Gedenkfeier für Wolfgang Böhmer: Wittenberg trauert um seinen Ehrenbürger
Am 7. September 2025 ehrte Wittenberg den verstorbenen Ex-Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer mit einer Gedenkfeier.

Gedenkfeier für Wolfgang Böhmer: Wittenberg trauert um seinen Ehrenbürger
Am 7. September 2025 versammelten sich zahlreiche Menschen in der Wittenberger Schlosskirche, um Wolfgang Böhmer zu gedenken, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, der Ende Juni 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben war. Die Gedenkandacht zog nicht nur seine Familie, sondern auch Bürger und prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kirche an. Zu den Anwesenden gehörten unter anderem der amtierende Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör, der Böhmer als eine prägende Figur der Region würdigte.
Superintendentin Gabriele Metzner betonte das außergewöhnliche Engagement von Böhmer für die Stadt und hob hervor, dass er Ehrenbürger von Wittenberg war. Sie würdigte auch seine Rolle bei der Gründung des Freundeskreises Luther. In einem Gebet ehrte Liturgin Birgit Neumann-Becker Böhmer für seine Talente als Arzt und Politiker, während Pfarrer Werner Weinhold die biografischen Stationen des Verstorbenen beleuchtete. Von seiner Ausbildung in der Medizin bis zu seiner Tätigkeit als Chefarzt im Paul-Gerhardt-Stift in Wittenberg – Böhmer hinterließ bemerkenswerte Spuren in der Stadt.
Ein Leben für die Menschen
Wolfgang Böhmer wurde am 27. Januar 1936 in Dürrhennersdorf geboren. Sein Werdegang begann mit einem Medizinstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig, wo er 1959 promovierte. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem als Chefarzt für Gynäkologie im evangelischen Krankenhaus Paul-Gerhardt-Stift, trat er 1990 in die Politik ein. Von 2002 bis 2011 führte er als Ministerpräsident Sachsen-Anhalt, wo er sich besondere Verdienste erwarb. So wurde die CDU unter seiner Leitung bei der Landtagswahl 2006 mit 36,2 % der Stimmen stärkste Kraft.
Das Engagement für die Menschen war immer ein zentraler Punkt in Böhmer’s Lebenswerk. Seine Fähigkeit zuzuhören und in schwierigen Situationen beizustehen, wurde von vielen geschätzt. Oberbürgermeister Torsten Zugehör erinnerte während der Gedenkfeier an die politische Arbeit Böhmer’s und seinen Einfluss auf das Selbstbewusstsein der Sachsen-Anhalter.
Ein bleibendes Erbe
Wolfgang Böhmer hinterlässt nicht nur materielle Errungenschaften, sondern auch ein Erbe an Werten und Überzeugungen. Er war Mitinitiator der Stiftung Leucorea und 취duzierte Stiftungen, die sich für die Zukunft der Bildung einsetzen. Zudem hagte er zahlreiche Ehrenämter in verschiedenen Organisationen, was unterstreicht, wie wichtig ihm die Gemeinschaft war.
Böhmer wurde in Dürrhennersdorf beigesetzt, wo seine Reise begann. Sein Leben und Wirken wird jedoch in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus unvergessen bleiben. Die MDR berichtet von den bleibenden Erinnerungen, die an diesem Tag in Wittenberg lebendig wurden, und auch die Wikipedia bietet einen umfassenden Überblick über das Leben des Politikers. Weitere Details finden Sie auch beim Spiegel, der über seinen Tod und das Gedenken berichtet.