Sanfermin-Fest in Pamplona: Politische Eröffnung mit Pro-Palästinensern!
Am 6.07.2025 wurde in Pamplona das Sanfermín-Fest eröffnet, das Stierhatz und Traditionen vereint, trotz starker Proteste.

Sanfermin-Fest in Pamplona: Politische Eröffnung mit Pro-Palästinensern!
Heute, am 6. Juli 2025, wurde in Pamplona, Spanien, das traditionsreiche Sanfermín-Fest unter einem bemerkenswert politischen Vorzeichen eröffnet. Die pro-palästinensische Gruppe «Yala Nafarroa con Palestina» führte den ikonischen «Chupinazo» um punkt 12 Uhr durch, was den offiziellen Startschuss für eine Woche voller Feierlichkeiten gab. Dies berichtet Radio Lippe. Angesichts der aktuellen Weltlage, insbesondere des anhaltenden Krieges zwischen Israel und der Hamas, der im Oktober 2023 begann, wollte die Plattform ein Signal setzen: «Palästina eine Stimme zu geben», so Eduardo Ibero Albo, einer der Aktivisten.
Die Eröffnungszeremonie wurde durch drei Mitglieder der Gruppe geleitet, die Israel schwerer Vergehen im Gazastreifen beschuldigen. Diese politischen Akzente werfen einen neuen Lichtschein auf das Fest, das zwar tief in der Tradition verwurzelt ist, aber auch regelmäßig von Protesten der Tierschützer begleitet wird, die die Stierhatz als Tierquälerei ansehen.
Tradition trifft auf Protest
Die Sanfermines, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gefeiert werden, sind dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet und ziehen jedes Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt an. Das Highlight des Festes, die Stierhatz, findet vom 7. bis 14. Juli statt. Jeden Morgen werden sechs Kampfbullen durch eine 875 Meter lange Strecke in den Stierkampf-Arena gejagt. Dabei sind regelmäßig Verletzungen unter den Läufern zu verzeichnen, die vorwiegend aus der jungen Bevölkerung kommen. Jährlich gibt es zu den Festivitäten rund 20.000 Tiere, die dabei ihr Leben verlieren, was die Tierschützer auf den Plan ruft, die bereits seit vielen Jahren gegen diese Tradition protestieren, so Stern.
Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass die gesellschaftliche Akzeptanz der Stierhatz immer weiter schwindet. Aida Gascón, eine bekannte Tierschützerin, betont, dass eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Stierhatz ist. Proteste, die mit Plakaten wie „Folter ist weder Kunst noch Kultur“ auf die Missstände hinweisen, haben sich in den letzten Jahren stark verstärkt. Demonstranten kleiden sich in weißen Anzügen und tragen rote Halstücher, ein Erkennungszeichen des Festes, während sie symbolische blutige Farben tragen.
Ein globales Spektakel
Trotz dieser kritischen Stimmen bleibt die Faszination für das Sanfermín-Fest ungebrochen. Bereits für 2023 wurde eine Rekordzahl von 1,5 Millionen Teilnehmern bei dem Event gezählt. Vor den Feierlichkeiten sind die Hotelzimmer heiß begehrt, die Auslastung beträgt stolze 90 Prozent. Besucher aus Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Australien und den USA strömen jedes Jahr in die Stadt, um an diesem Spektakel teilzunehmen, das neben den Stierkämpfen auch Konzerte, Prozessionen und weitere Attraktionen bietet. Auch der berühmte US-Schriftsteller Ernest Hemingway trug mit seinem Roman „Fiesta“ dazu bei, Pamplona auf die weltweite Landkarte zu setzen. So berichtet n-tv.
Das Sanfermín-Fest ist also nicht nur ein Ort für Tradition und Feiern, sondern auch eine Plattform für soziale und politische Themen, die die Zuschauer und Teilnehmer zum Nachdenken anregen können. Der Tag der Eröffnung bleibt ein wichtiger Moment – sowohl für die Feiernden als auch für die Protestierenden.