Zuwanderung als Schlüssel: Sachsen-Anhalt kämpft ums Wirtschaftswachstum!

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Sachsen-Anhalt benötigt Zuwanderung zur Sicherung des Wirtschaftswachstums. Ausländische Arbeitskräfte steigen; Herausforderungen bleiben.

Sachsen-Anhalt benötigt Zuwanderung zur Sicherung des Wirtschaftswachstums. Ausländische Arbeitskräfte steigen; Herausforderungen bleiben.
Sachsen-Anhalt benötigt Zuwanderung zur Sicherung des Wirtschaftswachstums. Ausländische Arbeitskräfte steigen; Herausforderungen bleiben.

Zuwanderung als Schlüssel: Sachsen-Anhalt kämpft ums Wirtschaftswachstum!

Die wirtschaftliche Landschaft Sachsen-Anhalts steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Immer wieder betont die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, dass das Land auf Zuwanderung angewiesen ist, um langfristiges Wirtschaftswachstum zu sichern. Der Trend ist klar: seit 2017 sinkt die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten deutschen Arbeitnehmer, was einen spürbaren Einfluss auf die wirtschaftliche Stabilität hat. Dies wird durch aktuelle Daten deutlich, die zeigen, dass die Anzahl der ausländischen Beschäftigten von 7.200 im Jahr 2010 auf beachtliche 65.200 im Jahr 2024 angestiegen ist. Die größte Gruppe bilden mit 13.400 Polen, gefolgt von Rumänen mit 6.800 und Syrern mit 5.100.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion, hebt hervor, dass eine behördenübergreifende Digitalisierung dringend nötig ist, um die Zuwanderungsverfahren zu beschleunigen. So stieg die Zahl der Zustimmungen zur Arbeitsmarktzulassung von 3.700 in 2022 auf 7.400 in 2024. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Zuwanderung ein Schlüssel zur Bewältigung des Fachkräftemangels in der Region ist.

Der Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt

Das Bild wird ernster, wenn man die langfristigen Prognosen betrachtet. Laut Berichten wird bis 2035 möglicherweise mehr als 216.000 Personen im erwerbsfähigen Alter fehlen, wenn keine geeigneten Maßnahmen zur Zuwanderung ergriffen werden. Diese alarmierenden Zahlen wurden kürzlich in einer umfassenden Analyse veröffentlicht, die verdeutlicht, dass Sachsen-Anhalt dringend Maßnahmen zur Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften aus der EU und Drittstaaten benötigt. Von 2013 bis 2022 ist eine signifikante Veränderung im Arbeitsmarkt zu beobachten: Die Zahl der ausländischen Beschäftigten ist von 11.700 auf 51.100 gestiegen, während die Zahl der deutschen Beschäftigten um 4.400 gesunken ist.

Ein Blick auf die demografische Struktur zeigt, dass fast 70 % der ausländischen Beschäftigten Männer sind und der Frauenanteil bei 31 % liegt. Zudem arbeiten 78 % der ausländischen Beschäftigten im Alter von 25 bis unter 55 Jahren – eine Schlüsselgruppe, die für die Zukunft der Wirtschaft unerlässlich ist. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe sind ausländische Arbeitskräfte hoch im Kurs.

Die neue Chancenkarte und ihre Bedeutung

Ein vielversprechender Schritt ist die Einführung der Chancenkarte zur Jobsuche, die seit dem 1. Juni 2024 in Kraft ist. Diese ermöglicht Drittstaatsangehörigen, die über gleichwertige Qualifikationen oder bestimmte Bildungsnachweise verfügen, den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Die Mindestanforderungen sind recht überschaubar: einfache Deutsch- oder Englischkenntnisse und Punkte für Qualifikationen, Berufserfahrung und Alter sind entscheidend.

Die Chancenkarte kann zunächst für maximal ein Jahr erteilt werden und bietet die Möglichkeit, um zwei weitere Jahre zu verlängern, sofern ein qualifiziertes Jobangebot vorliegt. Zudem wurde die Westbalkanregelung entfristet, was Staatsangehörigen von Ländern wie Albanien und Montenegro den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert – auch hier hat sich die Bundesagentur für Arbeit ein jährliches Kontingent von 50.000 Zustimmung vorgesehen.

Unternehmer, wie beispielsweise Gerlach, der eine Fleischerei mit mehreren Filialen betreibt, schildert die konkreten Herausforderungen: Jährlich gehen vier bis fünf Mitarbeiter in den Ruhestand – das sind etwa zehn Prozent der Belegschaft. Daher ist er auf der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften in Osteuropa, um seine Stellen zu besetzen. Der Druck steigt, da etwa jeder achte Beschäftigte in Sachsen-Anhalt über 60 Jahre alt ist. Die Zahl der Beschäftigten blieb in den letzten Jahren durch Zuwanderung weitgehend stabil, während die hiesigen Arbeitskräfte weiterhin schrumpfen.

Diese Entwicklungen verdeutlichen nicht nur die Notwendigkeit der Zuwanderung für die wirtschaftliche Stabilität Sachsen-Anhalts, sondern auch die Möglichkeiten, die durch strategische Maßnahmen geschaffen werden können. Bleiben wir gespannt, wie die Region auf diese Herausforderungen reagiert und sich weiterentwickelt.

Für weitere Informationen besuchen Sie Tixio, Bundesagentur für Arbeit und MDR.