Studierendenrückgang in MV: Wirtschaft schlägt Alarm für die Zukunft

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Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet sinkende Studierendenzahlen, was Wirtschaft und Hochschulen vor Herausforderungen stellt.

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet sinkende Studierendenzahlen, was Wirtschaft und Hochschulen vor Herausforderungen stellt.
Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet sinkende Studierendenzahlen, was Wirtschaft und Hochschulen vor Herausforderungen stellt.

Studierendenrückgang in MV: Wirtschaft schlägt Alarm für die Zukunft

Mecklenburg-Vorpommern sieht sich einem bedenklichen Rückgang der Studierendenzahlen gegenüber, der die lokale Wirtschaft besorgt. Laut den aktuellen Erhebungen waren im Herbst 2024 nur noch 36.026 Studierende an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern eingeschrieben, was einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Vergleich zu den 39.131 Studierenden im Herbst 2020 ist dies ein besorgniserregender Trend. Besonders betroffen sind die Fachhochschulen, während die Universitäten in Rostock und Greifswald einen leichteren Rückgang von 0,9 Prozent erleben, wie Bildungsspiegel feststellt.

Die Wirtschaft ist alarmiert, da kluge Köpfe für Forschung und Bildung dringend benötigt werden. Susan Bach von der Vereinigung der Unternehmensverbände betont, dass eine bessere Vermarktung der Hochschulen notwendig sei, um die Vorteile der Kleinheit und die engen Verbindungen zur Wirtschaft hervorzuheben. Dies könnte auch dazu beitragen, mehr Eltern über die guten Chancen für ihre Kinder in der Region aufzuklären.

Wachstum der Wirtschaft und Herausforderungen für Hochschulen

Trotz des Rückgangs bei den Studierendenzahlen zeigte die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern 2024 ein Wachstum von 1,3 Prozent, während das bundesweite BIP um 0,2 Prozent zurückging. Dies könnte ein Indikator dafür sein, dass die Region Potenzial hat, gesunde Arbeitsplätze zu schaffen – allerdings nur, wenn genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Im Studienjahr 2023 wurden 5.622 Studienanfänger gezählt, ein Rückgang von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von diesen Studienanfängern stammen 42,6 Prozent aus Mecklenburg-Vorpommern selbst.

Der stärkste Rückgang betrifft nach wie vor die Fachhochschulen in Neubrandenburg, Wismar und Stralsund, die zusammen 898 Studierende weniger verzeichnen. Währenddessen bleibt die Mehrheit der Absolventen im Hochschulsystem stabil, mit 6.711 erfolgreich abgeschlossenen Studiengängen im Prüfungsjahr 2023 und einem Anstieg von 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Herausforderungen sind also klar: Mehr Studierende müssen gewonnen werden, um den Bedarf der regionalen Wirtschaft langfristig decken zu können.

Ein Blick auf das Studium und die Einschreibungen

In den letzten Jahren haben besonders die Studiengänge in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an Beliebtheit gewonnen, wobei 35,6 Prozent der Studierenden in diesem Bereich eingeschrieben sind. Ingenieurwissenschaften folgen mit 19,7 Prozent und Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften mit 16,5 Prozent. Während der Rückgang der Einschreibungen eine harte Herausforderung darstellt, zeigen die stabilen Absolventenzahlen, dass die Hochschulen nach wie vor in der Lage sind, qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten.

Mit diesen rasant wachsenden Herausforderungen ist es nun wichtig, dass die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern sowohl für lokale Schüler als auch für Studierende aus anderen Bundesländern attraktiv werden. Nur durch eine gezielte Ansprache der Eltern und potenzieller Studierender kann die Region wieder auf einen positiven Trend in den Studierendenzahlen hoffen, so die Einschätzung der Experten.