Susann Eminger vor Gericht: Neuer Prozess im NSU-Komplex startet jetzt!

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Am 6.11.2025 beginnt der Prozess gegen Susann Eminger in Dresden. Sie steht wegen Unterstützung des NSU vor Gericht.

Am 6.11.2025 beginnt der Prozess gegen Susann Eminger in Dresden. Sie steht wegen Unterstützung des NSU vor Gericht.
Am 6.11.2025 beginnt der Prozess gegen Susann Eminger in Dresden. Sie steht wegen Unterstützung des NSU vor Gericht.

Susann Eminger vor Gericht: Neuer Prozess im NSU-Komplex startet jetzt!

Am Oberlandesgericht Dresden hat am 6. November 2025 der Prozess gegen Susann Eminger begonnen. Die 38-Jährige aus Zwickau steht im Verdacht, dem rechtsextremen Terrornetzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) Beihilfe geleistet zu haben. Über ihre eheliche Verbindung zu André Eminger, einem verurteilten Unterstützer im Münchner NSU-Prozess, könnte sie eine entscheidende Rolle gespielt haben.

In der Anklageschrift sind mehrere gravierende Vorwürfe aufgeführt. Eminger wird beschuldigt, zur besonders schweren räuberischen Erpressung beigetragen und die terroristische Vereinigung NSU in gleich drei Fällen unterstützt zu haben. Konkrete Taten umfassen die Bereitstellung ihrer Krankenkassenkarte für Beate Zschäpe, um Arzttermine zu ermöglichen, sowie ihre Personalien für die Beschaffung von Bahncards für Zschäpe und Uwe Böhnhardt. Zudem wird sie dafür verantwortlich gemacht, Zschäpe und Böhnhardt zu einem Wohnmobil transportiert zu haben, das für einen Raubüberfall in Eisenach genutzt wurde.

Prozessverlauf und Strafen

Die Verhandlung wird sich über Dutzende von Tagen bis Juni 2026 erstrecken. Im Falle einer Verurteilung könnte Eminger mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen. Aktuell befindet sie sich auf freiem Fuß, jedoch könnte sich dies je nach Verlauf des Prozesses ändern.

Dieser Prozess hat eine besondere Tragweite: Es ist der erste neue NSU-Prozess auf Bundesebene seit dem Urteil von 2018, das gegen Beate Zschäpe und vier ihrer Unterstützer gesprochen wurde. Der NSU hat zwischen 2000 und 2007 neun Männer mit türkischen und griechischen Wurzeln sowie eine Polizistin aus rassistischen Motiven ermordet und eine Serie von Verbrechen verübt, die bis heute Fragen zur Aufarbeitung und zum Umgang mit rechtsextremistischer Gewalt aufwerfen. Angehörige der Opfer fordern weiterhin eine umfassende Auseinandersetzung mit den Geschehnissen und deren tiefergehenden Hintergründen.

Hintergrund des NSU-Komplexes

Der NSU-Komplex stellt eine Zäsur dar, die nicht nur die Opfer, sondern auch die Gesellschaft und staatliche Institutionen betrifft. Der rechtsextreme Hintergrund und die rassistischen Motive der Morde zeigen, wie komplex die gesellschaftlichen und politischen Spannungsfelder sind, die bis heute bestehen. Interessierte können umfassende Informationen in dem Dossier „Der NSU-Komplex“ der Bundeszentrale für politische Bildung nachlesen, das verschiedene Aspekte der Geschehnisse beleuchtet und den Versuch unternimmt, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Dieses Dossier bietet neue Ansätze zur Aufarbeitung und wird als wichtiges Informationsangebot zum Thema Rechtsterrorismus seit 1945 angesehen.

Insgesamt ist der Stand der Dinge klar: Der Prozess gegen Susann Eminger wird nicht nur juristisch von Bedeutung sein, sondern auch gesellschaftspolitisch aufrütteln. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Fall zu einer weiteren Klärung der Geschehnisse rund um den NSU beiträgt und was die gerichtlichen Auseinandersetzungen letztlich für die Hinterbliebenen und die Gesellschaft bedeuten werden.

Für weitere Details zur Thematik und den Hintergründen sei auf die Artikel von Tagesschau, NSU und bpb verwiesen.