Elisabeth von Thüringen: Ein Licht der Nächstenliebe in Eisenach!
Entdecken Sie das Leben von Elisabeth von Thüringen, einer bedeutenden Figur des Mittelalters, die Armen und Kranken Hoffnung brachte.

Elisabeth von Thüringen: Ein Licht der Nächstenliebe in Eisenach!
Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie lange die Themen Nächstenliebe und soziale Verantwortung schon in unserer Gesellschaft verankert sind. In diesem Kontext wird Elisabeth von Thüringen, die von 1207 bis 1231 lebte, als herausragendes Beispiel genannt. Sie war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Andechs und brachte Licht in das Leben der Bedürftigen in Eisenach. Die Kirche von Osnabrück hebt hervor, dass Elisabeth als “Stern” bezeichnet wird, der den Ärmsten Hoffnung und Wärme schenkt. Ihr unermüdlicher Dienst für Kranke und Bedürftige, der von manchen als entwürdigend angesehen wurde, macht sie zum Symbol der Nächstenliebe.
Die heutige Gesellschaft kann haarsträubend viel von Elisabeth lernen. Denn auch in Zeiten, in denen soziale Herausforderungen abnehmen schienen, gibt es immer noch Menschen, die sich für andere einsetzen. Die Kirche schätzt die caritativen Gruppen, die sich an ihrem Vorbild orientieren und durch ihre Tätigkeiten die Würde eines jeden Menschen anerkennen. Dankbarkeit wird für all jene ausgedrückt, die sich um die Nöte innerhalb der Diözese kümmern, und ihre Arbeit wird als Akt der Nächstenliebe angesehen.
Soziale Verantwortung in der Neuzeit
Zurückblickend auf das 19. Jahrhundert zeigt sich, dass der Umgang mit dem wachsenden Bedürfnis nach Unterstützung durch den Wandel der Gesellschaft überaus komplex war. Die Industrialisierung und Urbanisierung führten dazu, dass die traditionelle kirchliche Nächstenliebe an ihre Grenzen stieß, während die Kommunen mit der Betreuung von Armen und Kranken überfordert waren. Vor diesem Hintergrund schrieb man 1820 in Berlin: „Befreiung von Übeln, Unterstützung von Familien und Verhinderung ansteckender Krankheiten“ seien erforderlich. Diese zentralen Problemlagen versuchten gesellschaftliche Akteure durch unterschiedliche Ansätze zu lösen.
Die Debatten über Pauperismus und die Verelendung breiter Bevölkerungskreise nahmen ab den 1830er Jahren an Fahrt auf, während deutsche Fürsten und Städte versuchten, einheitliche Sozialsysteme einzuführen. Gleichzeitig waren die unterschiedlichen Rechtsverhältnisse innerhalb des Deutschen Bundes von Bedeutung. In Bayern und Württemberg galt das Heimatrecht bis 1870, während Preußen und Baden die Verantwortung für die Versorgung aller Einwohner in die Hände der Kommunen legen wollten.
Frauen als Wegbereiterinnen der sozialen Bewegung
Besonders Frauen spielten eine entscheidende Rolle in der sozialen Hilfstätigkeit. In Großstädten entstand ein starkes Netzwerk von konfessionellen und konfessionsübergreifenden Frauenvereinen, die sich der sozialen Arbeit widmeten. Der Badische Frauenverein von 1859 beispielsweise initiierte ein privates Wohlfahrtssystem und unterstützte Frauen auf dem Bildungsweg. Alice Salomon wurde zu einer Pionierin, die die Themen Frauenrechte und Sozialarbeit miteinander verknüpfte.
Der aktive Einsatz für soziale Belange wurde nach dem ersten Weltkrieg allerdings von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krisen überschattet, die den Einfluss der alten Frauenbewegung minderten. Während die neue Frauenbewegung der 1970er Jahre an vergangenen Debatten anknüpfte und sich für politische Teilhabe in der „Care-Arbeit“ einsetzte, zeigt sich, dass das Engagement für die Schwächeren und die Nächstenliebe zeitlos bleiben.
Wie die Kirche von Osnabrück betont, ist der Auftrag, Zuwendung und Anerkennung zu schenken, auch in der heutigen Zeit wichtig. Im Geist von Elisabeth von Thüringen kann jede:r Einzelne dazu beitragen, die Würde jedes Menschen zu wahren und Perspektivenwechsel zu ermöglichen, um auch in bedrängten Zeiten Hoffnung zu spenden.
Für mehr Informationen über die historischen Hintergründe und die Bedeutung der sozialen Bewegungen können Sie auf die entsprechenden Seiten unter FileZilla sowie der Bundeszentrale für politische Bildung zugreifen.