Rechtsaußen auf der Buchmesse: Proteste gegen rechte Verlage in Halle!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Am 8.11.2025 diskutiert die Büchermesse "Seitenwechsel" in Halle aktuelle Verlagsherausforderungen und rechtsextreme Inhalte, während das "Wir"-Festival für eine offene Gesellschaft eintritt.

Am 8.11.2025 diskutiert die Büchermesse "Seitenwechsel" in Halle aktuelle Verlagsherausforderungen und rechtsextreme Inhalte, während das "Wir"-Festival für eine offene Gesellschaft eintritt.
Am 8.11.2025 diskutiert die Büchermesse "Seitenwechsel" in Halle aktuelle Verlagsherausforderungen und rechtsextreme Inhalte, während das "Wir"-Festival für eine offene Gesellschaft eintritt.

Rechtsaußen auf der Buchmesse: Proteste gegen rechte Verlage in Halle!

In Halle wird die Debatte um die kulturelle Vielfalt erneut hitzig entfacht. Am 8. November 2025 ist die Stadt Schauplatz zweier gegensätzlicher Veranstaltungen: der umstrittenen Büchermesse „Seitenwechsel“ und dem „Wir“-Festival, das sich gegen Spaltungen und für eine offene Gesellschaft starkmacht. Die Büchermesse ist besonders in den Fokus geraten, nachdem Verlage der Neuen Rechten, darunter der Jungeuropa Verlag und das Compact-Medienunternehmen, als Aussteller teilnehmen. Diese Verlage sind nicht nur umstritten, sondern werden auch von Sicherheitsbehörden beobachtet, was die Gemüter der Stadtbewohnerinnen und -bewohner erhitzt.

Die Organisatoren der Messe betonen, dass die Veranstaltung als Reaktion auf die schwierigen Zeiten für viele Verlage geschaffen wurde. So äußerte Dagen in der „Berliner Zeitung“, dass besonders konservative und rechtsgerichtete Verlage unter Druck stehen und deshalb der Austausch über Bücher und Ideen notwendiger denn je sei. Obwohl das Programm der Messe mit Lesungen und Gesprächen, unter anderem mit dem ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen, über die Bühne geht, wird die Teilnahme der Neuen Rechten kritisch gesehen. Gerade der Verlag Sturmzeichen, bekannt für seine problematischen Titel, war bereits kurzzeitig im Ausstellerverzeichnis aufgeführt, wurde dann jedoch aufgrund unzulässiger Datenmanipulation ausgeschlossen.

Das „Wir“-Festival: Ein Zeichen der Zivilcourage

Im direkten Gegensatz zur Büchermesse findet parallel das „Wir“-Festival statt, das am 21. September begann und über 400 Veranstaltungen umfasst. Dieses Festival ist eine Kulisse für Lesungen, Diskussionen und Workshops, vielen davon für Kinder, und erinnert an die nationalsozialistischen Pogrome vom 9. November 1938. Knapp 50 Kultur- und Bildungseinrichtungen aus Halle haben sich zusammengetan, um diese Plattform für eine offene und inklusive Gesellschaft zu schaffen. Gäste wie die Schriftstellerin Martina Hefter und die Journalistin Gilda Sahebi stärken die Stimme für Gleichheit und Toleranz.

Buchhändler Raimund Müller, ein engagierter Teilnehmer des Festivals, beschreibt es als „Fest des Herzens“, das die Stadt und ihre Bürger mit Kultur, Zivilcourage und Engagement zusammenbringt. Die klare Botschaft ist, dass Vielfalt und Offenheit hoch im Kurs stehen, ganz im Gegensatz zu den Inhalten der Büchermesse.

Ein kulturelles Spannungsfeld

In der kniffligen Atmosphäre, die beide Veranstaltungen umgibt, wird deutlich, dass der Diskurs über kulturelle Identität und politische Meinungsfreiheit virulent bleibt. Während wissbegierige Leserinnen und Leser und kulturell Interessierte sich zu Diskussionen und Lesungen zusammenfinden, rückt auch die Frage in den Fokus, wie eine Gesellschaft mit unterschiedlichen Meinungen umgeht und welche Inhalte als akzeptabel gelten.

Die Büchermesse und das „Wir“-Festival stehen somit symbolisch für das Spannungsfeld zwischen Vielfalt und Intoleranz. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen diese beiden Veranstaltungen auf das kulturelle Klima in Halle haben werden und ob der Dialog zwischen den unterschiedlichsten Meinungen gestärkt oder eher weiter polarisiert wird.