Fünf Jahre Flughafen BER: Gewinne, Schulden und die Zukunft in Brandenburg!
Fünf Jahre nach der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) – Gewinne, Schulden und die Herausforderungen der Anbindung.

Fünf Jahre Flughafen BER: Gewinne, Schulden und die Zukunft in Brandenburg!
Fünf Jahre nach der Eröffnung zeigt der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eine positive Entwicklung, hat jedoch noch einen langen Weg vor sich, bis er die finanziellen Hürden vollständig überwinden kann. Laut Tagesschau hat der Flughafen die anfänglichen Krisen überstanden und schreibt seit 2022 im operativen Geschäft schwarze Zahlen. Trotz dieser Fortschritte betrugen die Schulden der Flughafengesellschaft FBB über 2 Milliarden Euro bei Banken und 1,4 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern, während das Minus in der Geschäftsbilanz von 2020 auf 134 Millionen Euro im Jahr 2023 gesenkt werden konnte.
Die Baukosten des Flughafens belaufen sich auf stolze 6,6 Milliarden Euro, was dreimal so viel ist wie ursprünglich veranschlagt. Die Eröffnung fand mitten in der Corona-Pandemie Ende Oktober 2020 statt, was die Inbetriebnahme gleichermaßen erschwerte wie auch strategisch herausforderte. Um die Coronakrise zu überbrücken, wurden Kredite in Höhe von 1,7 Milliarden Euro benötigt, getragen von den Gesellschaftern – dem Land Brandenburg, dem Land Berlin und dem Bund – wobei jeder einen unterschiedlichen Anteil trägt: 37 Prozent Brandenburg, 37 Prozent Berlin und 26 Prozent der Bund.
Blick in die Zukunft
Finanzminister Crumbach äußert sich optimistisch und glaubt an Rückzahlungen an die Gesellschafter ab den 2030er Jahren. Doch schon kurzfristig stehen weitere 660 Millionen Euro von den Gesellschaftern im Jahr 2026 für die Tilgung der Kredite auf der Agenda. Zwei Tausend Menschen sind direkt am BER beschäftigt, darüber hinaus entstanden 22.000 neue Arbeitsplätze in der näheren Umgebung, die zur Belebung der Region erheblich beitragen.
Interessant ist jedoch der Aspekt der Flugverbindungen. Trotz der positiven Passagierzahlen, mit 25,5 Millionen Fluggästen im Jahr 2024 und einem Tagesrekord von über 100.000 Fluggästen zu Beginn der Herbstferien, ist die Anbindung an internationale Reiseziele durch einen Mangel an Direktflügen eingeschränkt. Wie Tagesspiegel berichtet, bleibt der Flughafen von vielen interessanten Destinationen abgeschnitten, was die Nachfrage verringert. Ein Teil dieser Problematik wird der Bundesregierung zugeschrieben, die dafür verantwortlich gemacht wird, dass es an Direktflügen mangelt.
Der Luftverkehr im Wandel
Im internationalen Vergleich zeigt der Luftverkehr in Deutschland einige signifikante Trends. So ist der innerdeutsche Luftverkehr von und nach Städten wie Frankfurt und München im Jahr 2022 um 2 Prozent gestiegen, wovon vor allem die Zubringerfunktion für Langstreckenflüge profitiert hat. Im Gegensatz dazu hat der dezentrale Verkehr zwischen anderen deutschen Städten nur 21 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht. Diese Tendenz zeigt, dass Reisende zunehmend auf Bahn und Auto umsteigen, was durch veränderte Reisegewohnheiten, wie einer höheren Nutzung von Online-Meetings, begünstigt wird. Laut BDL ist der Verfall der Inlandsflüge in Deutschland hingegen besorgniserregend – im Jahr 2024 gab es nur halb so viele Inlandsflüge wie 2019.
Insgesamt scheint der BER auf einem besseren Weg zu sein, aber der Flughafen muss sich sowohl finanziell als auch im Hinblick auf sein Flugangebot weiterentwickeln, um die volle Stärke seiner Kapazitäten ausschöpfen zu können. Bleibt abzuwarten, ob die kommenden Jahre die dringend benötigten Veränderungen und Verbesserungen bringen werden.