Riesen-Hornissennester bedrohen unsere Bienen! So gehen wir vor!
Neueste Informationen zur Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Sachsen-Anhalt: Gefahren, Maßnahmen und biologische Hintergründe.

Riesen-Hornissennester bedrohen unsere Bienen! So gehen wir vor!
In den letzten Jahren hat die Asiatische Hornisse in Europa zunehmend für Aufsehen gesorgt. Ein besonders alarmierender Vorfall ereignete sich kürzlich in Belgien, wo ein beeindruckendes Nest mit einem Durchmesser von etwa einem Meter in Zoersel entdeckt wurde. Dieses Nest könnte bis zu 500 neue Königinnen hervorbringen, die im kommenden Frühjahr aktiv werden. Solche Nester fallen im Herbst oft von Bäumen, wo sie zuvor unbemerkt blühten, was die Gefahr einer unerwarteten Ausbreitung mit sich bringt, wie Merkur berichtet.
Die Asiatische Hornisse, auch als Gelbfuß-Hornisse bekannt, breitet sich seit 2004 in Europa aus, nachdem sie vermutlich mit Töpfereilieferungen aus Shanghai nach Südfrankreich gelangte. Seither hat sich die Art in ganz Frankreich sowie in Nachbarländern ausgebreitet; kürzlich wurden sie auch in Ungarn und der Slowakei gesichtet. Diese Invasion hat nicht nur Auswirkungen auf die heimische Artenvielfalt, sondern verursacht auch erhebliche Schäden in der Landwirtschaft und Imkerei, wie Umweltbundesamt erklärt.
Bedrohung für Bienen und Bestäuber
Die Asiatische Hornisse ist eine gefräßige Jägerin, die sich vor allem von Honig- und Wildbienen ernährt. Dabei machen Bienen bis zu 80% ihrer Beute aus. Die Jagd auf Bienen hat bedeutende Folgen für die Bestäubung und damit die Artenvielfalt in der Region, was besonders Imker besorgt. Der Verlust ihrer Bienenvölker ist eine ernstzunehmende Bedrohung, die in Städten wie Mannheim, Heidelberg und Saarbrücken bereits zu spüren ist.
Kommt es zu Begegnungen mit einem Hornissennest, empfiehlt es sich, einen sicheren Abstand von mindestens drei bis vier Metern zu halten und das Nest über ein Meldeportal zu melden. Eigenmächtiges Entfernen wird als gefährlich eingestuft, da die Hornisse ihr Nest verteidigt, wie der Biologe Tim Adriaens mit Nachdruck betont. Störungen durch Erschütterungen oder laute Geräusche können die Tiere alarmieren, was die Situation gefährlicher macht, wie in dem Bericht von Merkur erläutert wird.
Die aktuelle Lage in Europa
Die EU hat 2014 eine Verordnung zur Bekämpfung invasiver Arten eingeführt, die auch die Asiatische Hornisse umfasst. Trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen in Ländern wie Frankreich, wo ein nationaler Plan zur Überwachung und Bekämpfung der Hornisse ins Leben gerufen wurde, wächst die Population dennoch weiter. Eric Darrouzet, Forscher an der Universität Tours, schätzt, dass sich die Art jährlich um 60 bis 80 km ausbreitet. Auch wenn einige Erfolge wie die Ausrottung der Hornisse auf Mallorca im Jahr 2020 vermeldet werden können, ist die Aussicht auf eine vollständige Ausrottung in Europa gering, wie Euronews berichtet.
Die Bekämpfung sollte stets geschulten Personen überlassen werden, um geschützte Arten nicht zu gefährden. Das Umweltbundesamt bittet darum, Funde unverzüglich den zuständigen Behörden zu melden, auch wenn seit März 2025 keine Meldepflicht mehr besteht, da die Art in Deutschland als etabliert gilt. Zu beachten ist zudem, dass der Einsatz von Lockfallen nicht ratsam ist, da sie auch geschützte Insektenarten fangen können.