Das Fax stirbt in Sachsen: Veraltete Technik wird abgeschafft!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Sachsens Verwaltungen reduzieren Faxnutzung aufgrund von Datenschutzbedenken; zahlreiche Städte setzen auf digitale Kommunikation.

Sachsens Verwaltungen reduzieren Faxnutzung aufgrund von Datenschutzbedenken; zahlreiche Städte setzen auf digitale Kommunikation.
Sachsens Verwaltungen reduzieren Faxnutzung aufgrund von Datenschutzbedenken; zahlreiche Städte setzen auf digitale Kommunikation.

Das Fax stirbt in Sachsen: Veraltete Technik wird abgeschafft!

In den sächsischen Verwaltungen ist ein bemerkenswerter Wandel im Gange: Faxgeräte werden zunehmend abgeschafft. Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass die Nutzung dieser ehemals weit verbreiteten Technologie rückläufig ist. Wie n-tv berichtet, zeigt eine Umfrage in zehn Landkreisen und drei kreisfreien Städten, dass Bürger weiterhin Anfragen per Fax senden, jedoch viele dieser Faxe mittlerweile auf Mailpostfächer weitergeleitet werden. Im Vogtlandkreis, im Landkreis Leipzig und im Landkreis Bautzen sind Faxgeräte bereits gänzlich verschwunden. Doch wie sieht es mit der Altstadt Rund um Leipzig aus?

In der Stadtverwaltung Leipzig selbst existieren noch circa 370 Faxanschlüsse; allerdings sind diese nicht jeweils einem Faxgerät zugewiesen. Im Jahr 2022 waren insgesamt noch über 600 Faxgeräte in Betrieb. Dies hat sich jedoch stark verändert: Im Juli 2025 wurden lediglich etwa 2.500 Faxe empfangen und 400 versendet. Auch die Landeshauptstadt Dresden plant, die Faxkommunikation bis Ende des Jahres abzuschalten. Hier sind rund 300 Faxnummern aktiv, allerdings spielt das Fax im Alltag kaum noch eine Rolle.

Datenschutzbedenken und der Alltag der Behörden

Ein zentraler Grund für den Rückgang der Faxgeräte sind erhebliche Datenschutzbedenken. Wie das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erklärt, entspricht die Faxkommunikation nicht mehr den modernen Datenschutzanforderungen. Faxe sind im Klartext lesbar und stellen damit ein Risiko dar. Der Datenschutzexperte der sächsischen Datenschutzbeauftragten bezeichnete Faxgeräte sogar als sicherheitstechnisch bedenklich, vergleichbar mit unverschlüsselten E-Mails oder Postkarten, wie MDR berichtet.

In Chemnitz sind noch etwa 170 Faxnummern aktiv. Hier werden pro Quartal rund 2.000 Faxe gesendet und 6.000 empfangen. Das Landratsamt Nordsachsen hat nur noch ein klassisches Faxgerät für Krisensituationen im Einsatz, und auch im Landkreis Zwickau finden sich Faxgeräte, jedoch nur noch in spezialisierten Ämtern wie dem Gesundheitsamt oder der Stabsstelle für Brandschutz und Katastrophenschutz. Im Erzgebirgskreis sind immerhin noch 58 Faxgeräte vorhanden, während das Fax weiterhin als rechtsverbindliches Kommunikationsmittel gilt.

Der Blick über die Grenzen Sachsens

Der Trend zur Digitalisierung ist in vielen Teilen Deutschlands spürbar. Vor einem Jahr schaffte der Bundestag seine letzten Faxgeräte ab. In vielen Bereichen, insbesondere in der Justiz und im Gesundheitswesen, wird die Faxkommunikation immer weniger genutzt. Laut einer Umfrage von Bitkom verwenden lediglich 18% der Unternehmen in Deutschland das Fax noch häufig, was einen Rückgang von 33% im Jahr 2023 darstellt. Die Zeit der Faxgeräte scheint endgültig abzulaufen, da sie in der öffentlichen Verwaltung auch aufgrund strikter Datenschutzvorgaben an Bedeutung verlieren.

Allerdings finden Faxe in bestimmten Bereichen nach wie vor Verwendung, etwa als Backup für Notfälle. So ist das Technische Hilfswerk, in dem rund 1.000 Faxgeräte existieren, auf diese Technologie nicht vollständig angewiesen, und im nordrhein-westfälischen Jena werden Faxe nur in Ausnahmefällen verschickt, wenn beispielsweise die Schriftform erforderlich ist. Die Stadt strebt jedoch an, vermehrt über ein verschlüsseltes elektronisches Behördenpostfach zu kommunizieren.

Die Debatte über die Zukunft der Faxgeräte ist also ein Zeichen dafür, wie stark sich die Kommunikationskultur in der Verwaltung wandelt. Der Druck zur Digitalisierung wächst, und die Wirtschaft fordert immer lauter die Abschaffung der veralteten Fax-Technik, wie Haufe berichtet. In Niedersachsen und Bremen wird jedoch weiterhin auf Faxgeräte gesetzt, was zeigt, dass die Technologie nicht ganz der Vergangenheit angehört.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Faxgeräte in Sachsens Verwaltungen auf dem Rückzug sind, während die Behörden sich immer mehr der elektronischen Kommunikation zuwenden. Die Zeit wird zeigen, ob der Fax wirklich bald der Vergangenheit angehört oder ob er weiterhin eine Nische besetzen wird.