Schockierende Kontrollen: 69 Verstöße gegen Tiertransporte auf der A4!

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Am 10. und 11. November 2025 stoppte die Verkehrspolizei in Mittelsachsen über 60 Verstöße bei Tiertransporten auf der A4.

Am 10. und 11. November 2025 stoppte die Verkehrspolizei in Mittelsachsen über 60 Verstöße bei Tiertransporten auf der A4.
Am 10. und 11. November 2025 stoppte die Verkehrspolizei in Mittelsachsen über 60 Verstöße bei Tiertransporten auf der A4.

Schockierende Kontrollen: 69 Verstöße gegen Tiertransporte auf der A4!

Was ist da los auf der A4 in Lichtenau? Am 10. und 11. November gingen die Verkehrspolizeiinspektion Chemnitz, das Veterinäramt Mittelsachsen und die tschechische Polizei gemeinsam auf Kontrollfahrt, um verdächtige Tiertransporte zu überprüfen. Ziel der Maßnahme war es, den Tierschutz zu gewährleisten und Verstöße gegen geltende Gesetze festzustellen. Insgesamt wurden 34 Fahrzeuge kontrolliert, darunter 32 LKW und Sattelzüge sowie zwei PKW mit Anhängern. Dabei wiesen die Behörden eine erschreckende Anzahl von 69 Ordnungswidrigkeiten nach, wie Blick.de berichtet.

Von diesen Verstöße betrafen mehr als drei Dutzend Fälle, in denen die Lenk- und Ruhezeiten ignoriert wurden. Hinzu kamen vier Überladungsverstöße und acht Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Besonders besorgniserregend sind die Mängel bei den Tiertransporten: Einige Tiere erhielten über längere Zeit kein Wasser, und auch die Reinigung der Transportboxen ließ zu wünschen übrig. Ein Fahrzeugführer transportierte sogar sieben Ferkel zu viel, was nicht nur illegal, sondern auch äußerst unethisch ist.

Hintergründe der Kontrollen

Die schleppenden Kontrollen reißen ein tiefes Loch in das System, wo die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere allen am Transport Beteiligten obliegt, sei es den Transportunternehmern, Organisatoren oder Fahrern. Sie müssen sich an die EU-Verordnung halten, die seit dem 5. Januar 2007 in Kraft ist. Diese regelt den Transport lebender Wirbeltiere innerhalb der EU und legt konkrete Vorgaben, wie beispielsweise Befähigungsnachweise für Fahrer, fest. Einmal erteilt, gelten die Zulassungen für fünf Jahre und werden in einer elektronischen Datenbank erfasst, wie BMELH erläutert.

Für Langstreckentransporte ab 8 Stunden müssen spezielle Dokumente vorgelegt werden, die das Wohlergehen der Tiere sicherstellen sollen. Hierbei unterziehen die Behörden die Transporte nicht nur bei der Abfahrt, sondern auch an Grenzkontrollstellen einer genauen Prüfung.

Tierschutz in der EU – Ein dringend benötigter Reformprozess

In der EU halten die Menschen mehr als 150 Millionen Katzen und Hunde. In diesem Kontext hat die EU-Kommission nun weitere Standardisierungen für die Haltung und den Transport von Tieren vorgeschlagen. Ein Bericht der Tagesschau zeigt, dass die neuen Regeln nicht nur für Schlachttiere, sondern auch für Haustiere gelten sollen. Die Zielsetzung dabei ist klar: den Tierschutz verbessern und Misshandlungen sowie Vernachlässigungen verhindern.

Zu den geplanten Regelungen zählen unter anderem Mindeststandards für Züchter und Tierheime, die sicherstellen sollen, dass Tiere artgerecht behandelt werden. Auch die Transportvorgaben sollen strenger werden: Für Fahrten zum Schlachter soll die Maximaldauer auf 9 Stunden und für andere Transporte auf 21 Stunden begrenzt werden, wobei nach 10 Stunden eine einstündige Pause Pflicht ist. Diese Reform der Tiertransportregeln ist die größte Änderung seit zwei Jahrzehnten und wird von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir tatkräftig unterstützt.

Wie die jüngsten Vorfälle auf der A4 zeigen, liegt noch ein weiter Weg vor uns, um das Wohl der Tiere auf allen Ebenen zu garantieren. Die Kontrollen müssen intensiviert und Regelverstößen von allen Beteiligten entschieden begegnet werden. Schließlich dürfen Tiere nicht nur als Transportgut betrachtet werden, sondern sollten einen respektvollen Platz in unserer Gesellschaft haben.