Hochschule Nordhausen gewinnt Thüringer Forschungspreis für Klimaprojekt!

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Hochschule Nordhausen erhält Thüringer Forschungspreis 2025 für innovatives Klärschlammprojekt „CarboMass“ zur Kreislaufwirtschaft.

Hochschule Nordhausen erhält Thüringer Forschungspreis 2025 für innovatives Klärschlammprojekt „CarboMass“ zur Kreislaufwirtschaft.
Hochschule Nordhausen erhält Thüringer Forschungspreis 2025 für innovatives Klärschlammprojekt „CarboMass“ zur Kreislaufwirtschaft.

Hochschule Nordhausen gewinnt Thüringer Forschungspreis für Klimaprojekt!

In einem bemerkenswerten Schritt für die nachhaltige Klärschlamm-Verwertung wurde die Hochschule Nordhausen am 12. November 2025 mit dem Thüringer Forschungspreis 2025 ausgezeichnet. Das Team rund um die beiden Professoren Dr. Uta Breuer und Dr. Elmar Hinz erhielt den Preis für ihr zukunftsweisendes Projekt „CarboMass“, welches von 2021 bis 2024 durchgeführt wurde. Dieses Projekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, ist auf die Nutzung kommunaler Klärschlämme nach einer speziellen Pyrolyse-Methode ausgelegt, gepaart mit Biomasse zur Abdeckung von Kalihalden.

Die Preisverleihung wurde von Christian Tischner, dem Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, durchgeführt. Die Jury, unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann, lobte die innovativen Ansätze zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, die „CarboMass“ mit sich bringt. Das Forschungsteam, bestehend aus Dr. Anja Schreiber, Lars Behling, Marvin Calderon, Petra Hauschild, Katharina Grzeschniok, Victoria Klages, Jantje Samtleben und Sarah-Rebecca Vollmann, kann stolz auf diese Anerkennung ihrer Bemühungen zur nachhaltigen Entwicklung sein.

Nachhaltige Lösungen und gesetzliche Rahmenbedingungen

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die regionale Kreislaufwirtschaft und die lokale Wiederverwendung von Klärschlamm. Es steht jedoch noch viel Arbeit bevor, denn die Abfallklärschlammverordnung von 2017 besagt, dass ab 2032 keine bodenbezogene Verwertung von Klärschlämmen mehr erlaubt sein wird. Ab 2029 kommt eine Pflicht zur Phosphorrückgewinnung hinzu, was die Haldenbetreiber vor große Herausforderungen stellt: Diese müssen ihre Halden abdecken, um das Grundwasser zu schützen.

Die Idee, Carbonisat aus der Pyrolyse zu verwenden, spielt eine Schlüsselrolle. Es bindet wertvollen Phosphor, der für Pflanzen verfügbar bleibt. Das Gemisch aus diesem Carbonisat und Biomasse kann als Abdeckung für Kalihalden verwendet werden, was nicht nur die Rekultivierung unterstützt, sondern auch den Sickerwasseraustrag verringert. Das wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanzierung aus und öffnet Türen für regionale Wiederverwertungsstrategien, die dringend benötigt werden, um den Herausforderungen der kommenden Jahre zu begegnen.

Preise und Auszeichnungen

Der Thüringer Forschungspreis ist mit 12.500 Euro dotiert und soll in die Weiterarbeit des Teams investiert werden. Kurioserweise teilen sich die Preisträger die Auszeichnung mit einem weiteren herausragenden Forschungsverbund der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena, die jeweils 12.500 Euro erhalten. Das Max-Planck-Institut erhielt zusätzlich 25.000 Euro für seine Grundlagenforschung, die auf eine Neumodellierung globaler Kohlenstoff- und Wasserflüsse abzielt.

Die Entwicklungen rund um die Klärschlammverwertung sind eng mit den neuen EU-Richtlinien zur Phosphorrückgewinnung verbunden. Die regulatorischen Veränderungen erfordern von allen Beteiligten Anpassungen, um die neuen Standards zu erfüllen. Unter den aktuellen Gegebenheiten zeigt das Projekt „CarboMass“ die Innovationshemmnisse auf, die noch durch bestehende Steuerungsinstrumente der Kreislaufwirtschaft geschaffen werden.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Projekt nicht nur ein Beispiel für erfolgreiche Forschung ist, sondern auch für die notwendige Zusammenarbeit von akademischen Einrichtungen und der Industrie, um praktikable und nachhaltige Lösungen in der Abfallwirtschaft zu entwickeln.

Für weitere Informationen über die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Klärschlamm-Verwertung sowie der Phosphorrückgewinnung besuchen Sie bitte die Seiten von euwid-recycling und Iwu-ev.