Leipziger Zoo trauert um Tigerbabys: Einschläferung nach Fürsorgemangel
Im Leipziger Zoo wurden zwei Tage nach der Geburt drei Tigerbabys eingeschläfert, da die Mutter Yushka sie nicht versorgte.

Leipziger Zoo trauert um Tigerbabys: Einschläferung nach Fürsorgemangel
Im Leipziger Zoo gibt es bewegende Nachrichten: Am Mittwoch, den 10. August 2025, brachte die Amurtigerin Yushka drei gesunde Tigerbabys zur Welt. Zoodirektor Prof. Jörg Junhold berichtete stolz, dass Yushka in den ersten Stunden vorbildlich für ihren Nachwuchs sorgte, sie sorgfältig leckte und erste Saugversuche beobachtete. Doch schon am Donnerstag wendete sich das Blatt – Yushka reduzierte ihre Fürsorge und ließ die kleinen Tiger schnell allein.
Wie der Zoo erklärt, ist es im Tierreich nicht unüblich, dass unerfahrene Mütter die Aufzucht abbrechen. Nach nur zwei Tagen, in denen die Jungtiere ohne mütterliche Versorgung auf sich allein gestellt waren, wurde entschieden, dass die dreimaligen Tigerbabys eingeschläfert werden mussten. Sie waren bereits geschwächt und drohten zu verhungern. Diese Entscheidung, die das Team rund um Tierarzt Dr. Andreas Bernhard traf, sollte den kleinen Tieren das Leiden durch Verhungern ersparen, was ein sehr bedauerlicher, aber in der Tierpflege manchmal notwendiger Schritt war.
Die Herausforderungen der Tieraufzucht
Die ersten Wochen in der Aufzucht eines Neugeborenen bringen oft unvorhergesehene Herausforderungen mit sich. Prof. Junhold äußerte sich enttäuscht über den Ausgang der Aufzucht, bleibt aber optimistisch, dass Yushka aus dieser Erfahrung lernen kann. Der Zoo verfolgt einen klaren wissenschaftlichen Anspruch zur artgemäßen Wildtierhaltung und schloss eine Handaufzucht der Tigerbabys aus, um das natürliche Verhalten und das Lernen vom Muttertier zu fördern. Demnach wird im Zoo Leipzig seit den 70er Jahren das Internationale Tigerzuchtbuch geführt, das die Bestände der Amurtiger in menschlicher Obhut dokumentiert, um den Fortbestand dieser majestätischen Raubkatzen zu unterstützen.
Amurtiger gehören zu den größten Raubkatzen der Welt und sind akut vom Aussterben bedroht. Der Leipziger Zoo setzt sich aktiv dafür ein, einen Beitrag zur Erhaltung dieser bedrohten Art zu leisten. International gibt es zahlreiche Initiativen, um die Tigerpopulation zu sichern. So fand im November 2010 in Sankt Petersburg das erste Internationale Tiger-Erhaltungsforum statt, wo strategische Programme zum Schutz von Tigern in ihren Lebensräumen entwickelt wurden. Einige Länder, wie Indien, Nepal, China und Russland, zeigen Fortschritte bei der Wiederherstellung ihrer Tigerpopulationen, während in anderen Regionen noch viel zu tun bleibt.
Die Herausforderungen beim Erhalt der Tigerpopulation sind immens und erfordern internationale Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch. Der Zoo Leipzig ist sich dieser Verantwortung bewusst und engagiert sich für eine zukunftsfähige Aufzucht sowie den Schutz der letzten Amurtiger. Auch wenn die Ereignisse rund um Yushka und ihre Jungtiere tragisch sind, bleibt die Hoffnung, dass aus diesen Erfahrungen in Zukunft positive Lehren gezogen werden können, um besser auf die Bedürfnisse der Tiere einzugehen.