Hausarztmangel in MV: 80 Stellen unbesetzt – AfD fordert Maßnahmen!
In Mecklenburg-Vorpommern sind 80 Hausarztstellen unbesetzt. Geplante Reformen und Landarztquote sollen Ärzte aufs Land bringen.

Hausarztmangel in MV: 80 Stellen unbesetzt – AfD fordert Maßnahmen!
In Mecklenburg-Vorpommern herrscht Alarmstimmung im Gesundheitssektor: Rund 80,5 Hausarztstellen bleiben unbesetzt, während nur 1.145,10 Stellen belegt sind. Diese besorgniserregende Situation wurde in einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion veröffentlicht, die sich auf den Stand vom 18. Juni bezieht. Im Dezember des Vorjahres waren es noch 70 unbesetzte Stellen, was einen kontinuierlichen Rückgang des medizinischen Personals angibt, der durch den demografischen Wandel und fehlenden Nachwuchs bedingt ist. n-tv berichtet, dass …
Aber wie kommt es zu dieser kritischen Lage? Ein Blick auf die Altersstruktur der praktizierenden Ärzte ist aufschlussreich: Fast ein Drittel der etwa 1.200 Hausärzte im Land ist 60 Jahre oder älter. Das bedeutet, dass in naher Zukunft viele von ihnen in den Ruhestand gehen werden. Laut einer Studie der Robert Bosch Stiftung wird Deutschland bis 2035 mit einem Mangel von rund 11.000 Hausärzten konfrontiert sein, wobei insbesondere ländliche Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern betroffen sind. Diese Entwicklungen führen dazu, dass über die Hälfte der Planungsbereiche in der hausärztlichen Versorgung von Unterversorgung bedroht ist. nordkurier ergänzt, dass …
Maßnahmen zur Rekrutierung von Hausärzten
Die Landesregierung hat bereits Schritte unternommen, um dieser Herausforderung entgegenzuwirken. Seit März 2021 gibt es eine sogenannte Landarztquote, die Bewerbern den Zugang zu Medizinstudienplätzen in Rostock oder Greifswald erleichtert. Interessierte müssen sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung zehn Jahre in unterversorgten ländlichen Regionen als Hausarzt zu arbeiten. Benehmen sie sich jedoch nicht an die Vereinbarung, droht eine Strafe von 250.000 Euro. Begehrt sind die 32 verfügbaren Plätze pro Studienjahr, da die Zahl der Bewerber die Plätze deutlich übersteigt. n-tv berichtet, dass …
Die Bemühungen, mehr Mediziner auf das Land zu locken, sind dringend erforderlich, insbesondere da der Versorgungsgrad bei 110 Prozent liegt – ein Punkt, an dem eine Niederlassung möglich ist. Das geplante “verbindliche Primärarztsystem”, das Haus- und Kinderärzte dazu verpflichtet, Patienten an Fachärzte zu überweisen, sorgt jedoch für Kontroversen. Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes, befürchtet, dass dies für die Patienten gefährlich sein könnte. Die AfD fordert stattdessen, die Attraktivität des Arztberufs zu steigern, um lange Wartezeiten zu verringern und die freie Arztwahl zu gewährleisten. nordkurier erinnert daran, dass …
Die Zukunft der medizinischen Versorgung
Mit Blick auf die kommenden Jahre stellt sich die Frage: Wie wird sich die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern verändern? Bis 2035 könnte sich die Zahl der Hausärzte in einigen Landkreisen um bis zu 50 Prozent reduzieren. Besonders kritisch wird die Situation in den Kreisen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Baden-Württemberg sein, wo fast 40 Prozent der Gebiete von Unterversorgung betroffen sein könnten. Diese Risiken verlangen nach Lösungen, etwa dem Aufbau regionaler Gesundheitszentren, die multiprofessionelle Teams bereitstellen könnten und dadurch eine bedarfsorientierte Behandlung ermöglichen. Robert Bosch Stiftung hebt hervor, dass …
Die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern spiegelt einen nicht nur lokalen, sondern auch bundesweit bestehenden Trend wider. Die Probleme, die hier angesprochen werden, könnten als Vorboten für andere Regionen Deutschlands dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Die Zeit drängt, und es liegt an den Entscheidungsträgern, umgehend aktiv zu werden, um die medizinische Grundversorgung im Land aufrechtzuerhalten.