Kampf um Hilfe im Gazastreifen: GHF unter Beschuss, tausende verzweifelt!

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Berichte über gewalttätige Vorfälle bei Verteilungen der Gaza Humanitarian Foundation beleuchten die humanitäre Krise im Gazastreifen.

Berichte über gewalttätige Vorfälle bei Verteilungen der Gaza Humanitarian Foundation beleuchten die humanitäre Krise im Gazastreifen.
Berichte über gewalttätige Vorfälle bei Verteilungen der Gaza Humanitarian Foundation beleuchten die humanitäre Krise im Gazastreifen.

Kampf um Hilfe im Gazastreifen: GHF unter Beschuss, tausende verzweifelt!

Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt angespannt, während täglich Tausende Palästinenser versuchen, die Verteilungszentren der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) zu erreichen, um dringend benötigte Hilfsgüter zu erhalten. Berichten zufolge kommt es dabei immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen Menschen verletzt oder gar getötet werden. Die Notfallpflegerin Katja Storck von Ärzte ohne Grenzen (MSF) spricht von über 120 bis über 200 Verletzten, viele davon mit Schussverletzungen oder als Folge von Gedränge. UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani berichtet ebenfalls von Toten während der Verteilungen, was die kritische Situation in der Region noch verstärkt. Laut rbb24 sind in den letzten Wochen über 500 Menschen ums Leben gekommen, und fast 4.000 wurden verletzt. Trotz dieser alarmierenden Zahlen bestreitet die GHF jegliche gewalttätigen Vorfälle an ihren Verteilungsstellen.

Die neuen Verteilzentren der GHF wurden seit Ende Mai eingerichtet, nachdem eine teilweise Aufhebung der Blockade stattfand. Das vom US-amerikanischen Staat unterstützte System soll das vorherige UN-Mechanismus ersetzen, wird jedoch von zahlreichen internationalen NGOs scharf kritisiert. Über 170 Organisationen fordern die sofortige Rückkehr zum UN-Verteilmechanismus, da die GHF immer wieder in die Kritik gerät. Ärzte ohne Grenzen wirft GHF vor, Hilfsbedürftige in „Todesfallen“ zu locken, da Berichte besagen, dass Palästinenser sich auf den Boden legen müssen, um auf ein Signal von Drohnen warten zu können, bevor sie die Verteilzentren betreten dürfen. Nach der Verteilung wird häufig Tränengas eingesetzt, um die Menschen zu vertreiben, was die ohnehin schon angespannte Situation weiter verschärft.

Vorwürfe und Kritik an der GHF

Die Kritik an der GHF wird lauter, nicht nur aus Seiten von MSF, sondern auch von „Save the Children Deutschland“. Hilfsorganisationen beklagen die Gefährdung der Zivilbevölkerung und rufen zur Beendigung der Hilfsmaßnahmen durch die GHF auf, die, so berichten viele, nicht imstande ist, die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen im Gazastreifen zu decken. Der Mangel an Wasser, Treibstoff, Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln hat bereits das Leben von Millionen Menschen im Gazastreifen unerträglich gemacht. Diese dramatische Lage resultiert auch aus den anhaltenden Kämpfen, die nach dem massiven Angriff der Hamas auf Israel im vergangenen Jahr, am 7. Oktober 2023, begannen. Über 56.300 Menschen sollen seitdem laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium im Gazastreifen gestorben sein, während der Zugang zu medizinischer Versorgung und Lebensnotwendigkeiten stark eingeschränkt ist. Dies hat zu einer humanitären Katastrophe geführt, wie Tagesschau berichtet.

Angesichts dieser dramatischen Umstände drängt Amnesty auf ein sofortiges Ende der Belagerung und ruft alle Konfliktparteien zu einer Waffenruhe auf. „Eine Waffenruhe könnte das Leid der Zivilbevölkerung mildern und das überlastete Gesundheitssystem entlasten“, so die Organisation. Immer mehr Menschen berichten von schrecklichen Zuständen in den überfüllten Krankenhäusern, wo es an Schmerzmitteln und Notfallversorgung mangelt. Berichte über geduldete Angriffe auf medizinisches Personal und Krankenhäuser durch die israelische Armee haben die Alarmglocken läuten lassen. Amnesty fordert daher auch die Rückkehr aller Zivilisten in ihre Häuser und die Freilassung von Geiseln sowie willkürlich inhaftierten Palästinensern.