Harz hat die meisten Funklöcher: Mobilfunkversorgung in Sachsen-Anhalt schwach!
Funklöcher in Sachsen-Anhalt: Messungen zeigen 2,4% Netzverlust im Landkreis Harz. Verbesserung der Mobilfunkversorgung geplant.

Harz hat die meisten Funklöcher: Mobilfunkversorgung in Sachsen-Anhalt schwach!
In Sachsen-Anhalt ist der Landkreis Harz ganz vorne bei einem Thema, das viele Mobilfunknutzer beschäftigt: Funklöcher. Eine aktuelle Messwoche der Bundesnetzagentur zeigt, dass hier bei 2,4 Prozent der Messungen kein Netz vorhanden war. Im Vergleich dazu gibt es im Landkreis Wittenberg nur bei 1,1 Prozent der Messungen Funklöcher. Ein Blick auf die Ergebnisse verrät, dass das Thema Netzabdeckung in ländlichen Regionen insbesondere für Landwirte und die Bevölkerung von großer Bedeutung ist.
Insgesamt suchten bundesweit rund 150.000 Mobilfunknutzer mit der von der Bundesnetzagentur bereitgestellten App nach Funklöchern. Die Messungen fanden zwischen dem 26. Mai und dem 1. Juni 2025 statt, und die erfassten Daten liefern wertvolle Hinweise zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung. Acht Landkreise in Sachsen-Anhalt liegen über dem bundesweiten Durchschnitt von 0,76 Prozent Funklöchern, was deutlich macht, dass da noch Luft nach oben ist.
Messungen und Netzabdeckung
Eine aufregende Erkenntnis ist, dass Sachsen-Anhalt im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern besser abschneidet. Die 4G-Flächenversorgung in Deutschland liegt aktuell bei 97,53 Prozent, während über 93,85 Prozent der Fläche mit 5G abgedeckt sind. Trotz dieser hohen Werte sind 14 Prozent der Bundesfläche als „graue Flecken“ klassifiziert, was bedeutet, dass dort mindestens ein, aber nicht alle Netzbetreiber mit 4G oder 5G präsent sind. Sogar 2,1 Prozent zählen zu den „weißen Flecken“, wo weder 4G noch 5G verfügbar ist.
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, weist darauf hin, wie wichtig diese Messungen sind. Er ermutigt Nutzer, die App einzusetzen, um die Netzverfügbarkeit zu dokumentieren. Die anonymisierten Daten fließen in eine interaktive Mobilfunkkarte ein, die wöchentlich aktualisiert wird, um so einen Überblick über den Mobilfunkstatus in real-time zu geben. Der Bundesminister für Digitales, Dr. Karsten Wildberger, unterstützt die Initiative zur Verbesserung der Netzabdeckung in Deutschland.
Die Herausforderungen im Landkreis Harz
Besonders im Landkreis Harz sind die Funklöcher ein drängendes Problem, das von der MDR ausführlich behandelt wird. Der Hauptgrund für die schlechten Werte wird bei dem Anbieter Telefonica/O2 gesehen, was dazu führt, dass der ländliche Raum oft ohne Mobilfunkempfang auskommen muss. Dies stellt nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für die landwirtschaftliche Nutzung im Landkreis eine Herausforderung dar.
Mit dem deutschlandweiten Mobilfunk-Monitoring und den Ergebnissen aus der Messwoche kann der Druck auf die Mobilfunkanbieter steigen, ihre Infrastruktur zu verbessern. Die Landesregierung und die Bundesnetzagentur haben bereits angekündigt, die Ergebnisse weiter auszuwerten und Maßnahmen zur Verbesserung der Netzabdeckung in den betroffenen Gebieten zu prüfen. Die Zukunft der Mobilfunkversorgung in Sachsen-Anhalt hängt also von den nächsten Schritten ab, die jetzt unternommen werden müssen.