Der Brandenburgische Landtag: Ein Aufbruch voller Erwartungen!
Die erste Sitzung des Brandenburger Landtags nach der Wende fand am 26. Oktober 1990 in Potsdam statt, geprägt von Aufbruchsstimmung.

Der Brandenburgische Landtag: Ein Aufbruch voller Erwartungen!
Am 26. Oktober 2025 erinnern wir uns an einen historischen Meilenstein: die erste konstituierende Sitzung des Brandenburger Landtags nach dem Ende der DDR, die am 26. Oktober 1990 in Potsdam stattfand. Bei dieser Sitzung kamen Dissidenten, Pragmatiker und ehemalige SED-Mitglieder zusammen. Frank Werner von der CDU erinnert sich an die festliche Stimmung, die trotz chaotischer Bedingungen herrschte. „Das war ein Aufbruch in eine neue Zeit“, äußert er die Euphorie, die ihn und viele andere bewegte, als sie erstmals im neuen Landtag zusammenfanden RBB24.
Die Anfänge waren alles andere als einfach. Der Landtag tagte zunächst in der Staatskanzlei, bevor er aufgrund baulicher Mängel in die ehemalige Parteihochschule der SED umziehen musste. Frank Werner, der 1986 in die CDU eintrat und 1990 ein Direktmandat gewann, beschreibt die ersten zwei Jahre als eine Zeit gewisser Harmonie, wo trotz sachlicher Auseinandersetzungen ein grundlegender Respekt herrschte. „Es hatte etwas Aufregendes an sich, mit vielen verschiedenen Meinungen zu arbeiten“, so Werner.
Ein Weg in die Politik
Werner, geboren am 29. Januar 1957 in Elsterwerda, war bereits vor der Wende aktiv in der Politik. Er hatte eine Berufsausbildung als Instandhaltungsmechaniker absolviert und ein Studium in Pädagogik begonnen, das er jedoch nicht vollendete. 1990 übernahm er dann die Leitung des Kulturamtes in Bad Liebenwerda, bevor er die politische Bühne betreten durfte Wikipedia).
Seinen politischen Weg setzte er bis 2009 im Landtag fort, wo er in mehreren Ausschüssen saß und sich vor allem für kulturelle Belange wie das Musikschulgesetz engagierte. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung bringt er eine Mischung aus Freude und Frustration über politische Entscheidungen mit. „Oft hatten wir das Gefühl, bessere Konzepte zu haben, jedoch wurden unsere Anträge häufig abgelehnt“, gesteht er. Besonders scharf kritisierte er das Brandenburgische Polizeigesetz von 1994, das seiner Meinung nach als Rückfall in alte Überwachungsmuster wahrgenommen wurde.
Herausforderungen der neuen Zeit
Die politische Landschaft hat sich seither stark gewandelt. Manfred Stolpe von der SPD war damals Ministerpräsident und musste sich immer wieder mit dem Verdacht auf Stasi-Verstrickungen auseinandersetzen. In der heutigen Zeit äußert Werner seine Sorgen über den Aufstieg der AfD und deren Einfluss auf die Demokratie. „Ich vermisse die intensiveren Auseinandersetzungen im Landtag, die es früher einmal gab“, reflektiert er.
Er spricht sich auch gegen die Fusion von Berlin und Brandenburg aus, da er die finanziellen Nachteile für Brandenburg befürchtet. Je näher er in seiner politischen Arbeit an den Bürgerinnen und Bürgern ist, desto klarer wird ihm, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und diese ernst zu nehmen. „Ein gutes Mitglied des Landtags sollte das Ohr immer an den Bürgern haben“, so Werner weiter.
Sein Werdegang in der CDU, die am 26. Juni 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet wurde, spiegelt die Veränderungen in der deutschen Politik wider Wikipedia. Die Ost-CDU war während der DDR eine Blockpartei und musste sich oft den Vorgaben der SED unterordnen. Dieser Unsicherheitsfaktor und die ständige Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit haben das politische Klima über viele Jahre geprägt.
Frank Werner hat seit seinem Eintritt in die Politik zahlreiche Herausforderungen gemeistert und blickt mit einem kritischen, aber auch stolzen Blick auf seine Zeit im Landtag zurück. „Die Arbeit in der Gemeindevertretung ist einfacher, da es hier mehr um Sachentscheidungen geht“, fasst er zusammen und bleibt assoziativ einer der letzten politischen Aktivisten, die den Aufbruch einer neuen Ära mitgestaltet haben.