Zweiter Wahlgang in Freiberg: Wer wird der neue Oberbürgermeister?
Am 28. September wählten Freiberger einen neuen Oberbürgermeister. Zweiter Wahlgang am 26. Oktober entscheidet über den Amtsinhaber.

Zweiter Wahlgang in Freiberg: Wer wird der neue Oberbürgermeister?
Am Sonntag, dem 28. September 2025, wurde in Freiberg ein neuer Oberbürgermeister gewählt, doch die Wahl brachte eine spannende Wendung mit sich. Keiner der Kandidaten konnte die notwendige absolute Mehrheit von 50 Prozent erreichen, weshalb ein zweiter Wahlgang am 26. Oktober angesetzt ist, bei dem die einfache Mehrheit ausreicht. Aktuell liegt Philipp Preißler von den Freien Wählern Mittelsachsen mit 31,5 Prozent der Stimmen in Führung, gefolgt von Christian Pudack, der für die Wählergemeinschaft „Freiberg für alle“ antritt und 21,4 Prozent erzielen konnte.
Doch die Konkurrenz schläft nicht: Jens Uhlemann von der AfD kann mit 20,5 Prozent aufwarten, während Steve Ittershagen von der CDU nur knapp mit 20,1 Prozent hinter ihm liegt. Der parteiunabhängige Dr. Stefan Krinke hatte letztlich 6,5 Prozent der Stimmen, was ihn auf Rang fünf versetzte. Trotz der ungewissen Situation zeigt die Wahlbeteiligung von 57,6 Prozent, dass die Bürger:innen an der politischen Gestaltung ihrer Stadt interessiert sind. Dies ist ein erfreulicher Anstieg im Vergleich zur letzten OB-Wahl 2022, als die Beteiligung bei 54,2 Prozent lag. Rund 30.000 Menschen waren wahlberechtigt, und die Wahlorganisation verlief reibungslos in 25 Wahllokalen und 12 Briefwahlstellen, wie Blick berichtet.
Die Kandidaten im Überblick
Steve Ittershagen, der derzeit den Verein Montanregion Erzgebirge leitet, fokussiert sich auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und möchte neue Gewerbegebiete schaffen, um Investitionen anzuziehen. „Wir müssen die Stadtgesellschaft näher zusammenbringen“, betont er. Jens Uhlemann hingegen setzt auf Infrastrukturprojekte wie den Bau einer Umgehungsstraße und die Sanierung des Freibades, um die Stadt durch schwierige Zeiten zu steuern. Philipp Preißler sieht Freiberg auf einem guten Weg zur familienfreundlichen Kommune und plant, das Welterbezentrum in der Innenstadt fertigzustellen, um mehr Touristen anzuziehen.
Dr. Stefan Krinke, der als Ingenieur an der TU Bergakademie Freiberg tätig ist, hat sich zum Ziel gesetzt, Fördermittel für die medizinische Versorgung zu besorgen und den öffentlichen Nahverkehr zu optimieren. Besonders wichtig ist ihm die Verbesserung der kinderärztlichen und allgemeinmedizinischen Versorgung sowie die Herstellung einer Umgehungsstraße, um den Schwerlastverkehr zu reduzieren. Die Wahllokale hatten am Wahltag von 8 bis 18 Uhr geöffnet, und die Ergebnisse wurden zügig im Rathaus ausgezählt. Bereits gegen 19.30 Uhr war das Ergebnis klar, und Dr. Krinke verfolgte als einziger Kandidat die Auszählung vor Ort, so MDR.
Beteiligung und Perspektiven
Die Wahlbeteiligung gilt als ein wichtiges Merkmal der politischen Partizipation und Demokratie. In Deutschland, so zeigt eine Analyse von Statista, weist die Wahlbeteiligung bei Kommunal- und Landeswahlen oft regionale Unterschiede auf. In Freiberg spiegelte sich das Interesse der Bevölkerung jedoch in den besseren Beteiligungszahlen wider, was für die kommende Entscheidung im zweiten Wahlgang hoffentlich ein gutes Omen ist.
Die endgültige Entscheidung über den neuen Oberbürgermeister und die künftige Ausrichtung der Stadt Freiberg fällt nun am 26. Oktober. Es bleibt abzuwarten, welches Gesicht die Stadt dann in der Verwaltungsmacht sehen wird.