositionsfraktion im Landtag, die AfD, hat bezüglich der Fortschritte des Projekts eine Kleine Anfrage an die Landesregierung eingereicht. Dabei geht es insbesondere um eine Kooperation, die das Ziel hat, Schweinegülle in grünen Wasserstoff umzuwandeln.

Die Landesregierung, unter der Führung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), erklärte, dass die Reise ursprünglich für Unternehmen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und Umwelttechnik gedacht war. Der Zweck war es, als „Türöffner“ zu den Regionalregierungen der brasilianischen Bundesstaaten zu agieren. In diesem Kontext wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, der Mele Energietechnik GmbH und zwei Landwirtschaftsgenossenschaften aus Paraná unterzeichnet. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, innovative Lösungen für die Energiewende zu entwickeln.

Politische Debatte um Fortschritt und Finanzierung

Die AfD hat nun Kritik geübt, insbesondere durch ihren wirtschaftspolitischen Sprecher Martin Schmidt. Er bemängelte, dass die Landesregierung den Fortschritt des Projekts nicht ausreichend nachverfolgt und ein Bewusstsein für etwaige Schwierigkeiten fehlt. Die Landesregierung wies daraufhin betont darauf hin, dass sie nicht direkt an den unternehmerischen Vorhaben beteiligt sei und keine eigenen Erkenntnisse dazu besitze. Dennoch befindet sich das Projekt laut der Regierung in einer Realisierungsphase, während das Unternehmen mit Investoren und der brasilianischen Regierung über mögliche Erweiterungen verhandelt.

Schmidt äußerte außerdem Unzufriedenheit über das Fehlen spezifischer Mittel im Doppelhaushalt 2026/2027, die zur Förderung des Projekts bereitgestellt werden sollten. Die AfD verlangt von der Landesregierung, im Wirtschaftsausschuss Rechenschaft über die Erfolge und Misserfolge ihrer Außenwirtschaftstätigkeiten abzulegen. Die Landesregierung verteidigt ihre Reiseaktivitäten und betont die enge Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern in Mecklenburg-Vorpommern, da Brasilien nach wie vor als wichtiges außenwirtschaftliches Ziel gilt.

Die Weichen für die Zukunft stellen

Der Brasilien-Besuch von Ministerpräsidentin Schwesig im Rahmen ihrer Bundesratspräsidentschaft 2024 soll dabei helfen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu diesem aufstrebenden Markt zu vertiefen. Nach der Delegationsreise wurde ein Brasilien-Netzwerk gegründet, das Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern zusammenbringt und unter der Federführung der IHK Neubrandenburg agiert. Dies wird die zukünftige Zusammenarbeit mit Brasilien weiter stärken und die Möglichkeit bieten, innovative Projekte aus der Region voranzutreiben.

In einer Zeit, in der nachhaltige Energielösungen hoch im Kurs stehen, stellt der Umgang mit Ressourcenschonung und Abfallverwertung durch das Projekt eine spannende Perspektive dar. Die Verwandlung von Schweinegülle in grünen Wasserstoff könnte nicht nur zur Energieversorgung beitragen, sondern auch ökologische Vorteile mit sich bringen. Das Vorhaben weckt die Hoffnung auf eine zukunftsfähige Wirtschaft, die sowohl lokal als auch international vernetzt ist.

Die Entwicklungen um dieses ehrgeizige Projekt zeigen, dass in der Politik immer auch Fragen (oder wie man im Englischen sagt: „queries“) aufgeworfen werden müssen, um Fortschritte und Schwierigkeiten transparent zu machen. Wie die politische Debatte zeigt, bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln und ob die Kooperation Früchte tragen wird. Schließlich wird nur die Zeit zeigen, ob die Reise nach Brasilien und die dort geschmiedeten Partnerschaften tatsächlich zu einem Erfolg werden können. Für die Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern bleibt es spannend!