Lausitzer Lebensqualität hoch, Kohleausstieg umstritten – Umfrage zeigt's!

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Görlitz, 14.08.2025: Umfrage über Lebenszufriedenheit und Kohleausstieg in der Lausitz zeigt widersprüchliche Ergebnisse.

Görlitz, 14.08.2025: Umfrage über Lebenszufriedenheit und Kohleausstieg in der Lausitz zeigt widersprüchliche Ergebnisse.
Görlitz, 14.08.2025: Umfrage über Lebenszufriedenheit und Kohleausstieg in der Lausitz zeigt widersprüchliche Ergebnisse.

Lausitzer Lebensqualität hoch, Kohleausstieg umstritten – Umfrage zeigt's!

Die Stimmung in der Lausitz bleibt auch im Jahr 2025 mehr als gemischt. Das zeigt der aktuelle Lausitz-Monitor, der im Frühjahr 2023 durchgeführt wurde und auf den Ergebnissen einer Umfrage von rund 1000 Einwohnern aus den sächsischen und brandenburgischen Landkreisen sowie Cottbus basiert. Laut den Ergebnissen, die von der Sächsischen.de veröffentlicht wurden, lehnt die Mehrheit der Befragten die Ziele des Kohleausstiegs ab. Parallel dazu zeigt sich jedoch eine bemerkenswerte Zufriedenheit in Bezug auf die persönliche Lebensqualität in der Region.

Was treibt die Bevölkerung in der Lausitz um? Zwar sind viele Menschen mit ihrer persönlichen Situation zufrieden, das heißt, sie blicken optimistisch in die Zukunft. Genauer gesagt, liegt der Anteil der Zufriedenen bei stolzen drei Vierteln. Dies entspricht zwar dem Vorjahr, aber es ist zu erkennen, dass der Optimismus, insbesondere in der Altersgruppe der 40 bis 60-Jährigen, deutlich gesunken ist. So wird laut dem Kommunikationspsychologen Jörg Heidig, einem Mitautor der Studie, diese Entwicklung als besorgniserregend erachtet, da gerade diese Altersgruppe als Leistungsträger gilt.

Doch woher kommt der Pessimismus? Ein Blick auf die Ursachen zeigt, dass insbesondere Preissteigerungen und Inflation großen Einfluss haben: 84 Prozent der Befragten empfinden diese als belastend. Der Krieg in der Ukraine und die Diskussion um die Energiewende tragen ebenfalls zur Skepsis bei. So ist die Zustimmung zur Energiewende um acht Prozent gesunken. Diese Widersprüche zwischen emotionaler Bindung an traditionelle Energieformen und dem rationalen Fortschritt in der Diskussion um erneuerbare Energien sind laut MDR ein zentrales Thema.

Der Strukturwandel in der Lausitz

Die paradoxe Situationslage in der Lausitz ist auch im Kontext des Strukturwandels zu verstehen. Das Thema Kohleausstieg ist seit 2020 ein heftig diskutiertes Thema. Seit dem Inkrafttreten des Kohleausstiegs- und Strukturstärkungsgesetzes hat die Bedeutung der Braunkohle für die regionale Wirtschaft kontinuierlich abgenommen. Im Jahr 2020 waren in der Braunkohle noch knapp 20.000 Menschen beschäftigt, ein Rückgang von etwa 8,5 Prozent in den letzten zwei Jahrzehnten.

Die öffentliche Wahrnehmung des Kohleausstiegs ist geprägt von Emotionen. Diese ist oft geprägt von der Deutung der Nachwende-Transformation als Zusammenbruch, was wiederum die aktuelle Strukturwandeldebatte beeinflusst. Historisch ist die Lausitz stark mit der Braunkohleförderung verwoben, was die Diskussion um die notwendige Transformation erschwert. Dennoch hat die politische Elite in den neuen Bundesländern klare Ziele in der Hand, um kreative Lösungen für diese Herausforderungen zu finden.

Wichtig zu erwähnen ist, dass der aktuelle Strukturwandel sich deutlich von der Transformation in den 90er-Jahren unterscheidet. Massenarbeitslosigkeit wird nicht befürchtet, und durch gezielte Strukturhilfen werden die betroffenen Regionen aktiv unterstützt. Bis 2030 wird ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohle in den Ruhestand gehen, was die Notwendigkeit einer klaren Perspektive für die künftige Entwicklung umso dringlicher macht. BBSR hebt dies in seinen Analysen hervor.

Zusammenfassend zeigt der Lausitz-Monitor, dass trotz der Herausforderungen und Bedenken ein gewisses Maß an Optimismus und Zufriedenheit in der Bevölkerung verankert ist. Der Balanceakt zwischen Traditionsbewusstsein und den Notwendigkeiten der Zukunft bleibt eine anspruchsvolle, aber auch notwendige Aufgabe. Es bleibt zu hoffen, dass die Lösungen, die gefunden werden, sowohl den Bedürfnissen der Menschen als auch den Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung gerecht werden.