Tiger-Queen vor Gericht: Über 10 Tiger leiden im Gewerbegebiet!
Eine Dompteurin aus Leipzig steht vor Gericht, weil sie zehn Tiger in unzureichenden Bedingungen hielt. Der Fall wirft Fragen zum Tierschutz auf.

Tiger-Queen vor Gericht: Über 10 Tiger leiden im Gewerbegebiet!
Am Stadtrand von Leipzig herrscht traurige Realität für zehn Tiger, die in einem Gewerbegebiet unter beengten Bedingungen leben müssen. Die Halterin, Carmen Zander, einst bekannte „Tiger-Queen“ im Zirkus, ist jetzt ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit geraten. Wie die Bild berichtet, hat die Pandemie und der Rückgang von Zirkusauftritten Zander stark zu schaffen gemacht. Folglich blieben ihre Einnahmen aus, während die monatlichen Kosten für Tigerfutter über 1.000 Euro betragen.
Seit 2022 darf Zander ihre Tiere nicht mehr kommerziell zur Schau stellen. Dennoch veranstaltete sie zu Ostern drei Tigerschauen, für die man 20 Euro Eintritt zahlte. Zudem bot sie ihre sechs Jungtiere zum Streicheln auf ihrer Internetseite an. Die Ämter fordern nun bessere Haltungsbedingungen, die in der aktuellen Umgebung nicht geboten werden können. Für fünf Tiger wären eigentlich 500 Quadratmeter erforderlich, aber die Fläche, die sie zur Verfügung hat, ist deutlich kleiner. Diese Situation führte dazu, dass Zander vor dem Amtsgericht Eilenburg angeklagt wurde, gegen das Auftrittsverbot sowie das Naturschutzgesetz verstoßen zu haben.
Konflikt vor Gericht
Bei der Verhandlung gestand Zander weitgehend die Vorwürfe ein, argumentierte jedoch, dass ihr Handeln aus Not und nicht aus Gier geschah. „Es ist nicht so, dass ich das einfach so mache“, so die 52-Jährige. Die Richterin stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage vorläufig ein, was Zander zumindest etwas Luft verschaffte.
Ein weiteres sensibles Thema ist der Tiger-Nachwuchs. Zander erklärte, dass die Tigerbabys nicht absichtlich gezüchtet wurden, sondern durch „Unfälle“ in der Gruppe entstanden sind. Sie zeigte sich auch vehement dagegen, gesunde Tigerbabys einzuschläfern – eine Praxis, die in anderen Zoos Gang und Gäbe ist. Hier zeigt sich das Dilemma, das auch von den Richtlinien für die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bekannt ist. Nach den gesetzlichen Leitlinien sollten Tiere artgerecht ernährt und untergebracht werden. Diese Vorgaben scheinen in Zanders speziellen Fall jedoch nicht erfüllt zu sein.
Tierschutz im Zirkus
Die Diskussion um die Haltung von Zirkustieren ist ohnehin ein heikles Thema, das oft zu emotionalen Debatten führt. Vorschriften legen fest, dass Tiere nur dann im Zirkus gehalten werden dürfen, wenn sie unter verhaltensgerechten Bedingungen leben. Da die Tiger im Gewerbegebiet nicht die geforderten Mindestanforderungen erfüllen, ist der Aufschrei in der Öffentlichkeit verständlich.
Die Situation zeigt eindringlich, wie schwierig die Lage für Tierhalter:innen sein kann, die in einer schwindenden Branche arbeiten. Das Wohl der Tiere sollte allerdings immer an erster Stelle stehen – und in diesem Fall gibt es noch viel zu tun, um die Bedürfnisse der Tiger in Leipzig zu sichern.