Der Lübecker Martensmann bringt Tradition und Rotspon nach Schwerin!
Der Lübecker Martensmann bringt am 9. November Wein nach Schwerin, ein historisches Ritual zum Martinstag seit 16. Jh.

Der Lübecker Martensmann bringt Tradition und Rotspon nach Schwerin!
Am 11. November steht in der Region Schwerin ein ganz besonderes Ereignis an: der Martinstag, der in diesem Jahr mit der traditionell wiederbelebten Reise des Lübecker Martensmanns gefeiert wird. Der Martensmann, verkörpert von Stefan Pagel, macht sich auf den Weg, um ein Fass mit 100 Litern des begehrten Lübecker Rotspon nach Schwerin zu bringen. Die Reise beginnt mit einem feierlichen Abschied durch die Lübecker Stadtspitze am Rathaus und zieht über Schönberg und Rehna, wo er von den Bürgermeistern herzlich empfangen wird. Die Ankunft in Schwerin ist für Sonntag, den 9. November, geplant, und das historische Ritual rund um die Weinübergabe wird mit Spannung erwartet.
Doch was genau steckt hinter diesem Brauch? Ursprünglich im 16. Jahrhundert von den Lübecker Ratsvertretern ins Leben gerufen, war die Weinlieferung eine jahrhundertelange Tradition, die im 19. Jahrhundert beinahe in Vergessenheit geriet. Dank der Wiederbelebung im Jahr 1990 wird dieses immaterielle Kulturerbe der UNESCO seitdem wieder jährlich gefeiert. Die Öffentlichkeit freut sich darauf, beim Fest zu erfahren, ob die Übergabe des Weines als freiwilliges Geschenk oder als Pflicht des Lübecker Rates zu werten ist, was schon immer ein spannendes Thema in der Geschichte des Martensmanns gewesen ist. Welt.de berichtet über die reiche Historie und die regionale Bedeutung dieses Brauchs, die sogar bis ins Jahr 1520 zurückreicht.
Festakt zur Würdigung des Brauchs
Erst vor kurzem, am 5. November 2023, fand ein Festakt im Bechelsdorfer Schulzenhaus in Schönberg statt, um die Bedeutung des Martensmanns zu würdigen. Ursprünglich für das vergangene Jahr geplant, musste dieser wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Veranstalter waren der Landkreis Nordwestmecklenburg und der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg e.V. Landrat Tino Schomann hob die Wichtigkeit des Brauchs hervor und betonte, dass die relevanten Akteure, die zum Erhalt dieser Tradition beitragen, in Zukunft enger zusammenarbeiten sollten.
Das Event feierte auch den Eintrag in das bundesweite Verzeichnis des immaterielen Kulturerbes, worüber sich die Beteiligten verständlicherweise sehr freuten. Stefan Pagel, der den Martensmann seit sieben Jahren darstellt, zeigt sich optimistisch und freut sich, dass die Reise des Martensmanns 2025 wieder stattfinden kann. Diese Veranstaltung ist nicht nur ein Rückblick in die Geschichte, sondern auch ein Blick nach vorne, um diese Tradition für zukünftige Generationen lebendig zu halten. Nordwestmecklenburg.de hebt die kulturelle Relevanz des Martensmanns hervor und dokumentiert die fortwährende Begeisterung dafür.
Vorfreude auf das große Fest
Während die Vorbereitungen für das große Fest mundgerecht gemacht werden, gibt es auch spannende Neuigkeiten bezüglich des Weins: Heute wird nicht mehr der traditionelle weiße Rheinwein, sondern der köstliche Rotspon, ein französischer Rotwein, angeboten. Dies zeigt, wie dynamisch Traditionen sich entwickeln können, ohne ihre Essenz zu verlieren. Der Martinstag, der an den Schutzpatron der Reisenden und Armen, Martin von Tours, erinnert, bleibt ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region.
Es steht außer Frage, dass die Vorfreude auf die Feierlichkeiten in Schwerin bereits spürbar ist. Die Rückkehr des Martensmanns symbolisiert nicht nur die Wiederbelebung eines historischen Brauchs, sondern auch eine Verbindung zwischen den Städten, die über Jahrhunderte gewachsen ist.