Friedlicher CSD in Frankfurt und Slubice: Grenzen überschreiten Vielfalt!
Am 13.09.2025 feiert der sechste Słubice Frankfurt Pride für LGBTQ+-Rechte in Frankfurt (Oder) mit einem friedlichen Demonstrationszug.

Friedlicher CSD in Frankfurt und Slubice: Grenzen überschreiten Vielfalt!
Am 13. September 2025 feierten mehrere Hundert Menschen am grenzüberschreitenden Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt (Oder) und Słubice ein Zeichen der Solidarität und Vielfalt. Unter dem Motto “Borders divide – prides unite” – Grenzen trennen, Prides vereinen – zogen die Teilnehmer von Słubice über die Stadtbrücke nach Frankfurt. Diese Veranstaltung stellt nicht nur eine farbenfrohe Feier dar, sondern auch einen wichtigen Schritt für die Sichtbarkeit und Rechte der LGBTQ+-Community.
Die Veranstaltung wurde friedlich durchgeführt, was die Polizei bestätigte. Dennoch gab es einige Anzeichen von Spannungen: Auf der Stadtbrücke wurden laut einer Sprecherin der Organisatoren mehrere verbale Angriffe registriert. Kritisch war zudem, dass der Zug auf polnischer Seite wegen der dortigen Grenzkontrollen gezwungen war, durch ein Zelt zu laufen, was die Organisatoren als gefährlich und umständlich empfanden.
Ein Zeichen für Akzeptanz und Vielfalt
Die Organisatoren von Oderwelle hatten die Parade ins Leben gerufen, um ein starkes Zeichen für Vielfalt und die Anerkennung queerer Lebensrealitäten im europäischen Kontext zu setzen. Diese grenzüberschreitende Demonstration sieht den CSD nicht nur als Feier, sondern auch als politische Kundgebung für Gleichheit und gegen Diskriminierung. Es ist wichtig, dass die Rechte und Sichtbarkeit der LGBTQ+-Community in den Fokus gerückt werden, gerade in Zeiten, in denen die Gewalt gegen diese Gruppe wieder zunimmt.
Traditionell gehen CSD-Demonstrationen auf den Stonewall-Aufstand von 1969 zurück, der als Wendepunkt in der Geschichte der LGBTQ+-Rechte gilt. Auch in Deutschland, wo der erste CSD 1979 in Berlin stattfand, setzt sich die Bewegung weiterhin für Gleichmäßigkeit im Rechtssystem ein. Die CSDs haben sich in den letzten Jahrzehnten zwar vergrößert und teilweise kommerzialisiert, aber das politische Element bleibt ebenso wichtig wie der feierliche Charakter der Veranstaltungen, wie auch in der aktuellen Pridesituation deutlich wird.
Positive Stimmung und Vielfalt
In Frankfurt (Oder) gab es dieses Jahr keine Gegendemonstrationen, was die positive Stimmung unter den Teilnehmern weiter steigern konnte. Vertreter beider Städte waren zum ersten Mal bei einem Podium anwesend, darunter auch Frankfurts Bürgermeister Claus Junghanns (CDU), was den Dialog zwischen den Städten fördert.
Ein weiteres Highlight war das anschließende Fest der Vielfalt, das sich an den Zug anschloss und die Feierlichkeiten auflockerte. In Eisenhüttenstadt fand zeitgleich der “Hütte Pride” statt, bei dem etwa 70 Menschen feierten – ebenfalls ohne Gegenproteste.
Diese positive Entwicklung steht jedoch im Kontrast zu den zunehmend aggressiven Haltungen, die bei anderen CSD-Veranstaltungen in der Region beobachtet wurden. In Städten wie Bernau und Falkensee gab es kürzlich Proteste von mutmaßlichen Mitgliedern der rechtsextremen Szene. Solche Entwicklungen verdeutlichen, wie wichtig die Sichtbarkeit und der Einsatz für LGBTQ+-Rechte auch in kleineren Städten geblieben sind.
Insgesamt zeigt der sechste Słubice Frankfurt Pride, dass die Bewegung für Gleichstellung und Akzeptanz lebendig ist wie nie zuvor. Die Teilnehmer machen deutlich, dass sie für ihre Rechte einstehen und feiern, um eine wertschätzende Gesellschaft für alle zu schaffen.