Flaggentag in Brandenburg: 80 Jahre nach Hiroshima – Für Frieden und Abrüstung!
Am 8. Juli 2025 hissen mehr als 600 Städte, darunter Brandenburg an der Havel, die Mayors-for-Peace-Flagge zur Erinnerung an die Folgen von Atomwaffen und für nukleare Abrüstung.

Flaggentag in Brandenburg: 80 Jahre nach Hiroshima – Für Frieden und Abrüstung!
Am 8. Juli 2025 erinnern weltweit zahlreiche Städte an das verheerende Erbe der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 80 Jahren. An diesem Tag hissen mehr als 600 Städte in Deutschland, darunter Brandenburg an der Havel, die Flagge der „Mayors for Peace“. Dieser echte „Flaggentag“ wird als starkes Zeichen für die nukleare Abrüstung und ein friedliches Zusammenleben gewertet. „Mayors for Peace“ setzt sich dafür ein, das unermessliche Leid, das durch Massenvernichtungswaffen verursacht wird, niemals in Vergessenheit geraten zu lassen. Steffen Scheller, ein Vertreter der Organisation, machte deutlich, dass es nicht nur um die Erinnerung geht, sondern auch um die aktive Forderung nach Abrüstung in einer Zeit, in der der Einsatz von Atomwaffen droht, erneut ein zentrales Thema zu werden.
Die anhaltenden Geopolitischen Spannungen, insbesondere seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs, haben die Perspektiven für eine weltweite Abrüstung trüben lassen. Laut Bericht von SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) gibt es weltweit schätzungsweise 12.241 Atomsprengköpfe, wobei der überwiegende Teil im Besitz von Russland und den USA ist. Zudem zeigen die Atomwaffenstaaten, dass sie ihre Arsenale modernisieren und erweitern, wobei der Zuwachs an atomaren Sprengköpfen besonders im Zusammenhang mit China auffällt. Dan Smith, der Direktor von SIPRI, bezeichnete die aktuelle Lage als eine der gefährlichsten Perioden der Menschheitsgeschichte und fordert die Wiederherstellung der Nukleardiplomatie.
Ein Mahnmal für den Frieden
Die „Mayors for Peace“-Bewegung wurde 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima ins Leben gerufen und hat sich seither auf über 8.400 Städte in 166 Ländern ausgeweitet. In Deutschland gehören rund 900 Städte diesem Netzwerk an. Der Flaggentag erinnert auch an das rechtsverbindliche Gutachten des Internationalen Gerichtshofes von 1996, das erklärte, dass der Einsatz von Atomwaffen gegen das Völkerrecht verstößt. Ein klares Bekenntnis zur friedlichen Lösung von Konflikten und eine Verpflichtung zur nuklearen Abrüstung ist daher umso wichtiger.
Der Atomwaffensperrvertrag, der 1970 in Kraft trat und von 191 Staaten unterzeichnet wurde, ist ein weiterer Schritt in Richtung Abrüstung. Er soll die Verbreitung von Atomwaffen verhindern und die Anzahl der bestehenden Waffen reduzieren. Allerdings bleibt die Realität: Neun Staaten haben Nuklearwaffen, darunter die fünf anerkannten Atommächte – USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China – sowie Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Aktuell lagern bis zu 20 US-Atombomben auf dem Fliegerhorst Büchel in Deutschland, und die nuklearen Abrüstungsbemühungen scheinen immer wieder ins Stocken zu geraten.
Die aktuelle Situation
Die Tragödien von Hiroshima und Nagasaki, bei denen rund 200.000 Menschen den Tod fanden und viele Überlebende verheerende Spätfolgen wie Krebs erlitten, stehen deshalb nach wie vor im Mittelpunkt der Diskussion um Atomwaffen. Während die Wahrscheinlichkeit eines Abbaus der weltweiten Nuklearwaffenarsenale gesunken ist, muss auch auf die Konferenzen hingewiesen werden, die zur Förderung von Abrüstung und zur Erneuerung des Atomwaffensperrvertrags abgehalten werden. So fand Anfang August 2022 eine bedeutende Konferenz in den USA statt, bei der der weltweite Stand der nuklearen Abrüstung besprochen wurde.
Die dringlichen Apelle von Politikern wie Außenministerin Annalena Baerbock unterstreichen die Notwendigkeit, trotz aller geopolitischen Spannungen unermüdlich für atomare Abrüstung zu kämpfen. Deutschland könnte zur Mitgestaltung einer friedlicheren Welt beitragen, indem es sich aktiv an internationalen Aushandlungen beteiligt und Lösungen sucht, die alle Staaten in eine sicherere Zukunft führen.
Am heutigen Flaggentag ist es an der Zeit, nicht nur die Vergangenheit zu reflektieren, sondern auch aktiv an einer Zukunft ohne Atomwaffen zu arbeiten.
Weitere Informationen finden Sie in den Berichten von stadt-brandenburg.de, watson.de und tagesschau.de.