Stolperstein-Enthüllung: Frankfurt gedenkt Ernst Meissinger und seiner Familie

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Am 29. Juni 2025 werden in Frankfurt-Heddernheim Stolpersteine für Ernst Meissinger und seine Familie enthüllt. Alle sind eingeladen.

Am 29. Juni 2025 werden in Frankfurt-Heddernheim Stolpersteine für Ernst Meissinger und seine Familie enthüllt. Alle sind eingeladen.
Am 29. Juni 2025 werden in Frankfurt-Heddernheim Stolpersteine für Ernst Meissinger und seine Familie enthüllt. Alle sind eingeladen.

Stolperstein-Enthüllung: Frankfurt gedenkt Ernst Meissinger und seiner Familie

Am 29. Juni 2025 um 14.40 Uhr wird in Frankfurt-Heddernheim ein Stolperstein für Ernst Meissinger und seine Familie enthüllt. Die Zeremonie findet direkt vor dem letzten Wohnsitz von Meissinger in der Hadrianstraße 5 statt. Meissinger war ein bedeutender deutscher Alpinist mit jüdischen Wurzeln, der unter der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt wurde. Auch seine Mutter Rosa sowie die Geschwister Hans, Lili und Marlies werden bei dieser Gedenkveranstaltung geehrt, da sie entrechtet, verfolgt und teilweise ermordet oder ins Exil gezwungen wurden. Journal Frankfurt berichtet, dass die Initiative zur Errichtung des Stolpersteins von der Frankfurter Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) ausgeht.

Ursula Rüssmann, Mitglied des Sektions-Teams „Spurensuche Nationalsozialismus“, hebt hervor, dass Meissinger unter den über 70 Biografien, die seit 2019 dokumentiert wurden, der einzige ist, dessen Ausschluss aus dem Verein wegen seiner jüdischen Herkunft 1935 schriftlich festgehalten wurde. Dies geschah aufgrund des sogenannten “Arierparagraphen”. Bei der Enthüllung werden zwei Neffen Meissingers aus den USA anreisen, und Frank Schumann, ein Vorstandsmitglied des DAV, wird ebenfalls ein Grußwort an die Anwesenden richten. Die Stolperstein-Enthüllungen stehen jedem Interessierten offen.

Eine lebendige Erinnerungskultur

In Frankfurt sind insgesamt nahezu 2.000 Stolpersteine verlegt, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Diese kleinen, zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten wurden von Gunter Demnig entwickelt und sind in das Straßenpflaster eingelassen. Jeder Stein enthält die Namen sowie biografische Daten der verfolgten Personen und gibt einen düsteren Einblick in ihre Geschichte. Hessenschau zeigt auf, dass die Stolpersteine in der Nachbarschaft verankert sind, und so das Gedenken direkt in die Straßen zurückbringen, wo die Menschen zuletzt lebten.

Die Initiative zur Verlegung dieser Mahnmale begann in Frankfurt im Jahr 2003 und wird aktuell von der “Initiative Stolpersteine Frankfurt” betreut, die sich um die Pflege kümmert. Ehrenamtliche wie Maureen van Meerendonk reinigen die Steine regelmäßig, und es gibt die Idee, dass mehr Bürger, insbesondere Schulklassen, sich aktiv daran beteiligen. Der Einsatz für diese Erinnerungsstücke ist in Hessen nicht nur in Frankfurt, sondern auch in anderen Städten wie Darmstadt oder Wiesbaden sichtbar. Obwohl über 70.000 Stolpersteine weltweit existieren, bleibt die Diskussion um ihre Form und den geeigneten Umgang mit der Erinnerungskultur intensiv. Deutschlandfunk thematisiert die unterschiedlichen Meinungen zu den Stolpersteinen, deren Wirkung und Bedeutung stark variieren können.

Kritik und Zustimmung

Wie bereits erwähnt, gibt es auch kritische Stimmen bezüglich der Stolpersteine. Manche sehen in ihnen eine unzureichende Auseinandersetzung mit der Geschichte, während andere die Initiativen zur Erinnerung und die damit verbundene Identifikation mit den Opfern begrüßen. Der Wunsch vieler Angehöriger, vor der Errichtung eines Stolpersteins informiert zu werden, verdeutlicht das Bedürfnis nach Respekt gegenüber der Erinnerung. Die Auseinandersetzung mit der Nationalsozialismus-Vergangenheit bleibt eine fortlaufende Aufgabe, und besonders Schulklassen spielen eine Rolle dabei, die Geschichten der Opfer lebendig zu halten.

Die bevorstehende Enthüllung des Stolpersteins für Ernst Meissinger ist nicht nur eine Ehrung für ihn und seine Familie, sondern auch ein Ausdruck des Engagements der Frankfurter Sektion des DAV, sich aktiv mit den dunklen Kapiteln der Vereinsgeschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerungskultur lebendig zu halten.