Eichsfeld setzt Stallpflicht durch: Hohe Vogelgrippe-Gefahr erkannt!
Eichsfeld plant Stallpflicht für Geflügel aufgrund hoher Vogelgrippe-Risiken. Erste bestätigte Fälle bei Wildvögeln entdeckt.

Eichsfeld setzt Stallpflicht durch: Hohe Vogelgrippe-Gefahr erkannt!
In Deutschland gibt es aktuell besorgniserregende Entwicklungen im Bereich der Vogelgrippe, besonders im Landkreis Eichsfeld in Thüringen. Dort plant das Veterinäramt die Einführung einer Stallpflicht für Geflügelhalter, da das Risiko als hoch eingeschätzt wird. Grund für diese Maßnahme ist der erste bestätigte Fall eines an Vogelgrippe verendeten Kranichs bei Dingelstädt. Auch überreste eines weiteren Tieres wurden in der Gegend gefunden, was die Alarmglocken läuten lässt, denn der erste Test auf das Virus war positiv, auch wenn die Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut noch aussteht. Am Donnerstag könnte die Anordnung zur Unterbringung von Geflügel in Ställen veröffentlicht werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Obwohl derzeit kein akutes Ausbruchsgeschehen vorliegt, zeigen die Kadaverfunde, dass Wildtiere und Aasfresser mit den Überresten in Kontakt kommen. In großen Teilen Thüringens ist die Stallpflicht bereits in Kraft, und auch in anderen anliegenden Regionen wie dem Kyffhäuserkreis und Sömmerda sind vorherige Allgemeinverfügungen erlassen worden. Besonders in Gebieten mit erhöhtem Wildvogelaufkommen sowie großen Geflügelhaltungen, wie beispielsweise in Erfurt und Schmalkalden-Meiningen, hat man die notwendigen Vorkehrungen getroffen.
Ausbreitung der Vogelgrippe in Deutschland
Die Vogelgrippe breitet sich nicht nur im Eichsfeld aus, sondern ist auch in anderen Bundesländern deutlich spürbar. In Baden-Württemberg wurden in einem Geflügelbetrieb 15.000 Tiere getötet, weil die Seuche dort wütet. Nach Schätzungen sind bereits etwa 2.000 Kraniche an der Geflügelpest verstorben — eine alarmierende Zahl, die die Dringlichkeit der Situation untermauert. Bundeseinheitlich wurden bislang 29 Ausbruchsherde bei Wildvögeln erfasst, mit einem klaren Fokus auf Kraniche, die besonders oft betroffen sind.
Die Ausbreitung der Tierseuche ist ganzjährig in Deutschland festzustellen, allerdings spitzt sich die Lage mit dem Vogelzug im Herbst zu. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat das Risiko für weitere Ausbrüche auf „hoch“ heraufgesetzt. Ein überwachter Kontakt zu toten Vögeln sollte unbedingt gemieden werden, um eine mögliche Virusverbreitung zu verhindern.
Risiken für die Bevölkerung
Für die Bevölkerung besteht derzeit jedoch kein beunruhigendes Risiko schwerwiegender Erkrankungen. Bislang sind keine Fälle von H5N1 bei Menschen bekannt. Es gibt jedoch das Übertragungsrisiko, insbesondere bei einer hohen Infektionsdosis, was die Lage nicht weniger ernst erscheinen lässt. Auch in den betroffenen Regionen wie Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden bei Ausbrüchen in Großbetrieben zehntausende von Geflügel getötet, um ein weiteres Aufeinandertreffen von Virus und Nutztiere zu vermeiden.
Das Thema Vogelgrippe wird nicht nur in Thüringen immer mehr zum Gesprächsthema, sondern zieht sich als rote Linie durch Deutschland und Europa. Impfstoffe gegen die Vogelgrippe sind in der EU bislang nicht flächendeckend zugelassen, obwohl es in Frankreich spezielle Impfstoffe für Geflügel gibt. Die Impfung ist mit umfangreichen Überwachungsmaßnahmen verbunden und kommt nur für bestimmte Geflügelarten in Betracht.
Angesichts der ernsthaften Lage sind die Geflügelhalter aufgerufen, besondere Sorgfalt walten zu lassen und die vorgeschlagenen Maßnahmen der Veterinärämter unbedingt zu befolgen. Nur so kann die Tierseuche gestoppt werden und die Gesundheit der Tiere sowie eine mögliche Gefährdung des Menschen in den Griff bekommen werden.
thueringen.de und zdfheute.de berichten über die aktuelle Situation und deren Auswirkungen auf die Geflügelhaltung in Deutschland und erläutern, welche Maßnahmen die Behörden ergreifen, um die Ausbreitung der Erkrankung einzudämmen.