Berlin in der Dürre: Spree führt nur halb so viel Wasser – was nun?
Erfahren Sie alles über die aktuellen Wetterbedingungen, Wasserversorgung und Grundwasserstände in Brandenburg am 16. Juni 2025.

Berlin in der Dürre: Spree führt nur halb so viel Wasser – was nun?
In der letzten Woche durften die Berliner und Brandenburger mit Temperaturen von über 30 Grad rechnen. Doch nun zeigen sich die Zeichen auf Wetterwechsel. Am Anfang der Woche brach ein gewittriges Wetter herein, das die sommerlichen Temperaturen vorübergehend dämpfte. Dieser Temperatursturz bringt jedoch auch verstärkt die Sorgen um die Wasserstände in der Region ans Licht. Die Spree führt an mehreren Stellen nur rund die Hälfte der sonst üblichen Wassermenge, was sich besorgniserregend auf die Umgebung auswirkt. Laut Berlin Live liegt der Zufluss der Müggelspree, des Oder-Spree-Kanals und der Dahme sogar 45 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die aktuelle Wassersituation ist kein Einzelfall. In den letzten Wochen ist immer wieder von „niedrigen bis extrem niedrigen Grundwasserständen“ in Stadtteilen wie Moabit und Tiergarten zu hören. Grund dafür sind die unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen, die im Mai verzeichnet wurden. Trotz durchschnittlicher Temperaturen wäre 2023 bisher bereits rund 30 Prozent weniger Niederschlag gefallen, was den Boden bis zu 80 Zentimeter tief austrocknete. Eine Erholung der Wasserversorgung würde erst ab 90 bis 100 Zentimetern Bodenfeuchtigkeit einsetzen. Angesichts dieser besorgniserregenden Situation haben Oppositionsvertreter gefordert, dass Berlin und Brandenburg sich klar über die Wasserversorgung der Spree aufgrund der Klimakrise und dem weiterhin voranschreitenden Braunkohleabbau abstimmen müssen.
Wasserportal Berlin und die Verantwortung
Die Senatsverwaltung für Wasserwirtschaft hat mit dem Wasserportal Berlin eine Plattform geschaffen, die aktuelle und historische Messdaten über die Oberflächengewässer und das Grundwasser in Berlin bereitstellt. Diese umfassen nicht nur hydrologische Messwerte wie Wasserstände und Durchfluss, sondern auch hydrogeologische Daten, wie Grundwasserstände und chemische Analysen. Nutzer können auf eine API zugreifen und die Daten ganz einfach im CSV-Format herunterladen.
Die Senatsverwaltung betont jedoch, dass sie keine Gewährleistung für die Richtigkeit oder Aktualität der Informationen übernehmen kann. Die Bereitschaft, Daten zu veröffentlichen, bleibt bestehen, jedoch behält sich die Behörde das Recht vor, Inhalte jederzeit zu ändern oder zu löschen. Informationen von Dritten unterliegen denselben Haftungsausschlüssen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Informationen über Wasserqualität und -versorgungszustände in Berlin zu zentralisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, vor allem in Zeiten von Klimaveränderungen und damit verbundenen Herausforderungen.
Messdaten zur Wasserqualität
Wer sich genauer über die Wasserqualität und die hydrologischen Zustände informieren möchte, findet auf der Website des Wasserportals mehr als nur Grundwerte. Die Daten umfassen Temperatur, elektrische Leitfähigkeit, pH-Wert und den Sauerstoffgehalt des Wassers. Hier bietet sich die Möglichkeit, sowohl Einzelwerte der letzten 12 Monate als auch Tages- und Monatswerte abzurufen, was einen umfassenden Überblick über die Wasserverhältnisse gibt. Diese Detaildaten sind wichtig, um auf Veränderungen in der Wasserqualität schnell reagieren zu können und um langfristige Trends im Blick zu behalten, die durch die Klimakrise und den menschlichen Einfluss beeinträchtigt werden könnten.
Insgesamt stellt die aktuelle Situation in Berlin und Brandenburg eindrücklich dar, dass die Verantwortung für die Wasserversorgung in der Region nicht nur den Behörden alleine obliegt, sondern auch alle Bürger:innen ein Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers entwickeln müssen. Die bevorstehenden Wochen werden zeigen, wie der Sommer sich weiter entwickeln wird und ob die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung fruchten können.