Gericht stoppt Telemedizin: Keine Cannabis-Verschreibungen ohne Arztkontakte!

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Am 21.07.2025 gedenkt Halle (Saale) verstorbener Drogengebraucher*innen. Aktuelle Entwicklungen zur Cannabislegalisierung in Deutschland.

Am 21.07.2025 gedenkt Halle (Saale) verstorbener Drogengebraucher*innen. Aktuelle Entwicklungen zur Cannabislegalisierung in Deutschland.
Am 21.07.2025 gedenkt Halle (Saale) verstorbener Drogengebraucher*innen. Aktuelle Entwicklungen zur Cannabislegalisierung in Deutschland.

Gericht stoppt Telemedizin: Keine Cannabis-Verschreibungen ohne Arztkontakte!

In der Kölner Cannabisszene gibt es derzeit aufregende Entwicklungen, die sowohl medizinische als auch rechtliche Aspekte betreffen. Besonders im Fokus steht das umstrittene Thema der Telemedizin. Aktuelle Geschehnisse zeigen, dass die Verschreibung von Cannabis durch Telemedizin auf der Kippe steht. Das Landgericht München hat nämlich entschieden, dass solche Verschreibungen unzulässig sind, da sie gegen das Werbeverbot für Fernbehandlungen nach § 9 Heilmittelwerbegesetz (HWG) verstoßen. Dies bedeutet, dass der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient für die Verschreibung von suchtgefährdenden Stoffen wie Cannabis gesetzlich vorgeschrieben bleibt, was für viele Betroffene eine Änderung der bisherigen Praxis darstellt. [Hanfverband] berichtet, dass weniger Drogentote im Jahr 2024 zu verzeichnen sind, was als Zeichen für eine positive Entwicklung gewertet wird.

Seit dem Frühjahr 2024 ist ein Anstieg von Online-Rezepten für medizinisches Cannabis zu beobachten. Viele Patienten erhalten ihre Cannabisblüten häufig ohne echten Arztkontakt durch Online-Fragebögen. An dieser Stelle wird immer wieder Kritik laut: Mangelnde medizinische Beratung sowie rechtliche Grauzonen könnten zu einem Missbrauch der medizinischen Versorgung führen. So ergab eine Untersuchung der [Tom Hemps] dass diese Entwicklungen verunsichern und klare Regelungen vermissen lassen.

Neue Gesetze und geplante Änderungen

Die Situation könnte sich jedoch bald ändern. Am 14. Juli 2025 stellte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) einen Referentenentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) vor. Dieses Vorhaben zielt darauf ab, transparente gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen und die bestehenden Löcher im System zu schließen. Kernpunkte des Entwurfs umfassen das Verbot des Versandhandels mit Cannabisblüten an Endverbraucher sowie die Verpflichtung, Cannabisblüten nur nach persönlichem Arztkontakt zu verschreiben. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Die Situation ist komplex, denn während einige Länder in Europa Schritte in Richtung Entkriminalisierung unternehmen, bleibt Deutschland hinterher. Tschechien steht kurz vor der Entkriminalisierung von Cannabis, die am 1. Januar 2026 inkrafttritt. Hier dürfen Erwachsene bis zu drei Cannabispflanzen anbauen und bis zu 25 Gramm in der Öffentlichkeit mit sich führen. Sogar Psilocybin wird zu medizinischen Zwecken legalisiert. Ansätze, wie sie in Tschechien verfolgt werden, zeigen eine dynamische europäische Landschaft zwischen Regulierung und Entkriminalisierung.

Die Rolle der Anbauvereinigungen und der Raststätten

Anbauvereinigungen könnten den Schlüssel zur Verbesserung der Situation bieten. Leider sehen sich diese Organisationen hohen bürokratischen und finanziellen Hürden gegenüber, was deren Gründung und Betrieb erschwert. Aktuell sind Schätzungen zufolge rund 90 % der genehmigten Anbauvereine bundesweit unterbelegt. Diese Entwicklung zeigt, dass hier noch viel Potenzial brachliegt. Es bleibt zu hoffen, dass die gesetzlichen Änderungen auch den Anbau und den Zugang zu legalem Cannabis erleichtern.

Lokal bietet der Kölner Raum zahlreiche Gelegenheiten für Austausch und Information. So ist etwa ein Infotisch der DHV-Ortsgruppe Rhein-Neckar am 19. Juli 2025 geplant, begleitet von einem Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen am 21. Juli 2025 in Halle (Saale). Die Hanfparade in Berlin am 9. August 2025, die unter dem Motto „Für eine Zukunft ohne Repression!“ steht, stellt ebenfalls eine wichtige Plattform für die Unterstützung von Cannabisrechten dar. Diese Veranstaltungen fördern nicht nur das Bewusstsein, sondern auch die Vernetzung unter den Interessierten.

Insgesamt befindet sich die Cannabislandschaft in Deutschland im Wandel. Gesetzliche und gesellschaftliche Veränderungen bringen sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Bleiben wir also gespannt, wie sich die Dinge entwickeln und welche Fortschritte wir in der Zukunft erwarten dürfen.