Informatik in Berlin: Warum unsere Schulen abgehängt sind!
Berlin bleibt eines von wenigen Bundesländern ohne Pflichtinformatikunterricht. Branchenverbände fordern dringend Bildungsreformen.

Informatik in Berlin: Warum unsere Schulen abgehängt sind!
In Deutschland ist das digitale Zeitalter längst Realität, doch nicht alle Bundesländer kommen mit der gleichen Geschwindigkeit voran. Während in zehn Bundesländern Informatik bereits als Pflichtfach eingeführt ist, bleibt Berlin in dieser Hinsicht zurück. Die Mischung aus privat und öffentlich, die sich in der Berliner Schullandschaft zeigt, fördert eindrucksvoll, aber auch besorgniserregend, die digitale Uneinheitlichkeit. Laut rbb24 gibt es im Berliner Bildungssystem derzeit keinen verpflichtenden Informatikunterricht. Dies steht im Widerspruch zu Entwicklungen in anderen Regionen Deutschlands, wo in einigen Bundesländern, darunter Saarland, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, die Schüler in der Sekundarstufe I bis zu sechs Stunden pro Woche Informatik lernen.
Die Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch betont, dass Informatik bereits in verschiedenen Fächern integriert sei. Sie erklärt jedoch auch, dass regelmäßig geprüft werde, ob und wann ein eigenständiger Informatikunterricht in Berlin eingeführt wird. Ein großes Hindernis bleibt der Mangel an qualifizierten Lehrkräften in diesem Fach. Vor diesem Hintergrund ergreifen private Organisationen wie “Train the Future” Initiative und bieten kostenpflichtige Ferienkurse an. Für 300 Euro können Schüler in den Genuss von Informatikunterricht kommen – Gelegenheit, die viele Berliner Schulen nicht bieten können.
Greifbare Lösungen und Herausforderungen
In der Gustav-Falke-Grundschule in Mitte zeigt ein Schulversuch, wie Grundlagen der Informatik bereits ab der ersten Klasse vermittelt werden können. Dennoch betonen Branchenverbände, dass mehr Druck erforderlich ist, um verpflichtende Informatikangebote im gesamten Bundesland zu etablieren. Das Scheitern an der Digitalisierung der Schulen hat tiefere Ursachen, wie eine Studie zum Stand der digitalen Bildung zeigt. Laut Statista bleibt die Finanzierung ein zentrales Problem, selbst wenn Milliarden für den Bildungssektor angekündigt wurden. Trotz besserer technischer Ausstattung, wie schnellem Internet und Lernplattformen, sinken die digitalen Kompetenzen der Lernenden stetig.
Die ICILS-Studie zeigt sogar, dass die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler seit 2018 abgenommen haben. In der Diskussion um den zunehmenden Einsatz digitaler Geräte wird oft auch über ein Handyverbot an Schulen gesprochen. So haben etwa 60% der Schülerinnen und Schüler während der Erhebung ein Handyverbot, was über dem OECD-Durchschnitt liegt. Man fragt sich, wo also der Schlüssel für eine bessere Integration digitaler Bildung in den Schulalltag liegt.
Der Blick über den Tellerrand
Die Entwicklungen in der Musikbranche zeigen, dass auch hier Veränderungen ins Haus stehen. So veröffentlicht Lily Allen ihr neues Album “West End Girl”, während Dave mit seiner Headline-Tour auf sich aufmerksam macht. In den letzten Wochen gab es zahlreiche Veröffentlichungen, die weder hier noch in der Kölner Bildungslandschaft unerhört bleiben sollten. Schließlich ist es doch so: Die digitale Agenda betrifft nicht nur das Klassenzimmer, sondern auch Kultur und Gesellschaft insgesamt.
In einer Zeit, in der digitale Bildung essenziell für die Zukunft unserer Kinder ist, bleibt die Frage offen, wie wir in der Bundesrepublik Deutschland hier aufholen können. Eine Schullandschaft, die nicht nur digitale Ausstattung, sondern auch entsprechenden Unterricht in den Grundschulen bietet, wird einen direkten Einfluss auf die nächste Generation haben. Der Druck auf die Entscheidungsträger ist hoch – jetzt braucht es Taten, keine leeren Versprechungen.
Für eine erfolgreiche Zukunft erfordert es Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg. Wie es scheint, ist der Weg noch weit, aber es besteht die Hoffnung, dass Berliner Schüler und Schülerinnen bald die Vorteile eines verpflichtenden Informatikunterrichts genießen können. Denn in der digitalen Welt kann keiner mehr den Kopf in den Sand stecken.