Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt (Oder): Wer wird Wilkes Nachfolger?
Am 21. September 2025 wählen die Bürger von Frankfurt (Oder) einen neuen Oberbürgermeister. Vier Kandidaten treten an.

Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt (Oder): Wer wird Wilkes Nachfolger?
In Frankfurt (Oder, einer Stadt mit fast 60.000 Einwohnern und der viertgrößten Stadt in Brandenburg, stehen die Zeichen auf Wahlkampf. Am 21. September 2025 wird ein neues Stadtoberhaupt gewählt, da der bisherige Oberbürgermeister René Wilke, der bis Ende Mai dieses Jahres im Amt war, nun als Innenminister in Potsdam agiert. Der Wahlkampf um die Nachfolge hat nach Wilkes Wechsel am 22. Mai begonnen und bringt spannende Herausforderungen mit sich, wie nachhaltiges Wachstum, Wohnungsbau und die Stärkung der Wirtschaft.
Vier Kandidaten treten an, darunter zwei Männer und zwei Frauen, die allesamt eine unterschiedliche politische Ausrichtung haben. Dies sorgt für ein vielseitiges Wahlangebot, das die Aufmerksamkeit der Bürger weckt und die Wahlbeteiligung ankurbeln könnte.
Kandidatinnen und Kandidaten
Beginnen wir mit der ersten Kandidatin: Désirée Schrade von der CDU. Die Rechtsanwältin und Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung freut sich über die Unterstützung von René Wilke und fordert neue Initiativen in der Wirtschaftsförderung. Auf der anderen Seite steht Wilko Möller von der AfD, der als Landtagsabgeordneter zum zweiten Mal kandidiert. Nachdem er 2018 bereits 17 Prozent der Stimmen erhielt, setzt er diesmal auf Sicherheit und bekämpft die Kriminalität in der Stadt, die bereits als „kriminalitätsbelasteter Ort“ eingestuft wurde.
Die SPD wird durch Simona Koß vertreten, die als ehemalige Bundestagsabgeordnete ihren Fokus auf einer stärkeren Kooperation mit Slubice und einer Förderung der kulturellen Aktivitäten in Frankfurt setzt. Schließlich gibt es noch Axel Strasser, einen 48-jährigen Politologen und Referenten bei der Industrie- und Handelskammer. Strasser sieht sich selbst als unabhängigen Kandidaten und betont die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Entwicklung in der Region voranzutreiben, während er gleichzeitig auf die Stärkung des Vertrauens in die Politik abzielt.
Die Herausforderungen für Frankfurt (Oder)
Die Stadt steht vor einigen Herausforderungen. Beispielsweise hat der Chiphersteller FMC kürzlich seinen Standort nach Magdeburg verlegt, was zu einem wirtschaftlichen Rückschlag führte. Zudem gibt es ein stark ausgeprägtes Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung, besonders unter jungen Frauen. Axel Strasser hat dies erkannt und plant, seine Wähler aufzufordern, die Kandidatin zu wählen, die gegen die AfD antritt, sollte er nicht in die Stichwahl kommen.
Eine mögliche Stichwahl ist für den 12. Oktober 2025 terminiert, was das Rennen entscheidend beeinflussen könnte. Während sich die Kandidaten auf die Wähler einstellen, wird die Stadt in den kommenden Wochen sicher einen erhöhten Puls zeigen.
Regionaler und politischer Kontext
In Brandenburg hat sich ein systematischer Wandel vollzogen: Seit 1993 werden Bürgermeister und seit 2010 Landräte direkt von den Bürgern gewählt. Dies gewährleistet, dass die Wähler ihre Stimme direkt abgeben können, was jedoch häufig zu einer geringen Wahlbeteiligung führt. Viele Bürger wissen nicht genug über die Rolle des Oberbürgermeisters oder die Wahlprogramme, sodass oft weniger als die Hälfte der Bürger an den Wahlen teilnehmen.
Die vier Kandidaten sind nun gefordert, sich den Wählern vorzustellen und das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Denn bevor der neue Oberbürgermeister die Amtsgeschäfte aufnehmen kann, stehen Änderungen in Brandenburg an, die durch demografische Entwicklungen hervorgerufen wurden. Die politischen Rahmenbedingungen unterliegen einem ständigen Wandel, was für alle Beteiligten eine spannende Zeit bedeutet.