Brandenburg lehnt gemeinsames Flüchtlingszentrum in Oranienburg ab
Brandenburg plant kein gemeinsames Flüchtlingszentrum mit Berlin in Oranienburg. Aktuelle Entwicklungen und Hintergründe hier.

Brandenburg lehnt gemeinsames Flüchtlingszentrum in Oranienburg ab
In Brandenburg gibt es derzeit keine Pläne für ein gemeinsames Ankunftszentrum mit Berlin in Oranienburg. Das Innenministerium in Potsdam hat die entsprechenden Medienberichte, die einen solchen Schritt angedeutet hatten, am Montag entschieden zurückgewiesen. Eine Sprecherin machte deutlich, dass „ein solches Vorhaben derzeit nicht in Planung sei“, wie rbb24 berichtet.
Diese Aussagen kommen, nachdem die Berliner Medien „Berliner Morgenpost“ und „Berliner Kurier“ über Überlegungen informierten, ein Ankunftszentrum mit bis zu 3.000 Plätzen auf einer Wiese bei Oranienburg zu errichten. So könnten die Betriebskosten für diese Einrichtung auf unter 100 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden – ein Drittel der Kosten im Vergleich zum aktuellen Flüchtlingszentrum auf dem Gelände des früheren Flughafens Tegel, das bald umziehen muss, da dort die Urban Tech Republic entstehen soll.
Politische Differenzen und finanzielle Herausforderungen
Berlin und Brandenburg stehen vor der Herausforderung, Lösungen für die steigenden Flüchtlingszahlen zu finden. Ein gemeinsames Ankunftszentrum in Oranienburg wurde in den politischen Diskussionen als eine Möglichkeit ins Spiel gebracht, wohl wissend, dass der Standort der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf bereits verworfen wurde, da er zu klein für ein solches Projekt wäre. Aktuell blockiert die Koalition aus CDU und SPD im Nachtragshaushalt mehr als 300 Millionen Euro, die für ein neues Ankunftszentrum am Flughafen Tegel gedacht waren. Über die Gesameinheitskosten von fast einer Milliarde Euro über fünf Jahre wird noch immer diskutiert, wie Berliner Kurier informiert.
Auf der Suche nach Alternativen sieht man nun in der Wiese bei Oranienburg viel Potenzial, allerdings bleibt die politische Einigkeit hinsichtlich der Umsetzung strittig. Während die CDU offen für die Idee ist, zeigt sich die SPD eher skeptisch. Dennoch wäre diese Option für die Berliner Flüchtlinge von Interesse, da das Ankunftszentrum hier tatsächlich kostengünstiger betrieben werden könnte.
Der Zweck von Ankunftszentren
Ankunftszentren sind der Schlüssel zum Asylverfahren in Deutschland. Sie bieten einen zentralen Zugangspunkt für Asylsuchende, wo alle erforderlichen Schritte, wie ärztliche Untersuchungen, die Erfassung persönlicher Daten sowie die Antragstellung und Integration, durchgeführt werden. Diese Abläufe sind nicht nur für die Antragsteller entscheidend, sondern auch für die beteiligten Behörden, die durch ein integriertes Flüchtlingsmanagement effizient zusammenarbeiten, wie die Webseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge BAMF erklärt.
Im Rahmen dieser Ankunftszentren wird nicht nur der Asylantrag bearbeitet, sondern auch eine erste Orientierung in die neuen Lebensbedingungen gegeben, einschließlich Zugang zu Sprach- und Integrationskursen sowie Unterstützung durch die Arbeitsagentur. Dies ist besonders wichtig, um den Asylsuchenden einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Verhandlungen entwickeln und ob der Standort Oranienburg auf absehbare Zeit Realität für die unterbringenden Flüchtlinge wird oder ob andere Lösungen gefunden werden müssen.