Barrierefreies Wohnen in Dessau-Roßlau: Ein dringendes Bedürfnis!

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In Dessau-Roßlau diskutieren 15 Teilnehmer über barrierefreies Wohnen und Herausforderungen bei der Umsetzung im Altbau.

In Dessau-Roßlau diskutieren 15 Teilnehmer über barrierefreies Wohnen und Herausforderungen bei der Umsetzung im Altbau.
In Dessau-Roßlau diskutieren 15 Teilnehmer über barrierefreies Wohnen und Herausforderungen bei der Umsetzung im Altbau.

Barrierefreies Wohnen in Dessau-Roßlau: Ein dringendes Bedürfnis!

In Dessau-Roßlau fand am Montagabend eine wichtige Veranstaltung zum Thema barrierefreier Wohnraum statt. Knapp 15 Teilnehmer hatten sich versammelt, um über die Herausforderungen und Lösungen in diesem Bereich zu diskutieren. Daniela Koppe von der SPD warf ein vielsagendes Licht auf die Thematik, indem sie erklärte: Barrierefreies Wohnen sollte so gestaltet sein, dass Menschen unabhängig von Alter, Gesundheit oder Behinderung die Räume nutzen können. Ein Grundgedanke, den alle Anwesenden teilen.

Michael Wermter, Prokurist der Wohnungsgenossenschaft Dessau, schilderte die praktischen Hürden, die angegangen werden müssen, um bereits bestehende Wohnungen barrierefrei zu gestalten. Oft sind es die kleineren Maßnahmen wie das Herausnehmen von Schwellen oder das Wechseln von Bodenbelägen, die für viele Mieter hilfreich sein können. Dennoch bemerkte er auch, dass tiefere Umbaumaßnahmen häufig mit hohen Kosten verbunden sind. Beispielsweise belaufen sich die jährlichen Betriebskosten für einen Fahrstuhl auf etwa 2.500 Euro.

Bedarf und Angebot im Ungleichgewicht

Die Wohnungsgenossenschaft Dessau reagiert auf die Anfragen von Mietern und bietet Dienstleistungen wie Pflege- oder Einkaufsdienste an. Trotz dieser Bemühungen bleibt das Problem bestehen: Von etwa 4.000 Wohnungen in der Genossenschaft sind derzeit lediglich knapp über 400 — das entspricht nur 10% — barrierefrei. Über 1.450 eher barrierearme Wohnungen, die in den letzten Jahren durch Umbaumaßnahmen geschaffen wurden, zeigen, dass etwas bewegt wird, jedoch der Bedarf noch lange nicht gedeckt ist.

Franziska Schmidtke von der Friedrich-Ebert-Stiftung berichtete von der steigenden Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum. Sie bemängelte, dass das Angebot bei weitem nicht mithalten kann. Gabriele Perl, die Vorsitzende des Mieterbundes Dessau-Roßlau, unterstrich das Problem, indem sie anzumerken wusste, dass es an konkreten Zahlen zum tatsächlichen Bedarf fehlt. Diese Unsicherheit führt zu einer intensiven Diskussion über die Wahrnehmung des Bedarfs an barrierefreiem Wohnraum in Dessau-Roßlau.

Zukunftsperspektiven

Trotz der bestehenden Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke in der Entwicklung des barrierefreien Wohnens. Viele Akteure arbeiten daran, eine Verbesserung herbeizuführen. Dennoch bleibt der Status quo: Ein anhaltender Mangel an geeigneten, barrierefreien Wohnungen kann nicht ignoriert werden. Der Austausch von Informationen und die Schaffung besserer Statistiken zeichnen sich als notwendige Schritte aus, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Die Frage bleibt, ob die Stadt Dessau-Roßlau die erforderlichen Maßnahmen ergreifen kann und wird, um die Lebensqualität ihrer Bewohner zu verbessern. Die Anliegen der Mieter, die auf barrierefreies Wohnen angewiesen sind, müssen ernst genommen werden, um ein inklusives Wohnumfeld zu schaffen, das für alle zugänglich ist.