Usedom im Aufschwung: Sea Shepherd kämpft gegen Geisternetze!

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Im August 2025 reinigte Sea Shepherd die Küsten von Usedom und Greifswald, blühte die Baltic Sea Kampagne auf und dokumentierte Umweltschutzverletzungen.

Im August 2025 reinigte Sea Shepherd die Küsten von Usedom und Greifswald, blühte die Baltic Sea Kampagne auf und dokumentierte Umweltschutzverletzungen.
Im August 2025 reinigte Sea Shepherd die Küsten von Usedom und Greifswald, blühte die Baltic Sea Kampagne auf und dokumentierte Umweltschutzverletzungen.

Usedom im Aufschwung: Sea Shepherd kämpft gegen Geisternetze!

Im August 2025 war die Umweltorganisation Sea Shepherd aktiv auf und vor der beliebten Insel Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Teil der Baltic Sea Kampagne standen Maßnahmen zur Dokumentation von Verstößen gegen Schutzgesetze und die Bergung alter Fischereiausrüstung auf der Agenda. Besonders eindrucksvoll war das Ergebnis der Reinigungsaktionen entlang der Küste, bei denen ein engagiertes Team von rund 20 Personen fast 1.200 Kilogramm Geisternetze einsammeln konnte, wie NDR berichtet.

Innerhalb kürzester Zeit durchkämmte das Team 55 Positionen zwischen Usedom, Greifswalder Oie und der Oderbank, die bis zur polnischen und dänischen Grenze reichten. Dank neuer Tauchtechnik konnten die Einsatzkräfte bis auf beeindruckende 50 Meter Tiefe vordringen. Bei dieser Herausforderung gelang es, unter anderem netzartige Gefahren zu entfernen, die sich bei jedem dritten Schiffswrack auffanden.

Die Realität der Geisternetze

Die meisten dieser Netze sind jedoch zu alt für Upcycling-Projekte, was für die beteiligten Umweltschützer eine zusätzliche Herausforderung darstellt. So werden die Netze in ihre Bestandteile zerlegt; nutzbares Material findet ein neues Zuhause, während der Rest fachgerecht entsorgt wird. Neben den Geisternetzen haben die Aktivisten auch für eine saubere Strandlandschaft gesorgt: In Wollin und Freest wurden nahezu 100 Kilogramm Müll entfernt. “Da liegt was an”, betonen die Organisatoren, und der Austausch mit Touristen und lokalen Fischern ließ eine intensive Diskussion über Meeresschutz entstehen.

Aktuelle Ereignisse wie der Fund zweier toter Kegelrobben nahe Thiessow haben die Dringlichkeit dieser Maßnahmen verdeutlicht. Die Tiere, die sich derzeit zur Autopsie im Deutschen Meeresmuseum befinden, waren laut ersten Erkenntnissen gesund. Ihr Tod durch Beifang in den Netzen wird nicht ausgeschlossen, was die Besorgnis über die Gefahren, die von Geisternetzen ausgehen, weiter verstärkt.

Gemeinsame Anstrengungen im Rahmen der Global Ghost Gear Initiative

Sea Shepherd ist nicht alleine in diesem Kampf. Seit April 2024 ist die Organisation auch Mitglied der Global Ghost Gear Initiative (GGGI), der weltweit größten Allianz gegen Geisternetze. Diese Initiative, die bereits seit 2015 besteht, bringt Akteure aus der Fischereiindustrie, Wissenschaft, Regierungen sowie NGOs zusammen, um die Auswirkungen von verlorenem, aufgegebenem oder entsorgtem Fischfanggerät zu reduzieren, wie One Earth – One Ocean erklärt.

In der diesjährigen Baltic Sea Kampagne hat Sea Shepherd bereits knapp 6.200 Kilogramm Netze vor Bornholm und Usedom geborgen. Mit insgesamt 140 kontrollierten Positionen in der Ostsee zeigt die Organisation, dass auch an einem der bedrohtesten Meeresgebiete der Welt jeder Handgriff zählt.

Sea Shepherd wird bis Ende September in der deutschen Ostsee aktiv bleiben und plant, auch weiterhin die Küstenregionen von Geisternetzen zu befreien. Die Notwendigkeit für solche durchgreifenden Maßnahmen ist mehr als deutlich: Die Ostsee bedarf dringender Hilfe, um ihre wertvollen Ökosysteme zu schützen und zu bewahren. Als Teil der globalen Anstrengungen ist jeder Beitrag wichtig, und es zeigt sich, dass das Engagement der ehrenamtlichen Helfer Früchte trägt.