Landgericht Frankfurt: Sprengern drohen bis zu 14 Jahre Haft!
Urteil gegen Geldautomatensprenger in Frankfurt: Sechs Männer belastet, hohe Haftstrafen gefordert. Aktuelle Entwicklungen und Präventionsmaßnahmen.

Landgericht Frankfurt: Sprengern drohen bis zu 14 Jahre Haft!
Am Donnerstag, den 17. Juli 2025, entscheidet das Landgericht Frankfurt am Main über die strafrechtliche Zukunft einer Bande von Geldautomatensprengern, die in den vergangenen Jahren in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aktiv war. Im Fokus stehen sechs Männer, die an insgesamt sieben Sprengungen beteiligt gewesen sein sollen. Diese Taten haben nicht nur großen finanziellen Schaden verursacht, sondern auch Fragen zur Sicherheit der Infrastruktur aufgeworfen. Laut Antenne NRW ergibt die Bilanz der Bande: über 870.000 Euro Beute und mehr als 2,5 Millionen Euro an Schäden.
Die Städte, in denen die Sprengungen stattfanden, sind unter anderem Frankfurt, Bad Homburg, Neu-Isenburg, Jünkerath in Rheinland-Pfalz und Wickede in Nordrhein-Westfalen. Die Staatsanwaltschaft fordert hohe Haftstrafen: Bis zu 14 Jahre für einen vorbestraften niederländischen Angeklagten, der an vier Sprengungen im Rhein-Main-Gebiet beteiligt war, sowie Haftstrafen zwischen fünfeinhalb und elfeinhalb Jahren für fünf weitere Männer. Besonders brisant ist der Vorwurf des Mordversuchs gegen zwei der Gesamtheit.
Organisierte Kriminalität und Herkunft der Täter
Ein Blick auf die Hintergründe der Täter zeigt, dass die meisten Geldautomaten-Sprenger nicht aus Deutschland stammen. Gerade mal über 30 Prozent der Verdächtigen haben deutsche Wurzeln. Gemäß Informationen aus der Welt besteht die größte Gruppe der Tatverdächtigen aus niederländischen Staatsbürgern, viele mit marokkanischen Wurzeln. Dies steht in Einklang mit den Beobachtungen des BKA, wonach über 70 Prozent der Geldautomaten-Sprenger aus anderen Ländern kommen.
Die kriminalpolizeilichen Daten belegen die drastische Zunahme solcher Taten. Allein im Jahr 2022 meldete das BKA 496 versuchte oder erfolgreiche Sprengungen. Statistisch gesehen wird in Deutschland täglich mindestens ein Geldautomat gesprengt, wobei Nordrhein-Westfalen besonders betroffen ist – 153 Taten wurden hier im Jahr 2023 gezählt. Sachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz folgen dicht dahinter.
Sicherheitsmaßnahmen und Prävention
Die Gefahren durch diese kriminellen Machenschaften sind nicht zu unterschätzen. Die Täter arbeiten mit gefährlichen Tools wie Schneidbrennern und Explosivstoffen, was nicht nur Sachschäden anrichtet, sondern auch Leib und Leben von Unbeteiligten gefährdet. Zudem sind die Sicherheitsvorkehrungen an vielen Geldautomaten als unzureichend zu betrachten, da diese oft zwischen 50.000 und 100.000 Euro lagern. Schutzmaßnahmen wie Farb-Kleb-Patronen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, was die Situation weiter verschärft, wie BKA feststellt.
Um dem zunehmenden Phänomen entgegenzuwirken, investieren Banken und Behörden verstärkt in Präventionsmaßnahmen. Die Initiative „Allianz Geldautomaten“ umfasst mittlerweile etwa 80 Mitglieder und hat bereits über 10 Millionen Euro in Sicherheitsvorkehrungen investiert. Videoüberwachung, Einfärbesysteme für Geldscheine und Alarmanlagen sind einige Beispiele, die helfen sollen, die Sprengungen zu reduzieren. Doch die Ergebnisse sind bisher eher ernüchternd, da signifikante Rückgänge in den Fallzahlen noch ausbleiben.
Der Zustand der Sicherheit rund um Geldautomaten bleibt somit ein heißes Thema. Und während die Strafverfolgung an den Banden dranbleibt, bleibt auch zu hoffen, dass die Maßnahmen tatsächlich Früchte tragen, bevor mit schwerwiegenden Verbrechen unbeteiligte Dritte zu Schaden kommen. Die nächsten Entwicklungen im Fall der Geldautomatensprenger werden mit Sicherheit genau verfolgt.