Wolgast: Jugendliche zu Haftstrafen verurteilt – schwere Taten aufgedeckt!
Im Jugendstrafprozess in Greifswald wurden drei Jugendliche für Einbrüche und andere Straftaten verurteilt, um Resozialisierung zu fördern.

Wolgast: Jugendliche zu Haftstrafen verurteilt – schwere Taten aufgedeckt!
In einem aufsehenerregenden Verfahren stand das Jugendschöffengericht in Greifswald vor der Herausforderung, in einem Fall von schwerer Jugendkriminalität zu urteilen. Vorsitzende Richterin Anja Hoffmann ließ die umfangreiche Liste von “kriminellen Höchstleistungen” der drei Angeklagten, allesamt Jugendliche, Revue passieren, die von Beleidigung über Diebstahl bis hin zu gefährlicher Körperverletzung reichte. Insgesamt wurden den Jugendlichen eine Reihe von Straftaten zur Last gelegt, darunter der Einbruch in die Janusz-Korczak-Förderschule in Wolgast, der im Februar 2024 stattfand, wobei die Beute lediglich 100 Euro betrug. Besonders besorgniserregend waren die Lebensumstände der Angeklagten, von denen zwei mit Haftstrafen von 11 Monaten sowie 2 Jahren im Jugendstrafvollzug ohne Bewährung belegt wurden. Der dritte Angeklagte wurde freigesprochen, da es an Beweisen mangelte, berichtet die Ostsee-Zeitung.
Bei der Urteilsverkündung betonte die Richterin die schädliche Neigung der verurteilten Jugendlichen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, ihnen durch den Jugendstrafvollzug Struktur und Orientierung zu bieten. Die Haftstrafe wird in Neustrelitz vollzogen, wo den Jugendlichen schulische und therapeutische Maßnahmen sowie Anti-Aggressionstrainings angeboten werden. Diese Programme zielen darauf ab, nicht nur die strafbaren Handlungen zu geißeln, sondern auch die Ursachen zu behandeln und die Jugendlichen in die Gesellschaft reintegrationsfähig zu machen.
Jugendstrafvollzug: Unterstützung und Ziele
Der Jugendstrafvollzug in Deutschland hat spezielle Merkmale, die auf die Bedürfnisse junger Straftäter eingehen. Er verfolgt das Ziel der Resozialisierung und der Erziehung, anstatt nur auf Bestrafung abzuzielen. Der Jugendstrafvollzug bietet ein umfassendes Konzept, das auch die berufliche Qualifikation der Jugendlichen einschließt, um ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Ein strukturierter Ablauf im Jugendstrafvollzug beginnt mit der Aufnahme und Diagnose, gefolgt von einem individuellen Vollzugsplan. Dazu gehören schulische Bildung, therapeutische Maßnahmen, wie Gruppentherapien, und Programme zur Förderung sozialer Fähigkeiten. Eine wesentliche Komponente sind auch die intensiven Kontakte zu Familien, die durch Besuchsmöglichkeiten unterstützt werden. Lockerungen im Vollzug können unter strengen Auflagen gewährt werden, um die Jugendlichen schrittweise auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten, wie auf dem Portal Ruden hervorgehoben wird.
Herausforderungen und Perspektiven
Besonders herausfordernd ist die Situation für den 17-jährigen Angeklagten, der erst seit kurzer Zeit bei seiner schwer kranken Mutter lebte, was als unhaltbare Lösung angesehen wird. Zudem musste er eine Wohngruppe verlassen, nachdem er eine Softair-Pistole mitgebracht hatte. Das Gericht hat für alle drei Jugendliche einen weiteren Gerichtstermin Ende November anberaumt, bei dem es um eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung gehen wird. Die Verurteilung und die darauffolgende Haft sind ein Weckruf, der zeigt, wie wichtig die frühzeitige Intervention und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen ist, um einen Kreislauf von Kriminalität zu durchbrechen und den Jugendlichen eine positive Perspektive zu bieten.