Schwerin im Klimawandel: Bürger protestieren gegen 2045-Ziel!

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Am 11.11.2025 demonstrierten rund 80 Menschen in Schwerin für die Einhaltung der Klimaziele, während die Stadtvertretung eine Verschiebung beschloss.

Am 11.11.2025 demonstrierten rund 80 Menschen in Schwerin für die Einhaltung der Klimaziele, während die Stadtvertretung eine Verschiebung beschloss.
Am 11.11.2025 demonstrierten rund 80 Menschen in Schwerin für die Einhaltung der Klimaziele, während die Stadtvertretung eine Verschiebung beschloss.

Schwerin im Klimawandel: Bürger protestieren gegen 2045-Ziel!

Heute versammelten sich rund 80 Menschen auf dem Markt in Schwerin, um ihren Unmut über die Entscheidung der Stadtvertretung deutlich zu machen, die Klimaziele zu verschieben. Die Mahnwache, organisiert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schwerin, fand im Rahmen der Sitzung der Stadtvertretung statt und zog zahlreiche Bürger an, die sich für eine konsequente Klimapolitik einsetzten. Unter den Protestierenden wurden Plakate mit den Aufschriften „Kurs halten 2035“ und „Der Klimawandel wartet nicht“ hochgehalten. Viele verteilten Handzettel, um auf die Dringlichkeit der Situation hinzuweisen.

Die Sitzung der Stadtvertretung beinhaltete entscheidende Anträge zur Klimapolitik. Mareike Herrmann vom BUND warnte eindringlich vor den Folgen, die eine Verschiebung des Ziels zur Klimaneutralität auf das Jahr 2045 mit sich bringen könnte. Ein offener Brief, den sie zusammen mit 18 Unternehmen und über 500 Bürgern vorbereitete, unterstreicht den breiten Rückhalt für die ursprünglichen Klimaziele der Stadt, die auf 2035 festgelegt waren. „Wir dürfen die Klimaziele nicht kippen“, forderte Herrmann die Stadtvertreter auf, die beiden vorliegenden Anträge dringend abzulehnen: Einerseits den Antrag der CDU zur Verschiebung um zehn Jahre und andererseits den Antrag der AfD, die Klimaziele insgesamt abzuschaffen.

Die Sitzung im Livestream

Besonders bemerkenswert war, dass die Sitzung per Livestream auf den Marktplatz übertragen wurde, wodurch viele Aktivisten die Debatte vor Ort mitverfolgen konnten. Am Ende der Sitzung kam es zu einer überraschenden Wende: Die Mehrheit der Stadtvertretung stimmte tatsächlich für die Verlängerung des Klimazielzeitraums bis 2045. Der Antrag der AfD wurde abgelehnt, was den Demonstranten zunächst einen Hauch von Hoffnung gab.

CDU-Fraktionschef Gert Rudolf betonte jedoch, dass seine Partei trotz aller Anpassungen die Klimaziele nicht aufgeben wolle, sondern eine realistische Herangehensweise anstrebe. Zustimmung erhielt er von der AfD-Fraktion, die dies als positiven Schritt in die richtige Richtung bezeichnete. Dennoch blieb viel Unmut: Grüne, SPD und Linke äußerten sich kritisch. So erinnerte Arndt Müller von den Grünen daran, dass die Stadt sich bereits 2020 zu Klimaneutralität bis 2035 bekannt hatte. Gerd Böttger von der Linken warnte, dass eine Verzögerung angesichts der Dringlichkeit der klimatischen Herausforderungen keine Option sein könne.

Ein enttäuschter Protest

Die SPD stimmte geschlossen gegen die Verlängerung und bezeichnete die Klimaziele als notwendig und unerlässlich. Enttäuscht verließen viele Demonstranten das Rathaus, nachdem sie die Abstimmung verfolgt hatten. Die Rückmeldungen der Bürger zeigen, wie wichtig ihnen die Einhaltung der Klimaziele ist und dass sie sich weiterhin aktiv für die Umwelt einsetzen werden.

In einer Zeit, in der der Klimawandel nicht auf sich warten lässt, sind solche Entscheidungen der Stadtführung in den Augen vieler nicht nachvollziehbar. Die Demonstranten zeigen, dass die Bürger bereit sind, für ihre Überzeugungen einzutreten und möglicherweise auf weitere Aktionen vorbereitet sind, um Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben.

Die Ereignisse in Schwerin dienen als klarer Reminder, dass der Kampf um Klimagerechtigkeit noch lange nicht vorbei ist und dass jeder Einzelne gefordert ist, sich aktiv einzubringen. Die Diskussion um die Klimaziele wird auch in den nächsten Wochen und Monaten ein wichtiges Thema bleiben.