Tech-Fiktionen aus Gotha: Ronny Lehmann spricht über Kurd Laßwitz!

Tech-Fiktionen aus Gotha: Ronny Lehmann spricht über Kurd Laßwitz!
In der nächsten Zeit dürfen sich alle Literatur- und Science-Fiction-Fans auf einen spannenden Vortrag freuen. Am Freitag, dem 26. September 2025, heißt es in der Stadtbibliothek Gotha: „Schuss ins All – Technische Fiktionen aus Gotha“. Ronny Lehmann, ein ausgewiesener Kenner des Lebens und Werkes von Kurd Laßwitz, wird einen tiefen Einblick in die Welt des autodidaktischen Schriftstellers bieten. Die Veranstaltung beginnt um 17:30 Uhr im Hanns-Cibulka-Saal, und die kostenfreien Karten sind bereits in der Bibliothek erhältlich, wie Gotha Aktuell berichtet.
Kurd Laßwitz, geboren am 20. April 1848 in Breslau, gilt als einer der Begründer der deutschsprachigen Science-Fiction und war ein visionärer Schriftsteller, der technische Entwicklungen seiner Zeit im Wilhelminischen Kaiserreich vorhersagte. Unter dem Pseudonym L. Velatus publizierte er zahlreiche Werke, die ihn zu einer der prägendsten Figuren der utopischen Literatur in Deutschland machten. Sein bedeutendster Roman „Auf zwei Planeten“ aus dem Jahr 1897, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde, zeigt seine faszinierende Vorstellungskraft und sein humanistisches Weltbild.
Das Erbe Laßwitz’ und seine Zeit
Aufgepasst! Der Vortrag wird nicht nur spannende Aspekte von Laßwitz‘ Romanen beleuchten, sondern auch seine gesellschaftskritischen Texte, die in Vergessenheit gerieten, als die Nationalsozialisten ihre Diktatur festigten. Diese Texte spiegeln Laßwitz‘ pazifistische Überzeugungen wider, die konträr zu den Idealen der Nationalsozialisten standen, wie auch der Wikipedia-Artikel hervorhebt.
Kurd Laßwitz war mehr als nur ein Schriftsteller. Nach einem erfolgreichen Studium der Mathematik und Physik in Breslau und Berlin promovierte er 1873 „magna cum laude“. Zunächst arbeitete er als Gymnasiallehrer in Gotha und engagierte sich aktiv in der Mittwochsgesellschaft zur Förderung der Volksbildung. Seine Korrespondenz mit anderen bedeutenden Persönlichkeiten wie Ludwig Anzengruber und Martin Buber zeugt von seinem intellektuellen Einfluss. Leider wurde er nach einem Schlaganfall 1908 in den Ruhestand versetzt und verstarb 1910 in Gotha.
Auszeichnungen und Vermächtnis
Die Werke Laßwitz‘ beeinflussten zahlreiche Schriftsteller, einschließlich solcher des Expressionismus. Auch nach seinem Tod blieb sein Erbe lebendig. Der Kurd-Laßwitz-Preis, der seit 1980 für herausragende deutschsprachige Science-Fiction vergeben wird, sowie das Kurd-Laßwitz-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur, das 2007 ins Leben gerufen wurde, zeigen, wie sehr sein Einfluss nach wie vor geschätzt wird. Ein Asteroid trägt den Namen Laßwitz, was seine Bedeutung in der Literaturgeschichte unterstreicht.
Ob Liebhaber der Science-Fiction oder einfach nur Neugierige, alle Interessierten sollten sich den Vortrag am 26. September nicht entgehen lassen. Diese Veranstaltung bietet einen ausgezeichneten Anlass, mehr über einen der Väter der modernen Science-Fiction zu erfahren und in die faszinierende Welt von Kurd Laßwitz einzutauchen.